Elektroauto Chronik eines Irrtums

Tesla

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Aktualisiert 14.6.2020

Tesla Motors (heute Tesla Inc.) wurde 2003 in den USA gegründet, um Elektroautos, Stromspeicher und Photovoltaikanlagen in Massenproduktion herzustellen; Firmensitz ist Palo Alto im Silicon Valley. (Der Name Tesla ist eine Hommage an den Physiker Nikola Tesla.) Gegründet wurde die Firma im Juli 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning, die 2008 ausschieden. Im Frühjahr 2004 stiegen Risikokapital-Investoren ein, Elon Musk , der ein Vermögen durch Gründung und Verkauf von Paypal gemacht hatte, wurde Aufsichtsratsvorsitzender und avancierte bald zur prägenden Figur von Tesla. Der Firmensitz ist Palo Alto im Silicon Valley.“ (Wikipedia) Zwischen 2008 und 2012 wurde der Tesla Roadster (in Kooperation mit Lotus) als erstes Elektroauto mit Lithium-Ionen-Zellen gebaut. Von der Oberklasse-Limousine Tesla Model S wurden von 2012 bis 2015 über 100.000 Exemplare verkauft, dazu gab es als Ableger den SUV Model X. Seit Mitte 2017 wird die Mittelklasse-Limousine Model 3 angeboten, von dem 400.000 Vorbestellungen (mit 1000 Dollar Anzahlung) vorlagen, dessen Auslieferung aber unter großen Verzögerungen ablief. Tesla beschäftigte Ende 2017 über 37.000 Mitarbeiter. (Aus Wikipedia)

2009

Start-up Tesla. Geldgeber für Tesla waren neben Elon Musk (mit 27 Millionen Dollar) u. a. der Google-Gründer Larry Page, der Ebay-Milliardär Jeff Skoll und der Hyatt-Erbe Nick Pritzker. Im Jahr 2009 erhielt Tesla vom US-Energieministerium einen Kredit über 465 Millionen Dollar, dazu 80 Millionen Dollar von Wagnisfinanzierern.1 Zu dieser Zeit waren auch durch den Clean Air Act und dessen verschärfte Form in Kalifornien ideale Bedingungen für die fälschlich als emissionsfrei deklarierten Elektroautos gegeben. (So wird in Kalifornien u. a. der Strom aus den Kohlekraftwerken in Nevada verbraucht.) – „Auch Politiker tun das Ihre: Im US-Bundesstaat Colorado bekommt jeder Einwohner, der bis Ende des Jahres ein Null-Emissions-Fahrzeug kauft, 42.000 Dollar Zuschuss. Für einen Tesla ist das schon der halbe Preis. Damit lässt sich schnell starten.“2

2010

Teslas Börsengang. 2010 bereitete Tesla den Börsengang vor, der bis zu 100 Millionen Dollar einbringen sollte. „Seit der Gründung von sechs Jahren verkaufte Tesla 937 Roadster in 18 Länder. Für ein geplantes zweites, preiswerteres Elektroauto liegen den Angaben zufolge 2000 Reservierungen vor.“3

Daimler, Toyota und Tesla. Daimler beteiligte sich 2009 mit knapp zehn Prozent an Tesla. Toyota wollte mit Tesla Elektroautos für die USA entwickeln. „Die Kalifornier stellen die Batterien für den Elektro-Smart, den Mercedes weltweit in Testflotten im Einsatz hat. Mit dem neuen Tesla-Partner Toyota hat Daimler kein Problem.“4

2011

Vom Pleitekandidaten zum Börsenstar. Am 29.6.2010 ging Tesla an die US-Börse Nasdaq. Die Tesla-Aktie erlöste überraschend 17 Dollar und stieg kurz darauf um 30 Prozent. „Wegen der großen Nachfrage der Anleger stieg das Emissionsvolumen auf 226 Millionen Dollar. Tesla kann das Geld gut gebrauchen. Denn die Kapitalreserven neigen sich dem Ende entgegen. Das junge Unternehmen wirtschaftet hochdefizitär. Allein im ersten Quartal belief sich das Minus auf fast 30 Millionen Dollar und das bei einem Umsatz von gerade einmal 21 Millionen Dollar.“5 Dazu kam ein Staatskredit über 460 Millionen Dollar.6

Tesla übernimmt eine Autofabrik. 2010 kaufte Musk von Toyota eine Autofabrik in Fremont bei  Palo Alto für 42 Millionen Dollar, die nach Expertenmeinung eine Milliarde Dollar wert war. Vorher wurden der Roadster und die ersten Model S in Handarbeit gefertigt, wobei vom Tesla Roadster nur eine Stückzahl von 2500 gefertigt werden sollten. Vom Model 3 waren jährlich 20.000 Exemplare geplant. „Die Verluste von Tesla haben 2010 mit mehr als 150 Millionen US-Dollar einen neuen Höhepunkt erreicht, da kann man das Selbstbewusstsein der Kalifornier wohl nur vor dem Hintergrund der vergangenen vier Jahre verstehen.“6

Tesla beliefert die Daimler AG. 2011 erhielt Tesla den Auftrag für rund 2000 elektrische Antriebseinheiten für den Smart und das Batteriepaket und den Antriebsstrang für die B-Klasse Electric Drive,die ab 2014 ausgeliefert wurde. (Wikipedia)

2012

Tesla im US-Wahlkampf. Der Kandidat der Republikaner im US-Wahlkampf 2012, Mitt Romney, wandte sich gegen Barack Obamas Förderprogramm für Elektroautos, von dem auch Tesla profitiere. Romney: „Obama pumpt Geld in bestimmte Autohersteller, ohne zu begreifen, dass Toyota und GM es besser können.“7 Der Kommunikationschef von Tesla nannte dies „bedauernswert“.7 Tesla will inzwischen sein Model S in der neuen Autofabrik produzieren: „Zunächst ein paar Tausend, dann stetig mehr. Die Kalifornier expandieren und suchen Personal. Bis Ende des Jahres soll sich die Zahl der Mitarbeiter auf 2800 verdoppeln. Konzernen wie Toyota und Daimler jagt das Unternehmen Ingenieure, Manager und Designer ab. Zugleich will es sein Händlernetz vergrößern. Sowohl in den USA als auch in Europa. In Deutschland sind die Tesla-Autos bereits in Hamburg, Frankfurt und München zu besichtigen.“7

Neue Geldnöte und Verkaufsrückgang. Im September 2012 muss Tesla Motors seine Aktionäre um Hilfe angehen und will fünf Millionen neue Aktien verkaufen. „Weil weniger Autos die Werke verließen, musste Tesla auch seine Projektion für den Firmenumsatz in diesem Jahr zurücknehmen – von 560 bis 600 Millionen auf 400 bis 440 Millionen Dollar. Carter Driscoll, Analyst bei CapStone Investments, setzte die Aktie auf ‚verkaufen‘ herab. (…) Die Regierung von Präsident Barack Obama hat Tesla mit einem Vorzugskredit von 465 Millionen Dollar unterstützt. Nun, da es um die Rückzahlung des Kredits geht, musste das Energieministerium Tesla nochmals entgegenkommen. (…) Ursprünglich wollte Tesla vom ‚Model S‘ in diesem Jahr 5000 Stück produzieren und jedes für 50.000 bis 98.000 Dollar verkaufen. Tatsächlich wurden bisher nur 255 Stück ausliefert. Der Wochenausstoß liegt bei 77, geplant sind 400.“8

2013

Tesla ist Kalifornien. Teslas Model S ist ein elektrischer Sportwagen für umgerechnet 100.000 Euro und damit eigentlich auf den kalifornischen Markt zugeschnitten. „Der Durchschnittskäufer von Teslas lebt im Großraum Los Angeles, verdient angeblich 400.000 Dollar im Jahr und hat oft schon einen hochmotorigen Ferrari oder Porsche in seiner Großgarage stehen. Der Model S ist also vor allem: ein ökologisch korrektes Capriccio von meist sehr reichen Menschen.“9

2014

Tesla im 1. Quartal 2014 in den Miesen. Bedingt durch hohe Vertriebs- und Entwicklungskosten machte Tesla im ersten Quartal 2014 einen Verlust von 50 Millionen Dollar.10

Tesla-Modellwachstum. Im 2. Quartal 2014 betrug Teslas Umsatz 858 Millionen US-Dollar , mehr als Analysten erwartet hatten. Gleichzeitig stieg der Verlust auf 62 Millionen Dollar.11

Der kommende Geländewagen. 2015 wird das Model X kommen, ein elektrischer Geländewagen mit Flügeltüren.12
Welche Freude, wenn die Eigentümer des Model X feststellen, dass sie durch die Flügeltüren in ihrer Garage eingeklemmt sind – wie beim Mercedes-Modell SLS.
„Ein Scheitern des Branchenneulings ist nicht auszuschließen. Tesla hat seit der Gründung vor elf Jahren wirtschaftlich betrachtet bereits eine Achterbahnfahrt hinter sich. Einen Gewinn hat die Firma noch in keinem Jahr erwirtschaftet, und über einen Zeitraum von drei Jahren stand Tesla Motors, wie Musk in einem Interview sagte, ‚immer wieder kurz vor dem Aus‘.“12

Börsenprimus mit roten Zahlen. Das Model S von Tesla ist nicht zufällig der Mercedes S-Klasse nachempfunden – wie das Model 3 an BMW adaptiert ist. Das Model S soll über 422 PS verfügen und maximal 500 km Reichweite haben. Tesla startet eine Offensive: “ 2015 startet die Produktion des Tesla Model X Crossover, 2016 läuft im großen Stil die Giga-Batteriefertigung mit Panasonic an, 2017 will die Marke mit dem Model III in die 35.000-Euro-Preisklasse vordringen. Obwohl Tesla nach wie vor rote Zahlen schreibt und 2014 keine 40.000 Fahrzeuge absetzen dürfte, bewertet die Börse das Unternehmen mit phantastischen 30 Milliarden Dollar.“13

2015

Tesla wieder mit Verlust. Die Analysten erwarteten Gewinn und täuschten sich: Auch im 4. Quartal 2014 schrieb Tesla Verlust – 108 Millionen US-Dollar. Es wurden nur 1000 Fahrzeuge an die Käufer ausgeliefert. Der gesamte Verlust in 2015 belief sich auf 294 Millionen Dollar.14

März 2013: Musk wollte an Google verkaufen. Im März 2013 wollte Elon Musk Tesla an Google-Gründer und Mitinhaber Larry Page verkaufen, berichtete Bloomberg. „Musk soll vorgeschlagen haben, dass Google Tesla für sechs Milliarden Dollar komplett schluckt und weitere fünf Milliarden in die Produktion steckt.“15

Hochsubventioniertes Tesla. Im Sommer 2015 stellte Tesla die Energy-Batterie für zuhause vor. Alle Tesla-Käufer bekommen in Kalifornien vom US-Bundesstaat einen 2500-Dollar-Rabatt und können 7500 Dollar bei der Einkommensteuer geltend machen. „Das sind zwei der vielen Deals, die Musk für seine Firmen Tesla, SpaceX und Solar City ausgehandelt hat. Schließlich ist es für Politiker durchaus karrierefördernd, auf Fotos mit Elon gesehen zu werden und seinem Bundesstaat Arbeitsplätze in der zukunftsträchtigen Technologiebranche zu beschaffen.“16
Die Los Angeles Times untersuchte die bisherigen Förderungen, Steuerbefreiungen und Zuschüsse für Tesla und kam auf 4,9 Milliarden Dollar. Dazu kommen Aufträge über 5,5 Milliarden Dollar für Raketenfirma SpaceX von Nasa und Air Force. „Tesla, SpaceX oder die Solaranlagenfirma Solar City sind nämlich nicht wegen ihrer fetten Gewinne so hoch an der Börse bewertet, denn von Gewinnen kann keine Rede sein: Tesla erwirtschaftete 2014 einen Verlust von knapp 300 Millionen Dollar, SpaceX ein Minus von 56 Millionen.“16

Subventionierte Gigafactory. Nevada holte 2015 für fast 1,3 Milliarden Dollar die Tesla Gigafactory. Der US-Bundesstaat New York baut für 750 Millionen Dollar in Buffalo eine Solar-Panel-Fabrik, die nach Fertigstellung für einen Dollar jährlich an Musks Solar City vermietet wird. „Und als Zugabe werden dem Unternehmen auch noch für ein Jahrzehnt die Steuern erlassen. Kalifornien fördert und begünstigt Tesla mit 781 Millionen Dollar, Texas hilft SpaceX beim Bau einer Raketenstart-Plattform mit etwa 20 Millionen.“16

Zweites Quartal 2015: Neue Verluste. 184 Millionen Dollar machte Tesla im 2. Quartal 2015. Der Umsatz stieg im 2. Quartal auf 955 Millionen Dollar, die Absatzprognose für 2015 wurde von Tesla auf 50.000 bis 55.000 nach unten korrigiert. „An der Börse kam die Korrektur nicht gut an: Die Aktie verlor.“17

Tesla tanken mit Roboter. Tesla arbeitet an einem Laderoboter, der das Elektroauto Tesla Model S lädt, wie in einem Tesla-Youtube-Film zu sehen war. „Ein wenig Feinschliff braucht das Gerät noch, denn in den gut 30 Sekunden, die der Roboter braucht, hat ein Mensch drei bis fünf Mal ein herkömmliches Ladekabel ein- und ausgesteckt. Andererseits: Angesichts der Ladezeiten, die das Model S benötigt – je nach Station 30 Minuten bis einen Tag -, kommt es auf eine halbe Minute mehr oder weniger auch nicht an.“18

Tesla gehackt. Im August 2015 wurde öffentlich, dass Hacker in die Software eines Model S eingegriffen haben: Sie installierten einen Trojaner und konnten von außen den Motor ausschalten. „Zwar soll Tesla die Sicherheitslücke mit einem Software-Update bereits geschlossen haben, aber der nächste Hackerangriff kommt bestimmt.“18 Außerdem konnten Sicherheitsforscher extern das Auto anhalten und entriegeln. Tesla gab an, die Sicherheitslücken inzwischen geschlossen und über WLAN den Fahrzeugen ein Update übermittelt zu haben.19

Die besseren Tesla-Menschen. „‚Jetzt mal ehrlich‘, sagt der Mann: ‚Mit einem Tesla bekommen Sie jede Frau!‘ Tesla-Fahrer halten sich für grandiose Geschöpfe, die diesen Planeten allein durch den Kauf eines Elektroautos ein bisschen gesünder machen. Wer in diese Firma investiert, der beteiligt sich an der grünen Revolution gegen all die grauen Autobau-Dinosaurier, die ihr eigenes Aussterben dadurch befördern, indem sie weiter den Kometen bauen, der die Welt vernichten wird.“20

2016

Teslas Fünf-Dollar-Jobs. Ein Elektriker, der 2015 bei Tesla einen Arbeitsunfall hatte und sich beide Beine brach, verklagte Tesla. Dabei stellte es sich heraus, dass der Elektriker ein Leiharbeiter der deutschen Firma Eisenmann war und eigentlich wie 140 andere Slowenen und Kroaten bei der Firma ISM Vuzem aus Slowenien angestellt war. Der Stundenlohn betrug angeblich nur fünf Dollar Stundenlohn. Der Mindestlohn liegt in Kalifornien bei 7,50 Dollar. „Tesla kann also nach eigenem Dafürhalten nichts dafür, dass 140 Arbeiter aus Osteuropa für fünf Dollar pro Stunde in Fremont beim Aufbau einer Lackiererei gearbeitet haben. Man habe nicht einmal gewusst, dass die Arbeiter an sechs Tagen pro Woche Zehn-Stunden-Schichten abgerissen hätten, wie diese vor Gericht aussagten. (…) Wer aber trägt nun die Verantwortung dafür, dass Arbeiter aus Osteuropa mit fragwürdigen Visa ins Silicon Valley gebracht werden und für weniger als den gesetzlichen Mindestlohn arbeiten?“21

Tesla kauft Sonnenenergie. Elon Musk hat mit anderen 2006 die Solarfirma Solar City gegründet. Im Sommer 2016 will Tesla Solar City für 2,8 Milliarden Dollar übernehmen. Damit soll die Versorgung der Tesla-Elektroautos mit Ökostrom ermöglicht werden und die Solaranlagen gleich mit anbieten. Die Tesla-Anleger waren nicht begeistert. „Tesla-Aktien verloren nach der Mitteilung mehr als 13 Prozent, was einem Wertverlust von 4,3 Milliarden Dollar gleichkam. Solar-City-Papiere gingen um 18 Prozent in die Höhe. Musk hält 19 Prozent an Tesla und 22 Prozent an Solar City, er will sich bei der Abstimmung über die Übernahme aber zurückhalten.“22

Hedge-Manager: Tesla wird pleitegehen. Der New Yorker Hedgefonds-Manager Mark B. Spiegel, Gründer und Chef von Stanphyl Capital Management, setzte im August 2016 im SZ-Interview darauf, dass Tesla scheitern wird. Seiner Meinung nach fusionierten mit Tesla und Solar City zwei Unternehmen, die beide Verluste schreiben und zusammen noch mehr Geld verlieren werden. Außerdem hätte Musk behauptet, Tesla habe 2014 jedes hergestellte Auto verkauft, dabei waren 3000 Autos nicht verkauft, die mit hohen Rabatten 2015 verkauft werden mussten. Zur Zukunft von Tesla sagte Spiegel: „Ich glaube, dass Tesla irgendwann Insolvenz anmelden wird. (…) Ich rate den Menschen, die Finger von Tesla-Aktien zu lassen.“23 Und zur Kursentwicklung der Tesla-Aktie: „Die Blase ist stabiler, als viele gedacht haben – aber sie kann jederzeit platzen. Ich warte geduldig darauf, dass dieser Luftballon gegen einen Nagel segelt und platzt. Glauben Sie mir: Es gibt genügend Nägel da draußen.“ Zum billigeren Model 3 äußerte Spiegel: „Ich sage Ihnen: Tesla würde jetzt den größten Quartalsverlust seiner Geschichte verkünden müssen – wären da nicht die 1000 Dollar Anzahlung, die viele Menschen für das Model 3 geleistet haben. Der Verlust dürfte im kommenden Quartal noch drastischer ausfallen.“23 Die Anzahlung von1000-Dollar hielt Spiegel für verloren.
Auch die Konkurrenz von Tesla, die demnächst in den Elektroauto-Markt einsteigen wird, hält Spiegel für besser: Diese beherrschen den Massenmarkt. Das Interieur von Mercedes oder Audi sei höherwertiger und ihre Elektromotoren besser als bei Tesla, ebenso ihre künftigen Batterien. „Diese Unternehmen können es sich erlauben, Verluste mit der Produktion von Elektroautos hinzunehmen, weil sie immer noch genügend andere Fahrzeuge verkaufen. Aber wie lange kann Tesla noch Geld verbrennen?“23

Erster offizieller Tesla-Toter. In Florida starb ein Tesla-Fahrer in einem als autonom geltendem Auto. „Der Fahrer, der in Florida starb, glaubte offenbar, er sitze in einem vollkommen autonom fahrenden Auto. Das aber gibt es noch nicht, jedenfalls nicht in Serienreife.“24 – „Tesla merkte dazu später an, der Fahrer habe eine Beta-Version genutzt, die nicht ausgereift sei. Eine zynische Bemerkung – sie entspricht aber dem Geist des Silicon Valley, wo die Firmen ihre Software halbfertig entwickeln, ehe die Kunden sie testen sollen. Für ein Produkt, bei dem es auf Leben und Tod ankommt, ist das keine akzeptable Strategie.“25

Tesla: Größenwahn oder Schneeballsystem? Die kritischen Stimmen zu Tesla mehren sich, wie z. B. in einem Bericht von Reuters und der SZ im August 2018. Elon Musk plant eine Verzehnfachung der Elektroauto-Produktion von Tesla. Dazu lässt er für fünf Milliarden Dollar eine Batteriefabrik in Nevada bauen. Der Ausbau der Produktion kommt den Elektroauto-Hersteller Tesla teuer zu stehen. Und im Frühjahr 2016 lieferte Tesla im 13. Quartal hintereinander einen Verlust ab, der im 2. Quartal des Jahres um etwa 60 Prozent auf 293,2 Millionen Dollar stieg – bei 1,27 Milliarden Dollar Umsatz. „Das Unternehmen hatte ursprünglich angekündigt, 80.000 bis 90.000 Fahrzeuge in diesem Jahr auszuliefern. 2018 sollen es dann 500.000 sein. Zusätzlich will Tesla seine Modellreihe auf alle wichtigen Fahrzeugvarianten erweitern. 2017 sollen auch elektrische Busse und Lastwagen gebaut werden. Zudem will Musk das autonome Fahren vorantreiben. Alle Modelle sollen künftig vollständige Selbstfahrfähigkeiten haben.“26
Autonomes Fahren geht nur in Elektroautos: die Vernetzung ist da, und so kombinieren sich zwei so aufwendige wie unsinnige Technologien. Herauskommen wird das total überwachte E-Auto und sein total überwachter Fahrer.

Tesla mit winzigem Gewinn – durch „Zero Emission Vehicle Credits“. Tesla machte zum ersten Mal seit drei Jahren im 3. Quartal 2016 einen kleinen Gewinn von 22 Millionen Dollar bei 2,3 Milliarden Dollar Umsatz. Der Gewinn ist aber nicht unbedingt auf die Autoproduktion zurückzuführen: „Zum Gewinn trugen fast 139 Millionen Dollar aus dem Verkauf sogenannter ‚zero emission vehicle credits‘ bei. Der Erwerb solcher Emissionspunkte erlaubt es Autoherstellern in Kalifornien, sich von der Pflicht zur Herstellung von Elektrofahrzeugen freizukaufen. Da Tesla ausschließlich E-Autos fertigt, kann es seine Punkte verkaufen. Das Unternehmen habe etwa so viele dieser ZEV-Credits verkauft wie im ganzen Jahr 2014, sagte der Analyst Jeffrey Osborne von Cowen. ‚Das ist ein Geschäft mit fast 100 Prozent Gewinn.‘“27

Tesla kauft in Deutschland zu. Tesla kaufte im Herbst 2016 das deutsche Maschinenbauunternehmen Klaus Grohmann aus der Eifel mit 790 Mitarbeitern und 123 Millionen Euro Umsatz. „Tesla will wachsen und braucht dafür Technologien und Ingenieure. Die Produktion des günstigeren Tesla-Massenwagens Model 3 soll bis 2018 von 50.000 auf 500.000 ausgebaut werden; 2020 will Elon Musk eine Million dieser Elektroautos verkaufen. Dafür kann er die Robotertechnologie aus Deutschland gut gebrauchen, zumal die Firma auch in China und den USA aktiv ist. (…) Grohmann verdient sein Geld vor allem damit, anderen Konzernen aus der Auto-, Halbleiter-, Medizintechnik- oder Pharmaindustrie Fertigungsanlagen in die Fabrik zu stellen.“28

Zulieferer Tesla. Grohmann hat auch BMW mit Anlagen für die Herstellung des Elektroflitzers i8 beliefert. „Der Anlagenhersteller Tesla Grohmann Automation aus Prüm in der Eifel, Konzernzentrale in Palo Alto, wäre dann irgendwie auch als Zulieferer für Audi, BMW und Co. unterwegs. Sehr besonders. Bei BMW in München hieß es am Dienstag lediglich, man gehe davon aus, dass alle Verträge mit Grohmann eingehalten werden. Doch der Elektroautopionier Musk wäre nicht Musk, wenn er das komplizierte Wirtschaftliche nicht ins Missionarische wenden würde.“29
Nachtrag vom April 2017: Tesla droht ein Streik bei Grohmann, da die Tarifverhandlungen nicht zufriedenstellend verlaufen waren, wie ein IG-Metall-Vertreter mitteilte. „Derzeit liege das Lohnniveau 25 bis 30 Prozent unter dem Tarifgehalt, sagte Betriebsratschef Uwe Herzig. Tesla teilte mit, man arbeite daran, ‚dass jeder bei Tesla Grohmann Automation fair und wettbewerbsfähig über dem Branchenniveau bezahlt wird.‘“30 – „Als die Mitarbeiter von Grohmann im Frühjahr Tarifverträge einforderten, wurde aus dem netten Elon mit einem Mal der strenge Musk, der die Konfrontation mit der Gewerkschaft suchte. Er glaube nicht, ‚dass die IG Metall unsere Mission teilt‘, erklärte der Tesla-Chef in einem Brief an die Belegschaft.“31
Nachtrag vom November 2017: Die früheren Grohmann-Kunden wie BMW, Daimler und Bosch verlieren Grohmann als Zulieferer. „Wenige Monate nach der Übernahme ließen Musks Gefolgsleute jedoch durchblicken, dass die Firma künftig nur noch einem Herrn zu dienen habe: Tesla. Die übrigen Abnehmer mussten sich einen neuen Zulieferer suchen.“31

2017

Tesla und Trump. Tesla stornierte im Januar 2017 einen Auftrag über 100 Millionen Euro beim deutschen Zulieferer SHW. Der Grund seien technische Mängel. Allerdings vermuten Eingeweihte den „Trump-Effekt“: „Demzufolge habe Tesla-Chef Elon Musk den Auftrag storniert, um beim neuen US-Präsidenten Trump Punkte zu sammeln, indem er die Achsgetriebe-Pumpen bei einem US-Unternehmen in Auftrag gibt. (…) Tatsache ist: Am Montag traf sich Elon Musk mit Trump, und am Dienstag ging bei SHW die Kündigung ein. Trump hatte zuvor mehrmals Autoherstellern Strafzölle angedroht, falls sie nicht in den USA produzieren.“32

Tencent steigt ein. Die US-Börsenaufsicht SEC wurde vom chinesischen Internetkonzern Tencent informiert, dass Tencent fünf Prozent der Tesla-Aktien für rund 1,8 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) gekauft hätten. Damit soll auch der Start der Serienfertigung des Mittelklasse-Autos ‚Model 3‘ ermöglicht werden. „Der Wagen ist Teslas mit Spannung erwartetes, erstes Elektroauto für den Massenmarkt. Es gibt Hunderttausende Vorbestellungen. Vom Erfolg des Projekts hängt ab, ob das Unternehmen den Sprung aus der Luxus-Nische schaffen kann. Anleger setzen großes Vertrauen in die Versprechen von Tech-Milliardär Musk – die Tesla-Aktie ist seit Jahresbeginn um 26 Prozent gestiegen.“33

Rekord-Auslieferung von Tesla. Im 1. Quartal 2017 produzierte Tesla 25.400 Fahrzeuge, davon wurden 25.000 an Kunden übergeben. Das war eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 69 Prozent.34 – „Der Elektroautobauer Tesla hat im ersten Quartal Rekorde bei Produktion, Auslieferungen und Umsatz erzielt, ist dabei aber stärker als erwartet in die roten Zahlen geraten. Der Verlust nahm verglichen mit dem Vorjahreswert von 282 auf 330 Millionen Dollar zu, wie die Firma des Tech-Milliardärs Elon Musk am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Umsätze verdoppelten sich aber auf 2,7 Milliarden Dollar.“35

Mitarbeiter parken bei Tesla. Es gibt einen Kampf um die Parkplätze auf den Tesla-Firmengeländen in Palo Alto und Fremont. „Tesla hat in den vergangenen Jahren viele neue Mitarbeiter eingestellt, seine Parkflächen aber kaum erweitert. So kommt es, dass allein in Fremont 6000 Mitarbeiter um 4500 Parkplätze streiten. Die Tatsache, dass wegen der Schichtarbeit nie alle Angestellten gleichzeitig auf dem Gelände sind, entschärft die Lage kaum.“36

Tesla so viel wert wie General Motors. „Obwohl der Aufbau einer Produktionsplattform für die Massenfertigung große finanzielle Risiken birgt, ist das Vertrauen der Investoren bislang riesig. Am Börsenwert gemessen zog das Start-up aus Kalifornien, das seit Gründung 2003 noch nie einen Jahresgewinn vorweisen konnte, zuletzt sogar am zweitgrößten US-Autobauer Ford vorbei und schloss zum Branchenführer General Motors auf.“35

Tesla goes China. Auch für Tesla ist der chinesische Elektroauto-Markt wichtig, weil die chinesische Regierung – bedingt durch die hohe Abgasbelastung -, Elektroautos fördert. Im Jahr 2016 wurden in China über 500.000 Elektroautos verkauft. Tesla verzeichnete 2016 in China einen Umsatz von über einer Milliarde Dollar. Nun will Tesla ein Werk in Lingang errichten. Tesla müsste dann nicht mehr 25 Prozent Einfuhrsteuer entrichten und könnte an den staatlichen Zuschüssen für Elektroautos in Höhe von umgerechnet mehreren Tausend Euro teilhaben: Importautos erhalten diese staatliche Subvention nicht. „Ebenfalls interessant für Tesla wäre die geplante E-Auto-Quote in China, die möglicherweise bereits im kommenden Jahr, spätestens aber 2019 in Kraft treten wird. Als reiner Elektro-Hersteller bekäme Tesla dann Kreditpunkte für produzierte Fahrzeuge gutgeschrieben, die dann an Autohersteller veräußert werden können, die die staatlichen Vorgaben nicht erfüllen.“37
Aber für die Autoproduktion in China benötigt ein ausländischer Hersteller eine Lizenz, die er nur in Kooperation mit einem chinesischen Hersteller erhält. Wieweit der Kauf der fünf Prozent Tesla-Aktien durch den chinesischen Technologiekonzern Tencent damit zusammenhängt, bleibt unklar.37

Teslas Wert. In Amerika zog Tesla mit General Motors gleich, in Deutschland mit BMW. „Dabei bauen die Münchner einschließlich der Marke Mini 30 Mal so viele Autos und verdienen damit ordentlich Geld, knapp sieben Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Tesla hingegen: bloß 76.000 Fahrzeuge, vier Milliarden US-Dollar Umsatz, und ein Verlust von 770 Millionen.“38

Tesla spart (1): an der Gesundheit. Die Arbeitsbelastung bei Tesla ist so hoch, dass 2016 über hundert Mal der Krankenwagen kam. Tesla spricht von Einzelfällen und strebt eine sichere Fabrik mit Robotern an. „Im vergangenen Jahr kaufte Musk den rheinland-pfälzischen Maschinenbauer Grohmann. Mit dessen Spezialanlagen lassen sich automatisch Batterien zusammenbauen oder Dachteile befestigen. Maschinen können sich nicht wehtun – und sie fordern keinen Monatslohn.“38

Tesla spart (2): an der Nullserie. Bevor ein Automodell in Serie geht, legen die konventionellen Autofabriken eine Nullserie zu Testzwecken auf. „Bei Tesla gibt es das nach SZ-Informationen nicht, auch wenn sie das nicht offiziell bestätigen: Die ersten 30 Kunden werden auch die ersten 30 Autos erhalten. Das spart Geld und falls etwas schief läuft, gibt’s eben ein schnelles Update, flankiert per Twitter-Nachricht.“38

Tesla stürzt ab. Seit 4.7.2017 verlor die Tesla-Aktie 15 Prozent, das entspricht rund neun Milliarden Dollar. „Nun führt wieder GM, der traditionsreiche, aber bei Innovationen hinterherhinkende Konzern aus Detroit. Als Gründe für die starken Wertverluste bei Tesla werden zwei Dinge angeführt: Zum einen musste das Unternehmen mitteilen, im zweiten Quartal nur 22.000 statt der von Analysten erwarteten 25.000 Autos ausgeliefert zu haben. Am Donnerstag wurde zudem bekannt, dass Teslas Model S in einem US-Sicherheitstest erneut die Bestnote verfehlte.“39

Thomas Fromm in der SZ zu Teslas Börsenwert: „… Männer, die oft seit Jahrzehnten über Benzin- und Dieselmotoren brüten, sehen den Rivalen durch ihre alten Automanager- und Ingenieursbrillen. Und was sie da sehen, ergibt für sie keinen Sinn. Wie kann es sein, dass eine Autofirma, die zuletzt an die 80.000 Wagen im Jahr verkauft (BMW verkauft 30-mal so viel) und kaum profitabel ist, am Börsenwert gemessen zeitweise der wertvollste US-Autokonzern ist?“40

Tesla verbrennt Geld – der Kurs steigt. Anfang August 2017 präsentierte Tesla die Ergebnisse für das zweite Quartal 2017: Pro Woche werden bei Tesla fast 100 Millionen Dollar Verlust gemacht, im 2. Quartal insgesamt 336 Millionen Dollar bei2,8 Milliarden Dollar Umsatz. „2018 will Musk dann noch mal doppelt so viele Autos bauen. Dass er das schafft, bezweifeln Branchenkenner, selbst wenn die Nachfrage so groß ist. Derzeit sollen jeden Tag im Schnitt 1800 Reservierungen für das Model 3 eingehen. Neu hinzu kommen sollen noch ein kleiner Truck sowie das Kompakt-SUV Model Y.“41

Dazu Christian Wüst im Spiegel:
(1): „Entzauberung“.
„Tesla wird von optimistischen Aktionären getragen, die offenbar damit leben können, dass hier notorisch Verluste gemacht werden. Die bisher verkauften Produkte sind Luxusgüter – und das günstigere Model 3 für den Massenmarkt, das noch in diesem Jahr in den Handel kommen soll, steht kurz vor der Entzauberung: Zum angekündigten Grundpreis von 35.000 Dollar wird der Käufer nur eine abgespeckte Version mit kleinerer Batterie und entsprechend bescheidener Reichweite bekommen. Und auch die wundersamen Reichweiten der teuren Tesla-Modelle werden in einem realistischen Reiseszenario nicht annähernd erzielt.“42
Die amtlichen Prüfzyklen liefern dem Elektroantrieb beste Voraussetzungen – auch mit Rekuperation. „Fernreisen mit heute auf Autobahnen üblichen Geschwindigkeiten zehren die Batterie dagegen im Schnellgang aus. Schon für die Richtgeschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde braucht ein Pkw bis zu 30 Kilowatt Antriebsleistung. Diese dauerhaft aus dem Akku zu ziehen ist eine Tortur für die Batteriezellen. (…) Die Akkus der großen Tesla-Modelle verfügen zwar über 100 Kilowattstunden Speicherkapazität. In akzeptabler Zeit lassen sich Lithium-Zellen aber nur zu etwa 80 Prozent füllen. Ohne zu großen Nervenkitzel nutzbar bleiben höchstens 75 Kilowattstunden. Bei zügigem Reisetempo dürften also bestenfalls 300 Kilometer zwischen zwei Steckdosen liegen.“42

(2): Grüner Zauber. Schnellere Ladezeiten sind nur mit Schnellladestationen möglich: Die Schnellladung geht aber wiederum zu Lasten der Lebensdauer der Batterien. „Doch spätestens mit dieser Blitzbetankung wird sich die ökologische Gretchenfrage der batterieelektrischen Verkehrswende mit Nachdruck stellen: Wie grün ist der ganze Zauber eigentlich? Die Wahrheit ist ebenso simpel wie unbequem: Wer sauber sein will, fährt besser Bahn. Motorisierter Individualverkehr ist Energieverschwendung, auch ohne Benzin und Diesel. Ein Rechenbeispiel: 28 Starkstrom-Tanker à la Tesla an den künftigen 350-kW-Säulen würden das Stromnetz so stark belasten wie ein ICE mit 830 Passagieren bei voller Fahrt.43

Tesla deckt jetzt Dächer. Tesla entwickelt eigene Dachziegel für Solaranlagen mit integrierten und unsichtbaren Photovoltaik-Flächen. „Der Kunde kann unter anderem wählen zwischen grauer ‚Schiefer-Optik‘ und rotem ‚Toskana-Stil‘. Lieferbar ‚ab 2018‘. Wer schon immer eine Solaranlage auf seinem Dach haben wollte, die man nicht sieht, kann jetzt vorbestellen. Gegen Vorauszahlung natürlich – auch das kennt man bei Tesla: 930 Euro für die Dachziegel, 450 Euro für die Hausbatterie.“44

Energiedichte der Tesla-Zellen. „Schon früh wurde bekannt, dass Tesla mit den 2170er-Zellen auf ein neues Format setzt, seit einigen Tagen gibt es neue – wenn auch noch inoffizielle – Details. Die neuen Zellen besitzen im Unterschied zu den bisher verbauten Zellen im Model S und Model X einen Durchmesser von 21 Millimeter und eine Länge von 70 Millimetern. Bisher verbaute Tesla handelsübliche 18650er-Zellen mit einem Durchmesser von 18 Millimetern und einer Länge von 65 Millimetern – ähnlich den Zellen, die in dieser Bauweise auch in Notebooks und anderen technischen Geräten eingesetzt werden. Interessant bei solchen signifikanten Veränderungen ist die Frage, ob damit neben der reinen Veränderung der Form auch wesentlich wichtigere Verbesserungen stattfinden, z. B. hinsichtlich der Energiedichte. (…) Das in einem Tesla Model 3 verbaute Akku-Pack mit einer Standard-Kapazität von 50 kWh besteht aus 2976 einzelnen 2170er-Zellen, die zu sogenannten ‚Bricks‘ von je 31 Zellen gebündelt werden. Diese Bricks befinden sich in vier voneinander getrennten Modulen, wobei die zwei äußeren Module je 23 Bricks und die zwei inneren Module je 25 Bricks beherbergen. In den momentan verbauten ‚Long Range‘ Batterien mit 74kWh befinden sich hingegen 4416 Zellen, die zu Bricks mit je 46 Zellen zusammengefasst werden. (…) Durch das größere Zellformat konnte Tesla die Zahl der einzelnen Zellen erheblich reduzieren, jede von ihnen kann nun mehr Energie speichern. In einem Tesla Model S oder Tesla Model X mit 100 kWh befinden sich zwar nur – vergleichbar mit den o. e. ‚Bricks‘ – 16 Batteriemodule, diese beherbergen allerdings je 516 Zellen. Ein Elektroauto mit dieser Gesamtkapazität bringt es also auf 8256 einzelne 18650er-Zellen.“45

Akkus und Kälte. Bei Kälte müssen die Akkus vorgeheizt werden: Dafür gibt es in Model S und Model X ein eigenes Heizsystem. Das Model 3 hat kein Heizsystem, sondern wird über die Wärme des Antriebssystems beheizt. „Die Software des Fahrzeugs sendet bei entsprechend niedrigen Temperaturen ein Signal an den Elektromotor, der dann auch im Parkzustand – und dementsprechend ohne Drehmoment, selbstverständlich – die benötigte Energie und Wärme produziert. Elementar dürfte sein, dass sich die Akkuzellen auch selbst und gegenseitig erwärmen, während sie den Strom für den Elektromotor liefern. Inwieweit dieses Prinzip Auswirkungen auf die Kapazität und Reichweite des Model 3 bei konstant kälteren Temperaturen hat, wird man messen müssen. Vermutlich werden die Ingenieure einen Kompromiss angepeilt haben, der die vergleichbaren Nachteile viel zu kalter Akkuzellen adäquat ausgleicht.“45

Alterung der Batterien. „Eine vollständige Ent- und Aufladung von Lithium-Ionen-Batterien gilt als eine der Hauptursachen für eine schnelle Alterung der Batterien, inklusive dem schleichenden Verlust der Aufnahmekapazität.“45
Von daher bewegt sich die Nutzerbandbreite der Akkus von etwa 20 bis 80 Prozent.

3. Quartal 2017: Tesla wieder im Minus. Das Model 3 hat eine niedrige Auslieferung als geplant, die Gigafactory läuft mit Pannen, und die Karosseriefabrik klemmt. „Unter dem Strich fiel in den drei Monaten bis Ende September ein Verlust in Höhe von 619 Millionen Dollar an. Der höchste Fehlbetrag, den Tesla seinen Aktionären bislang in einem Quartal zugemutet hat. Die Quittung: Am Donnerstagmorgen begann der Handel für die Tesla-Aktie sechs Prozent unter dem Wert des Vorabends.“46 Ein Grund für den stockenden Anlauf des Model 3 ist der Verzicht auf den Testlauf mit einer Nullserie. „Etablierte Autobauer wie Daimler, BMW oder Audi haben solche Produktionsabläufe über Jahrzehnte perfektioniert. Und nehmen sich doch bei jedem neuen Modell Monate Zeit, um die Abläufe zu testen. Das Team von Musk muss dagegen nicht nur mit weitaus weniger Spezialisten, sondern auch ohne einen solchen Vorlauf auskommen. Es wäre reine Glückssache, verliefe unter solchen Bedingungen alles reibungslos.“46

Tesla und die Hoffnung. Der Börsenkurs von Tesla lässt nur noch staunen. „Im Sommer wurde der US-Konzern teilweise höher bewertet als General Motors oder BMW. Eine gewagte Wette auf die Zukunft, denn Tesla verkaufte im vergangenen Jahr weniger als 80.000 Autos, BMW hingegen zwei Millionen. Und während BMW fast zehn Milliarden Euro Gewinn erzielt hat, macht Tesla derzeit sechs Millionen Euro Verlust – pro Tag. (…) Allein im ersten Halbjahr verbrannte Tesla mehr als zwei Milliarden Dollar, ohne dass die Aktie dramatisch eingebrochen wäre oder irgendwer Musks Rücktritt gefordert hätte.“31

Keine Prämie für Tesla-Fahrer. Die Prämie für Elektroauto-Käufer in Deutschland aus dem Jahr 2016 sah 4.000 Euro für reine Elektroauto und 3.000 Euro für Hybridautos vor, wovon Staat und Autoindustrie jeweils die Hälfte zahlten. Die Kappungsgrenze lag bei Elektroautos über 60.000 Euro. Damit sollten wohl auch die teuren Tesla-Modelle von der Subventionierung ausgeschlossen werden. Aber Tesla bot daraufhin ein Modell an, das die Förderbedingungen erfüllte. „Ein recht nacktes Auto verkaufen die Amerikaner seitdem, ohne die üblichen Annehmlichkeiten. Navi, Rückfahrkamera, Spurhalteassistent oder Parksensoren fehlen dem ‚Model S Base‘. Für 13.101 Euro lässt sich dies als Komfortpaket dazu buchen. Ein geschickter Schachzug, um die Förderung doch einzustreichen: 834-mal hat das zuständige Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (Bafa) mittlerweile Tesla-Käufern den Zuschuss bewilligt. Doch damit ist nun Schluss. Das Model S ist am Freitag von der Liste der förderfähigen Modelle geflogen. Der Grund sei, dass das Auto nur mit dem zusätzlichen Komfortpaket zu kaufen sei, erklärte das Bafa; seit dem Sommer habe man das Kaufprozedere überprüft. Das Amt untersucht nun, ob der Staatsanteil an den bereits ausgezahlten Prämien zurückgefordert wird.“47

2018

Neues von Teslas SolarCity. Der Nachrichtenkanal Bloomberg meldete im Januar 2018, dass die Tesla-Tochter SolarCity die Serienproduktion der Dachziegel in Buffalo im US-Bundesstaat Washington gestartet hat: der Quadratmeterpreis liegt bei umgerechnet 200 Euro. Bis Ende 2018 sollen die Dachziegel schon ausverkauft sein.
Die Solarziegel aus gehärtetem Glas mit Solarzellen von Panasonic gibt es in den vier Varianten „strukturiert“, „glatt“, „Toskana-Stil“ und „Schiefer-Optik“. Sie sind von der Ferne aus nicht von normalen Dachziegeln zu unterscheiden. „Dennoch sind sie dank einer von 3M speziell für Tesla entwickelten Beschichtung durchlässig für die Sonneneinstrahlung. Die Effizienz liegt bei 98 Prozent – im Vergleich zu den 100 Prozent eines herkömmlichen Solarmoduls. Dabei sollen die Tesla-Ziegel dreimal so robust wie normale Ziegel sein.“48

Teslas Raumfahrt-Erfolg. Falcon Heavy ist die derzeit stärkste Rakete weltweit. Laut Musk hat die Entwicklung eine halbe Milliarde Dollar gekostet. Das neue Konzept von SpaceX ist vor allem die Wiederverwendbarkeit. „Die beiden seitlichen Booster der Falcon Heavy trennten sich hingegen in gut 60 Kilometern Höhe vom Rest der Rakete, drehten sich um 180 Grad, zündeten nochmals ihre Triebwerke und landeten acht Minuten und sechs Sekunden nach dem Start elegant in Cape Canaveral. (…) Lediglich die zentrale Raketenstufe, die für den Einsatz bei der Falcon Heavy technisch leicht umgebaut werden musste, schaffte es am Dienstag nicht, wie geplant auf einer Plattform im Ozean zu landen. Offenbar zündete nur eines von drei benötigten Bremstriebwerken. Die Stufe raste mit fast 500 Kilometern pro Stunde in den Atlantik.“49 SpaceX arbeitet bereits an der nächstgrößeren Rakete mit bis zu 150 Tonnen Nutzlast, die auch für die von Musk beschworenen Marsflüge zum Einsatz kommen soll.49

Der Miese-Macher. Tesla erhöhte den Verlust im 4. Quartal 2017 von 121 Millionen Dollar auf 675 Millionen aus; für das Jahr 2017 ergab sich ein Gesamtverlust von zwei Milliarden Dollar. „So tief in den roten Zahlen war Tesla noch nie. Erheblichen Anteil daran hat das Model 3. Ausgerechnet das Fahrzeug also, das Tesla zu einem profitablen Autohersteller machen soll. Es kostet mit einem Einstiegspreis von 35.000 Dollar weit weniger als die Modelle S und X und gilt darum als massentauglich. Seit Monaten aber schafft es das Unternehmen nicht, das Model 3 in nennenswerter Stückzahl herzustellen. Im vergangenen Quartal konnte Tesla insgesamt nur 1542 Fahrzeuge des Model 3 ausliefern.
Ursprünglich waren wöchentlich 5000 Exemplare produzieren – pro Woche.“50
Tesla verkaufte 2017 über 100 .000 Fahrzeuge, machte fast zwölf Milliarden Dollar Umsatz, das ist eine Steigerung um 55 Prozent. Die Börse reagierte wiederum ruhig: „Weil in den letzten drei Monaten zudem trotz des hohen Verlusts mit 277 Millionen Dollar weit weniger Kapital verbrannt wurde als in den Quartalen zuvor, verfügt das Unternehmen immer noch über Barreserven von 3,4 Milliarden Dollar. Entsprechend harmlos blieb die Reaktion an der Börse auf die Verlustmeldung: Die Tesla-Aktie gab nach Veröffentlichung der Zahlen kaum nach.“50

Fallen die Steuererleichterungen für Tesla weg? Rekord-Verlust 2018, Weggang des Vertriebschefs, Lieferverzögerungen beim Model 3 – und dann noch Probleme mit den staatlichen Subventionen für Elektroautos. „Wer sich derzeit in den USA ein Elektroauto kauft, wird steuerlich bis zu 7500 Dollar entlastet. Das gilt so lange, bis ein Hersteller 200.000 Autos verkauft hat. Tesla sollte dies in diesem Jahr erreichen. Die Frage lautet: Ist der Tesla-Model-3 auch dann noch attraktiv, wenn es keine Steuererleichterung mehr gibt? Andere Hersteller wie Kia oder Hyundai wollen noch in diesem Jahr Elektroautos in der Model-3-Preisklasse auf den Markt bringen, andere wie Volvo und GM Anfang kommenden Jahres.“51

Rückruf von Model S. Beim Modell 3 gibt es nicht nur Lieferverzögerungen, sondern auch schon einen Rückruf von 123.000 Fahrzeugen wegen Rostbildung an den Servolenkungsschrauben. Die Tesla-Aktie verlor 3,5 Prozent. „Die Schrauben stammen vom deutschen Zulieferer Bosch. Demnach habe der Hersteller festgestellt, dass es in Regionen, in denen auf Straßen gegen Schnee und Eis viel Salz gestreut wird, zu starker Korrosion bestimmter Schrauben kommen könne, die zu einer Beeinträchtigung der Servolenkung führe.“52

Arbeitsparadies Tesla? Die Fließbandarbeiter bei Tesla stehen bis zu zwölf Stunden am Band. Aus Angst vor einer Kündigung werden Gesundheitsschäden oft verschwiegen.
„Ein Grund ist: Obwohl die Autoindustrie mit der UAW eine starke Gewerkschaft hat, ist Tesla bisher nicht durch sie organisiert. Der Stundenlohn liegt mit anfangs 19 Dollar weit unter dem Durchschnitt der Autohersteller in den USA. (…) Monotone Fließbandarbeit ist eher die Regel in der Autoindustrie. Nur ist Tesla im 20. Jahrhundert stehen geblieben. ‚In einer heutigen Autofabrik wechseln die Mitarbeiter alle paar Stunden ihren Arbeitsplatz, damit sie nicht zu einseitig belastet werden. Bei Tesla passiert das einfach nicht‘, sagt eine frühere Führungskraft.“53
Ein Artikel in der Zeit berichtet von chaotischen Zuständen: gefährlichen Gegenständen, rasende Gabelstapler, Mitarbeiter, die in ihr Smartphone tippen, fehlende Schutzvorrichtungen… „Wer nicht gut genug zu sein scheint, fliegt. Fluktuation hält alle auf Trab. Es ist eine Kultur, die im Silicon Valley durchaus vertraut ist. Aber kann man damit Autos in Massen fertigen? Als die Mitarbeiter einmal tagelang in 12-Stunden-Schichten antraten, konnten sie sich kaum erholen.“53

Verrückte Tesla-Welt (1). Mit Rekordverlust Erwartungen übertroffen. Im 1. Quartal 2018 meldete Tesla Fortschritte bei der Auslieferung des Model 3 – und einen Rekordverlust von über 709 Millionen Dollar gegenüber 330,3 Millionen Dollar im Jahr 2016. „Der Umsatz wuchs um 26 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Damit übertrafen die Ergebnisse die Prognosen der Analysten. Die Aktie stieg nachbörslich in einer ersten Reaktion um knapp zwei Prozent.“54

Verrückte Tesla-Welt (2): Anfang Mai 2018 war Elon Musk war schlecht gelaunt bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Diese hatten Fragen zum Model 3 und der Zahl der Sonderausstattungs-Besteller und damit zur Gewinnerwartung. Musk: „Diese Fragen sind so trocken. Die machen mich fertig.“55 – „Ein anderer Analyst fragte nach dem Kapitalbedarf, bevor er von Musk unterbrochen wurde. Die Aktie brach daraufhin ein. Der Marktwert von Tesla ging in kurzer Zeit um mehr als zwei Milliarden Dollar zurück.“55

Musk strukturiert um. Bedingt durch die Krise bei Tesla mit dem Rekordverlust von 710 Millionen Dollar im Jahr 2017 kündigte Elon Musk an, den Konzern umzubauen. „Musk hatte kürzlich Fehler bei der Produktion des Model 3 eingestanden. So setzte er bei der Produktion zu stark auf Automatisierung, was zu Verzögerungen führte. Bis Ende Juni will Tesla wöchentlich 5000 Model 3 vom Band laufen lassen. In der zweiten Jahreshälfte sollen damit Gewinne erwirtschaftet werden.“56

Fertigungsstopp bei Model 3? Für Ende Mai 2018 wurden Verbesserungen beim Produktionsprozess des Model 3 im Werk Fremont angekündigt. „Der US-Konzern will die Produktion des wichtigen Fahrzeugmodells bis zur Jahresmitte auf 5000 Stück pro Woche steigern. Ende März rollten etwas mehr als 2000 Fahrzeuge von den Bändern. Mit dem Model 3 will Tesla den Aufstieg von einem Nischenanbieter zu einem Massenhersteller von Elektroautos schaffen.“57

Tesla-Fabrik in China. Der Verkaufsdirektor von Tesla, Robin Ren, kündigte im Juni 2018 Gespräche von Tesla mit den chinesischen Behörden über die schön seit Längerem geplante Fabrik in der Nähe von Shanghai an. „Im vergangenen Jahr wurden in der Volksrepublik 777.000 Elektrofahrzeuge verkauft, so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt. Auch Tesla profitiert davon. 15 Prozent der Tesla-Produktion werden bereits in China verkauft, obwohl kräftige Importzölle anfallen. Derzeit beträgt der Aufschlag 25 Prozent, ab dem 1. Juli sind es immerhin noch 15 Prozent. Mit einem eigenen Werk fallen diese Kosten weg.“58

Tesla entlässt neun Prozent der Belegschaft. Nach Musks Ankündigung einer Umstrukturierung von Tesla im Mai 2018 informierte er Mitte Juni 2018, dass Tesla neun Prozent der Belegschaft (rund 4100 Mitarbeiter) entlassen wird – obwohl Tesla seit Anfang 2018 etwa 8000 neue Arbeitsplätze geschaffen und derzeit weltweit 46.000 Beschäftigte hat. „Es sei über die Jahre mit sehr schnellem Wachstum zu Doppelbesetzungen gekommen, schrieb Musk in einer internen Mitteilung an alle Mitarbeiter, die er später bei Twitter veröffentlichte. (…) Investoren erhöhen seit einer Weile den Druck auf Musk und wollten vor Kurzem sogar versuchen, ihn eines seiner Ämter zu entheben, momentan ist er Vorstandschef und Chairman, eine Art Aufsichtsratschef.“59

Neues von SolarCity. Die Entlassungswelle trifft auch die Tesla-Tochter SolarCity; auch hier sollen neun Prozent der Belegschaft gehen. „Von den Sparmaßnahmen ist Insidern zufolge auch die Solartochter betroffen. Dort sollen von etwa 60 Filialen bis zu 14 geschlossen werden, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Tesla-Dokumente und Insider. Tesla hatte vor zwei Jahren die damalige Firma SolarCity für 2,6 Milliarden Dollar übernommen. Das Geschäft war unter Experten umstritten.“60

2003 bis 2018: Tesla wird 15. Ein Spiegel-Artikel würdigt den Werdegang von Tesla anlässlich des 15-jährigen Bestehens. Am Anfang hätten die Autokonzerne nur über Tesla und Elon Musk gelacht. „Doch mit Tesla nahm eine Bewegung Fahrt auf, welche die PS-Branche in ihren Grundfesten erschütterte und den Markt nachhaltig verändert hat – so viel lässt sich bereits sagen.“61 Tesla begann 2008 mit dem auf elektrisch umgebauten Lotus Elise (Tesla Roadster) mit Lithium-Ionen-Batterien. „Die mittlerweile erhältlichen Serienfahrzeuge Model S oder Model X schwimmen so selbstverständlich im Verkehr mit wie eine Mercedes S-Klasse oder ein BMW X5. (…) Statt miefige Autohäuser, bezog Tesla coole Stores in zentraler Lage und verteilt kostenlosen Treibstoff an den Superchargern, den eigenen Ladesäulen – das habe sich vorher noch kein anderer Hersteller getraut. Vielleicht braucht es für solche einschneidenden Veränderungen einen Hauch von Größenwahn, wie ihn Firmenchef Elon Musk zu besitzen scheint.“61 Aber Verzögerungen bei Model S, Model X und Model 3 brachten Tesla in Schwierigkeiten. Die ursprünglich angepeilte Produktionszahl von 5000 Model 3 pro Woche wurde erst Ende Juni 2018 erreicht. „Kein Wunder, dass potenzielle Kunden die Lieferverzögerung ihres Model 3 nicht mehr hinnehmen wollten. Viele der 400.000 registrierten Kunden verlangen angeblich ihre Anzahlung zurück.“61

Tesla teurer in China. Im Gefolge des Handelsstreits von den USA und China erhöhte Tesla Mitte 2018 die Preise für Model X und Model S um über 20.000 Dollar. „Demnach stiegen die Preise je nach Version der Elektroautos über das Wochenende um 150.000 bis 250.000 Yuan (22.600 bis 37.600 Dollar.“62 Damit sind die Teslas 70 Prozent teurer als in den USA.63

Teslas aus Shanghai. Tesla wird die Elektroauto-Fabrik bei Shanghai bauen, teilte die Stadtverwaltung von Shanghai in Anwesenheit von Elin Musk am 10.7.2018 mit. Dort sollen jährlich 500.000 Elektroautos produziert werden. Damit entfallen für die in China produzierten Elektroautos die 25 Prozent Einfuhrzoll. „China ist ein großer und heiß umkämpfter Markt für Elektrofahrzeuge mit vielen einheimischen Herstellern. Dieses Jahr sollen eine Million Autos mit Elektroantrieb verkauft werden, im Jahr 2025 sollen es sieben Millionen sein. Eine Produktion in China würde Tesla konkurrenzfähiger machen; die Firma verkaufte im vergangenen Jahr 15.000 Wagen.“64

Tesla und die Börse. Das Tesla Model 3 war Ende Juni zum ersten Mal beim geplanten Produktionsziel von 5000 Fahrzeugen pro Woche. „Was passierte also mit der Tesla-Aktie? Sie rutschte in den Folgetagen ab. Von Anfang Juli bis heute, also binnen zweier Handelswochen, verzeichnet das Tesla-Papier einen Verlust von mehr als 7 Prozent. Während die Technologiebörse Nasdaq erst in dieser Woche ein Rekordhoch erreichte, baute der einstige Börsenliebling Tesla gegen den Markttrend seine Kursverluste seit Mitte Juni auf 15 Prozent aus – und fiel bis auf 315 US-Dollar zurück. (…) Jetzt meldet sich erstmals ein Tesla-Großaktionär zu Wort. ‚Wir unterstützen ihn sehr, aber wir würden uns jetzt etwas Ruhe und Arbeit wünschen‘, sagte James Anderson in dieser Woche in einem Interview mit der US-Nachrichtenplattform Bloomberg. Anderson ist Partner und Portfoliomanager bei der britischen Investmentgesellschaft Baillie Gifford & Co., die 12,8 Millionen Tesla-Aktien im Wert von vier Milliarden Dollar hält. Baillie Gifford ist damit laut Bloomberg der viertgrößte Aktionär des Unternehmens.“65

Teslas Existenz. Im Juli 2018 erzählte Elon Musk, dass er dreimal die Zukunft von Tesla aufs Spiel gesetzt habe. Das erste Mal bei der Entwicklung des Roadsters, dann bei der Ausweitung des teuren Model S von 600 auf 20.000 Stück pro Jahr und das dritte Mal mit dem Model 3, „das mit Preisen ab 29.000 Euro den Einstieg in die Massenproduktion bringen soll. ‚Im Prinzip glaube ich, dass Model 3 das letzte Mal war, dass das Unternehmen der Einsatz war‘, verspricht Musk. Manch einer allerdings bezweifelt, dass Musk der Richtige ist, um Tesla auf Kurs zu halten. Das Wall Street Journal empfiehlt dem Unternehmen gar, GM-Chefin Mary Barra abzuwerben. ‚Tesla braucht jemanden, der Erfahrung darin hat, einen Industriekonzern durch Krisen zu steuern und auf dramatische Veränderungen vorzubereiten‘, glaubt der Auto-Chefkorrespondent der Zeitung.“66

Keine E-Prämie für Tesla-S-Kunden? 800 Käufer des Tesla-S-Models, die vor dem 6.3.2018 ihren Tesla gekauft haben, müssen in Deutschland die gewährte Elektroauto-Prämie von je 2000 Euro zurückzahlen. Dazu werden noch 250 Anträge abgelehnt. „Hintergrund der zurückgeforderten Prämie ist ein Konflikt zwischen der Behörde und dem US-Autohersteller. Dessen Modell S ist in der üblichen Luxusvariante zu teuer, um die E-Prämie zu gewähren. Das Bafa (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle; WZ) sieht vor, den Bonus nur für lieferbare Wagen bis zu einem Netto-Listenpreis von maximal 60.000 Euro zu vergeben. Tesla hatte auch zunächst zugesagt, das Auto ohne ‚Komfort-Paket‘ anzubieten und damit diese Preisgrenze einzuhalten. Tatsächlich traf das aber nicht zu, die Basisversion war laut Bafa nicht am Markt erhältlich. Im vergangenen Herbst hatte das Bundesamt das Modell deshalb von der Liste der förderberechtigten Autos genommen.“67

Tesla verklagt Deutschland. Gegen die obige Bafa-Entscheidung hat Tesla Klage gegen Deutschland Klage vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt eingereicht. „Tesla werde die Unkosten der Kunden zunächst übernehmen und die Prämien erstatten. (…) Tesla wies die Darstellung der Behörde zurück. Das Grundmodel S sei in Deutschland jederzeit für jeden Käufer lieferbar gewesen – und zwar unterhalb der erforderlichen Preisobergrenze, sagte die Sprecherin. Sie warf der deutschen Regierung vor, diese Obergrenze ‚absichtlich‘ so angesetzt zu haben, dass möglichst viele Tesla-Autos von der Umweltprämie ausgeschlossen blieben.“68

Tesla bettelt Lieferanten an. Das Wall Street Journal berichtete, dass Tesla von seinen Zulieferern Geld zurückfordere. Tesla möchte rückwirkende Rabatte als „Investition“, um Tesla profitabel zu gestalten. „Der Zulieferer-Experte Dennis Virag bezeichnete dieses Vorgehen im Wall Street Journal allerdings als ‚einfach aberwitzig‘. Es zeige, ‚dass Tesla verzweifelt ist‘. Es komme zwar vor, von Zulieferern während eines laufenden Vertrags Preisnachlässe zu fordern. Völlig unüblich sei es jedoch, Erstattungen nach Abschluss einer Leistung zu verlangen.“69 Nach dem Bericht des Wall Street Journal fiel die Tesla-Aktie am 23.7.2018 um bis zu vier Prozent. Hohe Verluste und Probleme mit dem Model 3 dürften Tesla zu diesem ungewöhnlichen Schritt bewogen haben.

Hyper-Looping. Die von Elon Musk 2013 gegründete Hyperloop-Gesellschaft soll in der 60.000-Einwohner-Stadt Cupertino in Kalifornien eine erste Strecke bauen, um den Pendlerverkehr zu entlasten. Hier ist der Sitz u. a. von den IT-Konzernen Apple, Seagate, Trend Micro und vieler Start-ups.70
„Der Hyperloop ist ein neuartiger Zug, der mit bis zu 1223 Kilometern pro Stunde fahren soll. Durch Pumpen wird in einem geschlossenen Tunnel ein Vakuum erzeugt. Dadurch sinkt der Luftwiderstand, und der Zug kann mit wenig Energieaufwand sehr schnell Fahrt aufnehmen. Die Kapseln schweben und werden elektromagnetisch angetrieben und abgebremst. (…) Kritiker zweifeln teils an der Machbarkeit der Hyperloops. Um die rund 20 Tonnen schweren Kapseln auf nahezu Schallgeschwindigkeit zu beschleunigen, müssten in der Röhre Druckverhältnisse wie im Weltall herrschen.“70

Tesla zahlt kräftig drauf. Während Ferrari im ersten Halbjahr 2018 einen Betriebsgewinn pro verkauftem Auto von 69.000 Euro machte, sah es bei Tesla anders aus: Tesla machte laut einer Studie des Duisburger Wirtschaftsprofessors Ferdinand Dudenhöffer mit jedem verkauften E-Auto 11.000 Euro Verlust.71

Neue Milliarden für Tesla. Nach dem chinesischen Internet-Konzern Tencent wurde im August 2018 bekannt, dass Saudi-Arabiens Staatsfonds PIF zwischen drei bis fünf Prozent an Tesla halte, wie die Financial Times berichtete. „Weder der Autobauer noch der Staatsfonds äußerten sich bislang zu dem Bericht. (…) Kurz nach Bekanntwerden des saudischen Investments sorgte ein Tweet für Aufregung, der über den offiziellen Twitter-Account von Elon Musk abgesetzt wurde. Er erwäge, schreibt der Firmenchef, Tesla von der Börse zu nehmen – zu einem Preis von 420 Dollar pro Aktie. Die Finanzierung sei gesichert, schrieb Musk weiter. Das wäre ein Aufschlag von 22,8 Prozent zum Schlusskurs der Aktie am Montag von knapp 342 Dollar. Am Dienstag stieg der Kurs nach den neuen Entwicklungen zeitweise um mehr als acht Prozent und pendelte sich dann bei rund 363 Dollar ein, knapp sechs Prozent im Plus.“72

Musk kann auch twittern. „Was Donald Trump kann, kann Elon Musk schon lange. Mit einem einzigen, ebenso kurzen wie kryptischen Tweet schockierte der Tech-Milliardär die Wall Street – so wie der US-Präsident mit seinen Tweets gerne die Politik aufmischt. ‚Erwäge Tesla für 420 Dollar zu privatisieren‘, schrieb der Vorstandschef des US-Elektroautoherstellers am Dienstag an seine 22,3 Millionen Twitter-Follower. ‚Finanzierung gesichert.‘ Daraufhin folgte eine halbe Stunde lang nichts mehr.“73
Marc Pitzke stellte im Spiegel drei Fragen: „Erstens: Geht das? Musk kann Tesla nicht einfach so ‚privatisieren‘, also auf eigene Faust von der Börse nehmen, er bräuchte die Zustimmung der Aktionäre – darunter zwei Investmentfirmen und neuerdings der saudi-arabische Staatsfonds.
Zweitens: Ist so ein Tweet legal? ‚Wenn seine Äußerungen den Zweck hatten, den Aktienkurs zu bewegen, könnten sie Manipulation sein oder sogar Börsenbetrug‘, warnte Harvey Pitt, der Ex-Chef der Börsenaufsicht SEC, im Wirtschaftssender CNBC.
Drittens: Was bezweckt Musk? ‚Musk will keinen Aktienkonzern führen‘, vermutete der Tech-Analyst Gene Munster. ‚Er hat eine langfristige Mission für Tesla, was es erschwert, die Quartalserwartungen der Investoren zu erfüllen.‘ (…)
Musks Argumente sind aus seiner Sicht schlüssig. Mit einem Marktwert von fast 64 Milliarden Dollar ist Tesla wertvoller als alle anderen US-Autokonzerne – GM kommt auf 54 Milliarden, Ford auf 40 Milliarden und Fiat Chrysler auf 26 Milliarden Dollar.“73

Auch Kai Lange stellte in manager-magazin.de Fragen, u. a.: „Kann Musk Tesla überhaupt im Alleingang von der Börse nehmen? – Nein. Musk als größtem Einzelaktionär gehören rund 20 Prozent von Tesla. Er braucht für ein Delisting die Zustimmung der Mehrheit der Aktionäre. Rund 63 Prozent der Aktien werden von institutionellen Investoren gehalten, darunter die Investmentfonds Fidelity, Baillie Gifford, T. Rowe Price Associates und neuerdings wohl auch der saudische Staatsfonds PIF. Der Rest der Tesla-Aktien ist in Besitz privater Aktionäre. Vor einer Entscheidung über eine Privatisierung muss zudem das Tesla-Board (dem Verwaltungsrat gehören außer dem für seine einsamen Entscheidungen bekannten Musk noch sieben weitere Personen an) ein unabhängiges Komitee einsetzen, das ein solches Vorhaben gründlich prüft und entscheidet, ob der von Musk aufgerufene Preis von 420 Dollar je Aktie korrekt ermittelt und im Interesse des Unternehmens ist. Erst dann könnte über ein Buy-out des aktuell rund 65 Milliarden Dollar schweren Unternehmens entschieden werden – es wäre die größte Privatisierung der Börsengeschichte.“74
Und zu Musks Behauptung der gesicherten Finanzierung: Woher soll Musk bei einem angedeuteten Kurs von 420 Dollar pro Aktie die nötigen 82 Milliarden Dollar herbekommen? Bei Abzug seiner eigenen 20 Prozent müsste er immer noch 60 Milliarden aufbringen. „Liefert Musk keinen Nachweis über die Finanzierung, läuft er Gefahr, wegen Kursmanipulation verklagt zu werden und Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC zu bekommen. In seinem Tweet hat Musk einen konkreten Kaufpreis von 420 Dollar je Aktie genannt und damit den Kurs von Tesla an der Nasdaq binnen weniger Stunden um 11 Prozent in die Höhe schießen lassen. Short-Seller, die auf sinkende Kurse bei dem hoch verschuldeten Elektroautobauer wetten, verloren am Dienstagabend mehrere Milliarden Dollar. Diese Investoren dürften klagen, sollte Musk nicht schleunigst Belege für seinen stark kursbewegenden Tweet liefern.“74 Und laut Analyst Frank Schwope von der Nord LB ist die Tesla-Aktie nicht 420 Dollar wert, sondern nur etwa die Hälfte.75
Aus einem Kommentar von Caspar Busse in der SZ: „Die Frage ist, wer künftig den Aufstieg Teslas finanzieren soll, wenn die Firma nicht mehr an der Börse ist. Denn bislang haben die Aktionäre immer neues Geld bereitgestellt. Die Wahrheit ist nämlich: Tesla verdient kein Geld, sondern macht bislang nur Verluste.“76

Tesla-Aktie ausgesetzt. „Die Aktie wurde bei einem Kurs von 367 Dollar ausgesetzt, also deutlich unter dem angeblichen Rückkaufpreis von 420 Dollar. Tesla ist nach dem Kursanstieg etwa 60 Milliarden Dollar an der Börse wert, das ist ungefähr so viel wie der deutlich größere Konkurrent BMW aus München. (…) Dabei machte Tesla zuletzt hohe Verluste, allein im zweiten Quartal von 718 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg um 40 Prozent auf vier Milliarden Dollar.“77 Die US-Börsenaufsicht SEC ermittelte und prüfte Musks Absicht umgehend. Tesla hätte vorher die Investoren informieren müssen, dass ein börsenrelevanter Tweet von Musk zu erwarten ist.78

Zwei Investoren-Klagen gegen Tesla. Die Ankündigung von Elon Musk, Tesla von der Börse zu nehmen, führte zu zwei Klagen am 10.8.2018 bei einem Bundesgericht in San Francisco. Der ersten Klage zufolge sollten Leerverkäufer von Tesla-Aktionen dezimiert werden; in der zweiten Klage wurde Musk und Tesla vorgeworfen, den Kurs künstlich hochzutreiben.79
Claas Tatje berichtete in der Zeit von inzwischen drei Sammelklagen bei US-Gerichte gegen Tesla – und dass der Aktienkurs von Tesla Stunden nach dem Tweet von Musk um über 45 auf fast 390 Dollar angestiegen sei.80
Ein amerikanischer Leerverkäufer hätte mit 3000 Aktien auf den Tesla-Absturz gewettet und danach über seine Anwälte eine Sammelklage initiiert. Außerdem könnte es noch einen Grund für den Tweet geben: Für Tesla wird im März 2019 eine 920-Millionen-Dollar-Anleihe fällig. Wenn der Aktienkurs unter 360 Dollar liegt, dann muss Tesla die Geldgeber auszahlen. Liegt er darüber. kann Tesla entsprechend Aktien ausgeben.80

Musk muss vor die Börsenaufsicht. DIE SEC will Informationen zu einem möglichen Börsenrückzug von Tesla. Nach der Ankündigung von Musk, die Aktie für 420 Dollar aufzukaufen, stieg der Kurs um bis zu elf Prozent: Das könnte die SEC schon als Manipulation werten.81Musk erwähnte in diesem Zusammenhang gesundheitliche Probleme. Der Verwaltungsrat sucht angeblich einen Stellvertreter für Musk zur Entlastung.82

Saudischer Staatsfonds zur Konkurrenz? Tesla erwähnte bei der Andeutung des Börsenrückzugs den saudi-arabischen Staatsfonds als möglichen Geldgeber. Dieser soll sich aber nun am US-Hersteller Lucid Motors beteiligen. Eventuell investiert der Staatsfonds eine Milliarde Dollar und übernimmt die Mehrheit.83

Tesla-Börsenrückzug aufgegeben. Elon Musk hat drei Wochen nach seinem Tweet am 7.8.2018 erklärt, dass er Teslas Rückzug von der Börse aufgegeben hat.84

2019

Tesla produziert in China. Anfang Januar 2019 war Baubeginn für eine neue Tesla-Fabrik in Shanghai, wo die Modelle 3 und Y gebaut werden sollen. Elon Musk war persönlich anwesend. Die Baukosten gibt Tesla mit zwei Milliarden Dollar an, die Finanznachrichtenagentur Bloomberg mit fünf Milliarden Dollar. Bereits in diesem Jahr soll mit der Produktion begonnen werden; Produktionsziel sind 500.000 Elektroautos pro Jahr. Durch die Produktion in China macht sich Tesla unabhängig von Handelsstreit zwischen den USA und China.85

Tesla Model Y. Das Model Y ist ein Mini-SUV mit Allradantrieb, ein Crossover auf der Basis des Tesla Model 3. Die Reichweite soll bei 400 km liegen, der Preis zwischen 35.000 und 40.000 Dollar.86

Musk baut ab (1): SpaceX entlässt 10 Prozent. Die Raketenfirma SpaceX bietet ab 2023 Flüge zum Mond an, später geplant sind Flüge zum Mars. SpaceX arbeitet mit der Nasa und dem US-Militär zusammen und hat derzeit 6000 Beschäftigte und will zehn Prozent der Belegschaft entlassen. Weiter im Geschäft ist die Raketenfirma Blue Origin vom (vor seiner Scheidung) reichsten Mann der Welt, Jeff Bezos und Virgin Galactic von Milliardär Richard Branson.87

Musk baut ab (2): Tesla entlässt sieben Prozent. Nach Elon Musks Unternehmen SpaceX kommt nun auch bei Tesla eine Entlassungswelle. Im Oktober 2018 hatte Musk noch 45.000 Tesla-Beschäftigte angegeben; sieben Prozent Entlassungen wären 3150 Stellen. Musk schrieb: „Der Weg vor uns ist sehr schwierig. (…) Tesla wird diese Einschnitte machen müssen, während gleichzeitig die Model-3-Produktion hochgefahren wird und wir in der Herstellung in den nächsten Monaten noch vieles verbessern müssen.“88 Eine Begründung von Musk: Das als Massenprodukt geplante Tesla Model 3 soll billiger werden. Der Grundpreis liegt bei 35.000 Dollar – in den USA beginnt die Preisgestaltung erst bei 44.000 Dollar.89

Buchhalter gehen. Der Tesla-Chefbuchhalter Eric Branderiz hat am 7.3.2018 Tesla „aus persönlichen Gründen“ verlassen. Auch sein Nachfolger ist schon wieder weg: „Für weiteren Aufruhr bei dem Elektroauto-Pionier sorgt der Rücktritt von Chefbuchhalter Dave Morton. Er verlässt das Unternehmen nach nur einem Monat im Amt mit sofortiger Wirkung, teilte Tesla mit. Die Aktie des Unternehmens verlor im frühen Handel an der Wall Street fast zehn Prozent auf den tiefsten Stand seit Anfang April.“90 Dazu kündigte Personalchefin Gaby Toledano.91

Tesla hofiert Hacker. In Las Vegas fand im August die Sicherheitskonferenz Defcon statt. Elon Musk ermunterte Hacker, Sicherheitslücken bei Tesla zu finden und will Prämien ausschreiben. Musk will die Sicherheits-Software von Tesla als Open-Source-Software zur Verfügung stellen.92

US-Justizministerium ermittelt gegen Tesla. Wegen der Ankündigung von Musk, Tesla von der Börse zu nehmen, ermittelt die US-Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdacht. Tesla verwies auf seine Kooperation mit den Behörden.93

Tesla-Aktie bricht um zwölf Prozent ein. Die US-Börsenaufsicht SEC hat ein Gericht aufgefordert, Elon Musk als CEO von Tesla abzuberufen, da er mit seinem Tweet vom 7.8.2018 bezüglich der Rücknahme von Tesla von der Börse falsche Angaben gemacht zu haben. Daraufhin brach die Tesla-Aktie nachbörslich um zwölf Prozent ein.94 Sie notierte dann bei 272 Dollar.95 Die Anwälte von Musk hatten wohl einen Vergleich ausgeschlagen – dann veröffentlichte die SEC ihre Klage.96

Musk räumt einen Vorsitz. Die US-Börsenaufsicht SEC hat Musk gezwungen, den Vorsitz im Verwaltungsrat für mindestens drei Jahre abzugeben. Ein unabhängiger Vorsitzender wird Musk ersetzen, und in den Verwaltungsrat werden zwei neue Mitglieder einziehen. Er und Tesla müssen auch jeweils  20 Millionen Dollar zahlen, die durch den Tweet vom 7.8.2018 geschädigt wurden.97Musk bleibt aber CEO.98Musk setzte nach dem Vergleich mit der SEC einen Tweet ab, in dem er die SEC als „Shortseller Enrichment Comission“ bezeichnete.99

Tesla baut in China. Tesla hat 84 Hektar in Shanghai gekauft, um eine Fabrik für Elektroautos zu bauen. Durch den Wegfall des Joint-Venture-Zwangs kann Tesla die Firma zu 100 Prozent besitzen. Außerdem spart sich Tesla  die hohen chinesischen Einfuhrzölle von 15 Prozent, die durch den Handelsstreit mit den USA auf 40 Prozent gestiegen sind.100

Tesla scheitert vor Gericht. Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat einen Eilantrag von Tesla zurückgewiesen. Vom 30.11.2017 bis 5.3.2018 war das Tesla Model S von der Förderung für Elektroautos ausgeschlossen worden, da kein Model S unter der Kaufpreisgrenze von 60.000 Euro erhältlich war. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) informierte Mitte Juli 2018, dass es um 800 Anträge geht. Inzwischen ist das Model S wieder auf der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge: Es gibt 4000 Euro Elektroprämie.101

Drittes Quartal 2018 mit Gewinn. Tesla verbuchte 311,5 Millionen Dollar Gewinn im 3. Quartal 2018. Der Umsatz stieg – bedingt durch das Modell 3 mit wöchentlichen Produktionszahlen von 5300 – auf 6,8 Mrd. Dollar.102 Das Model 3 wurde in den USA zum meistverkauften Pkw-Modell (hierzu zählen natürlich die weitaus beliebteren Pick-ups und SUVs nicht).103

FBI ermittelt. Neuer Ärger für Tesla: Das FBI ermittelt gegen Tesla, ob falsche Angaben zum Model 3 gemacht wurden. Die Staatsanwaltschaft in San Francisco hat ihre strafrechtlichen Untersuchungen intensiviert.104

Neue Verwaltungsratspräsidentin. Robyn Denholm war bisher Finanzvorstand beim australischen Telekomkonzern Telstra und wird nach Ablauf der Kündigungszeit im Juni 2019 Chefin des Verwaltungsrates von Tesla. Elon Musk musste nach einem Rechtsstreit mit der SEC diesen Posten für drei Jahre räumen.105 Kommentar in der SZ: „Musk-Sitting ist ein Vollzeit-Job.“106

2019

Saudischer Staatsfonds sichert sich ab. Die Financial Times berichtete im September 2018, dass sich der saudiarabische Staatsfonds Public Investment Fonds (PIF) am 17.1.2018 bei einer Bank gegen einen Kursrückgang von Tesla abgesichert habe. Der Anteil von PIF ist unklar: Großinvestoren bei Tesla sind u. a. Elon Musk selbst (rund 20 Prozent), T. Rowe Price Group, Baillie Gifford und Fidelity.107

Tesla-Finanzchef geht. Elon Musk verkündete Ende Januar 2019, dass Tesla-Finanzvorstand Deepak Ahuja Tesla verlässt. Der Aktienkurs von Tesla, der gerade noch vier Prozent gewonnen hatte, ging nach dieser Mitteilung um fünf Prozent zurück.108

Tesla schickt drei Frachter voll Teslas nach China. Am 1.3.2019 wird die Frist im Handelsstreit zwischen den USA und China abgelaufen: Dann steigen die Zölle auf chinesische Importgüter auf 25 Prozent. Nun hat Tesla mindestens drei Riesenfrachter mit dem Model 3 von San Francisco nach China, die bis Ende Februar dort ankommen werden. Ende 2019 soll die Produktion in Teslas neuem Werk in Shanghai beginnen.109

Teslas nur noch im Internet. Elon Musk teilte am 1. März 2019 mit, dass Tesla Läden schließen und Mitarbeiter entlassen wird, um Kosten zu senken. Alle Verkaufsaktivitäten werden komplett ins Internet verlegt. „In den USA könne man einen Tesla binnen einer Minute auf dem Smartphone kaufen, weltweit soll das bald auch so werden.“110 Damit sollen Kosten gespart werden. Es entfallen auch Probefahrten; gleichzeitig wird es einfacher, die bis zu 1600 Kilometer gefahrenen neuen Teslas zurückzugeben. Das billigste Model 3 mit einer kleineren Batterie soll nun für 35.000 Dollar (30.780 Euro) vor Steuern verkauft werden. „Tesla startete die Auslieferung des Model 3 im Jahr 2017 zunächst mit einer hochgerüsteten teureren Version, deren Preis rund 70.000 Dollar erreichen konnte.“110 – Tesla hatte Ende 2018 Reserven von 3,7 Mrd. $ und Schulden von fünf Mrd. $. Weltweit gab es 378 Niederlassungen; in Deutschland waren es zwölf Tesla-Händler mit sieben Service-Stationen. Der „Auto-Online-Shop ist vor allem ein Mittel, um die Preissenkungen von durchschnittlich sechs Prozent zu finanzieren, die wiederum den Absatz steigern sollen.“111
Nachtrag: Tesla revidiert teilweise. Tesla kündigt an, bei besser ausgestatteten Modellen die Preise zu erhöhen und nur die Hälfte der Läden zu schließen. (Bislang soll jeder zehnte Tesla-Laden bereits geschlossen sein.) Auch Testfahrten sollen weiter möglich sein. Autos sollen aber nur noch online verkauft werden. Tesla hat in Deutschland derzeit zwölf Läden und sieben Servicecenter.112

Musk kündigt Model Y an. Elon Musk kündigte per Twitter Anfang März eine Präsentation des neuen kleinen Tesla-SUV Model Y für den 14.3.2019 an. Er basiert auf der Basis des Model 3 und übernimmt von ihm auch 75 Prozent der Komponenten. Der Preis für das Basismodell soll bei etwa 35.000 Dollar (30.800 Euro) liegen. „In der Shanghai Gigafactory in Ostchina sollen das Model 3 und das Model Y mit einer Jahreskapazität von 250.000 Fahrzeigen gebaut werden.“113 Das nächste Tesla-Modell soll ein in den USA so beliebter Pick-up-Truck werden.

Neue Milliarden für Tesla. Anfang Mai 2019 kündigte Tesla an, bis zu 2,7 Milliarden Euro von Anlegern einzusammeln. Es ist erstaunlich, dass sich immer noch jemand findet, der Tesla-Anleihen zeichnet: wo der Konzern nur äußerst selten mal in einem Quartal einen Gewinn ausweisen konnte. Der Analyst Frank Schwope von der Nord/LB äußerte zur Anleihepolitik von Elon Musk: „Seine Masche ist relativ einfach. Musk verspricht eine glänzende Zukunft und kaschiert damit, dass er die Gegenwart nicht im Griff hat.“114 Teslas Geschäftsmodell ist fragwürdig. 2018 verdoppelte sich – auch bedingt durch Model 3 – der Umsatz auf über 17 Milliarden Dollar – bei einem Verlust von über eine Milliarde Dollar. Tesla macht derzeit pro Tag 6,6 Millionen Euro Verlust.114

Tesla verdient Milliarden mit der fossilen Konkurrenz. Seit 2010 hat Tesla knapp zwei Milliarden Dollar Umsatz mit dem Verkauf von Emissionszertifikaten an General Motors (GM) und Fiat Chrysler gemacht. Das wurde 2019 durch Dokumente des US-Bundesstaates Delaware bekannt. Zum ersten Mal, so der Finanzdienst Bloomberg, wurde damit zugegeben, dass Autokonzerne mit Tesla ihre eigenen Abgase gegen Geld kompensieren: Die Abgase dicker SUVs und schwerer Boliden gegen Emissionszertifikate von Tesla: der reinste Ablasshandel.
„Vermutet wurden diese Geschäfte seit Langem. Erst im April berichtete die Financial Times von einem Kooperationsabkommen zwischen Fiat Chrysler und Tesla in Europa. Das Abkommen erlaubt es beiden Unternehmen, in der Bewertung der CO2-Emissionen wie ein einziger Konzern aufzutreten. Fiat Chrysler kann sich damit die schlechten Abgaswerte der eigenen Fahrzeugflotte schönrechnen. Und Tesla ließ sich den Deal mit Hunderten Millionen Euro gut bezahlen.“115 Das Emissionszertifikate-Modell soll auch in Europa ausgeweitet werden, wie Tesla-Finanzvorstand Zachary Kirkhorn äußerte: Zertifikatsverkäufe stellten künftig „einen bedeutenderen Teil des Tesla Geschäftes“ dar.115
Der Fiat Chrysler-Konzern umfasst neben Fiat und Chrysler Marken wie Alfa Romeo, Ram und Jeep: Er hat aber kein gängiges E-Auto. In Europa werden ab 2020 pro Gramm CO2 über der Flottenvorgabe 95 Euro Strafe fällig. Da Fiat Chrysler mehr als eine Million Fahrzeuge jährlich in der EU verkaufen, könnte die Strafzahlung bei über eine Milliarde Euro liegen. Da die EU den Konzernen die Möglichkeit einräumt, sich zu einem „Pool“ zu vereinen, könnten bis zu 80.000 Teslas gutgeschrieben werden.116

Schlechte Verkaufszahlen: Aktienkurs rutscht ab. Im 1. Quartal 2019 hat Tesla nur 63.000 Autos ausgeliefert – 31 Prozent weniger als im 4. Quartal 2018. Der Aktienkurs rutschte zeitweilig um acht Prozent ab. Vom Model 3 wurden 50.900 Exemplare ausgeliefert. Für das 1. Quartal kündigte Musk bereits die roten Zahlen an.117 Tesla möchte dennoch das Jahresziel von 360.000 bis 400.000 ausgelieferten Autos schaffen. Allerdings war Tesla bislang ohne große Konkurrenz: Nun drängen die drei deutschen Konzerne auf den Elektroauto-Markt.118 – Im Februar 2019 wurden in Deutschland 2367 Teslas neu zugelassen: Das entspricht einem Marktanteil von 0,7 Prozent aller neu zugelassener Pkws.119

Robo-Taxis von Tesla? Elon Musk verkündete Ende April 2019 vollmundig, dass ab 2020 jeder jetzt produzierte Tesla  als vollautomatisiertes Robotertaxi verwendet werden könnte – im Level 4/5. (Ein Ziel dieser Ankündigung dürfte als Ablenkungsmanöver vom schlechten 1. Quartal mit einem Minus von 700 Millionen Dollar dienen.) Bereits ausgelieferte Tesla-Modelle lassen sich nachrüsten. 500.000 bereits ausgelieferte Teslas lieferten Daten für Teslas „neuronale Netzwerke“.120Musk verwies auf einen angeblichen Markt von fünf Billionen Euro pro Jahr. Tesla stützt sich beim autonomen Fahren nicht auf Lidar-Scanner, sondern auf billigere Kameras, Radar und Ultraschall-Sensoren. „Das überstürzt eingeführte autonome Fahren ist seine bisher riskanteste Wette, bei der die Zukunft der Firma auf dem Spiel steht.“121
Die Musk-Milchbubenrechnung: Mit einem Tesla, der als autonomes Taxi eingesetzt würde, könnte der Eigentümer, der die Investitionskosten vorschießt, 70 bis 75 Prozent der Robo-Taxi-Einnahmen behalten und so durchschnittlich 27.000 Euro einnehmen.121
Da fragt man sich natürlich, warum Tesla dieses anscheinend so lukrative Geschäft nicht selbst übernimmt.

Elektrische Boliden. In der SZ kommentierte Christian Endt den Tesla-Auftritt: „Die Kalifornier haben dafür gesorgt, dass es wieder als avantgardistisch gilt, mit großen, schweren und schnellen Autos durch die Innenstadt zu fahren. (…) Der Erfolg von Tesla suggeriert, man müsse nur die Antriebstechnologie tauschen, dann wäre wieder alles gut.“119

720 Millionen Dollar Verlust. Soviel Minus machte Tesla im 1. Quartal 2019. Elon Musk verwies in einem Brief an die Tesla-Aktionäre auf 2,2 Milliarden Dollar Reserven und äußerte, Tesla habe sich eine Kapitalerhöhung verdient.122 Anfang Mai 2019 wurde klar, dass Tesla zwei Milliarden Dollar organisieren will: ein kleinerer Teil durch Ausgabe neuer  Aktien, der größere durch Verkauf von Anleihen.123

Tesla in Norwegen. Laut Bloomberg hat Tesla im Jahr 2019 bis jetzt mit 40.000 Fahrzeugen 25 Prozent Anteil an den Neuzulassungen. Der Erfolg könnte hier auch ein Desaster werden. „Es gebe keinen Autohersteller, bei dem es pro verkauftem Wagen zu mehr Beschwerden komme, als bei dem amerikanischen Unternehmen – unter anderem bemängelten Kunden Beulen in der Karosserie und Fehler bei der Lackierung. Verbraucherschützer befürchten außerdem wegen der großen Nachfrage des Model 3 einen weiteren Anstieg der Beschwerden.“124

Tesla-Aktie unter 200 Dollar. Am 30.5.2019 fiel der Kurs der Tesla-Aktie auf 197 Dollar. „Seit seinem Rekordhoch im September 2018 verlor das Papier damit 50 Prozent seines Wertes.“124

Von Audi zu Tesla und wieder weg. Peter Hochholdinger war 22 Jahre bei Audi in leitender Position tätig, bis er 2016 zu Tesla wechselte. Nun verlässt er Tesla aus unklaren Gründen125: Er wechselt zum Elektroauto-Start-up Lucid Motors. Gleichzeitig verlassen Tesla Steve MacManus (Leiter Interior and Exterior Engineering) und Jan Oehmicke (Ex-BMW, Teslas Europa-Chef).126

Tesla: rauf und runter. Im 1. Quartal 2019 waren Tesla Auslieferungen um 31 Prozent gesunken, der Börsenkurs fiel. Im 2. Quartal 2019 wurden 95.200 Pkw ausgeliefert, davon 77.550 Model 3 und zusammen 17.650 Model X und Model S.

Elon Musk geht es zu langsam. Der Tesla-Chef beschwerte sich im Juli telefonisch bei den Bürgermeistern von Berlin und Hamburg, weil die Zulassung neuer Teslas zu lange dauere (Hamburg im Schnitt 5,9 Tage, Berlin bis zu 15 Tage). „Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron soll schon einen derartigen Anruf des Tesla-Chefs erhalten haben.“127

Tesla wie gewohnt in den Miesen. Im 1. Quartal 2019 hatte Tesla einen Verlust von 718 Millionen Dollar, im 2. Quartal von 408 Millionen Dollar. Daraufhin ging die Tesla-Aktie um mehr als zehn Punkte in den Keller. Elon Musk warnte die Anleger vor den Quartalen 1 und 2 im Jahr 2020: Diese würden „hart“ werden, der Rest des Jahres 2020 werde dann aber „unglaublich“.128

Technik-Chef geht. JB Straubel war seit 2005 bei Tesla, zuletzt als Technik-Chef. Nun nimmt er noch eine Beraterfunktion ein. 128

Manipuliert Tesla Akkus? Ein Tesla-Fahrer verklagte Tesla vor dem Bundesgericht in Nordkalifornien, da der Konzern die Kapazität der Akkus mit Softwareupdates einschränken würde. Sein 2014 produziertes Tesla Model S 85 hätte eine um acht Prozent verringerte Batteriekapazität. Tesla argumentiert mit einer normalen altersbedingten Abnutzung. „Allerdings häuften sich seit Mai dieses Jahres die Beschwerden zahlreicher Teslafahrer über einen plötzlichen Reichweitenverlust der Elektroautos. Der vermeintliche Grund: Nachdem ein Model S in Hongkong in Brand geraten war, führte Tesla ein Software-Update für das Lade- und Wärmemanagement von Fahrzeugen des Typs S und X durch. Ziel sei laut Tesla ‚den Akku weiter zu schützen und seine Lebensdauer zu verbessern‘. Dies führe nur bei ‚einem kleinen Prozentsatz der Besitzer‘ zu einem Reichweitenverlust.129 Tesla behauptete, dass es von 2012 bis 2018 nur einen Fahrzeugbrand pro 250 Millionen gefahrener Kilometer gegeben hätte. Für den Kläger David Rasmussen ist dagegen klar, dass Tesla mit dem Update den Defekt und die Brandgefahr der Akkus verschleiern und  sich einen teuren Austausch sparen wolle. In der Klageschrift steht: „Unter dem Deckmantel der Sicherheit und der Erhöhung der Langlebigkeit der Batterien hat Tesla seine Software in betrügerischer Absicht manipuliert … So wollte Tesla der Verpflichtung entgehen, die Batterien, von denen Tesla wusste, dass sie defekt sind, zu reparieren, oder zu ersetzen.“129

Elon Musk hat diverse Probleme. Tesla  entlässt Mitarbeiter, hat bei Produktion und Auslieferung Probleme und muss Teslas „Autopiloten“ den Behörden erklären. Der nach Eigenauskunft führende deutsche Elektro-Autovermieter Nextmove hat 100 Model 3  bestellt, bekam aber nur 15 – und mit zahlreichen Mängeln. Tesla stornierte nach den Mängelbeschwerden die restlichen 85 Model 3.130 Außerdem ging das Solar- und Dachziegel-Geschäft zurück. Es betrug einmal 200 MW, nun wurden es im 2. Quartal 2019 Anlagen mit insgesamt 29 Megawatt verkauft.130 – Der Geschäftsführer von Nextmove, Stefan Moeller, berichtete, dass nur ein Viertel der Fahrzeuge fehlerfrei waren. Einige Teslas waren nicht einmal fahrtüchtig. Die Reparatursituation ist dabei für Kunden schwierig, weil Aufbereiter in den wenigen Service-Centern entlassen worden waren. Davon gibt es derzeit in Deutschland sieben: acht weitere sind geplant. Ein Kunde versucht seit April, sein Model S reparieren zu lassen – ohne Erfolg. Eine Hotline zu den Service-Centern wurde abgeschafft: Diese sind nur über eine App erreichbar.131

Teslas Solar City: Dächer brennen. Tesla hatte 2016 Solar City gekauft: Die Firma stellt Solarpanels zur Stromerzeugung her. Der US-Einzelhandelskonzern Walmart hat auf mehr als 240 Dächern seiner Filialen Kollektoren von Solar City montieren lassen, um bis 2020 auf einen Anteil von 35 Prozent regenerativer Energie zu kommen. Nachdem sieben Dächer brannten, wurden im November 2018 alle Tesla-Anlagen abgeschaltet. Inspektoren entdeckten mangelhafte Verbindungen, lose Kabel und anderen Pfusch. Nun verklagte Walmart Tesla auf Entfernung der Anlagen und 8,2 Millionen Dollar Strafe.132 – Kurz darauf lenkte Walmart ein: Die stillgelegten Solar City-Anlagen können wieder in Betrieb genommen werden, sofern ihr sicherer Betrieb gewährleistet ist.133

Manager Magazin: Teslas Finale. Im September 2019 erschien hier die Titelstory über Tesla. Investoren verlieren die Geduld, die Produktion ist unerfreulich, die Qualität mangelhaft, der Service mau, die Finanzlage katastrophal. „Mehr als elf Milliarden Dollar haben die Investoren seit 2012 in das Unternehmen gepumpt. Ohne sie gäbe es Tesla längst nicht mehr.“134Musk verspricht weiter Träume: „Per Softwareupdate werde er 2020 eine Million Teslas zu Robotaxis transformieren. Die Besitzer könnten ihre Autos dann vermieten – und 30.000 Dollar im Jahr einnehmen.“134
Permanent verlassen Führungspersonen Tesla – auch und wegen Elon Musk. Jason Wheeler (Finanzchef) kam Ende 2015 von Google und ging 2017. Vertriebsmanager Jon McNeill (Global Sales and Services) kam 2015 und ging nach zweieinhalb Jahren 2018.
Mitte 2018 drängte Musk Der frühere Apple-Autoprojektmanager Doug Field kam 2013 (Engineering und Produktion) und wurde von Musk 2018 aus dem Konzern gedrängt. Deepak Ahuja wurde 2017 zum zweiten Mal Tesla-Finanzchef und ging im Januar 2019.
Im Juni 2019 gab der Ex-Audi-Manager Peter Hochholdinger auf. Tesla-Mitgründer und Technikchef Jeffrey Straubel ging im Juli 2019. „So schnell wechseln die Vorstände, dass von den sechs wichtigsten Managern, die Tesla gegenüber der US-Börsenaufsicht SEC nannte, nur noch einer da ist: Elon Musk.“134

Chinesische Teslas. Tesla ist von der chinesischen Regierung in die Liste genehmigter Autobauer aufgenommen worden. Tesla hat bereits zwei Milliarden Dollar in das Werk in Shanghai investiert und will bis  Ende 2019 pro Woche mindestens 1000 Exemplare von Model 3 bauen. Gleichzeitig hat China die Subventionen für Autos mit geringer Reichweite abgeschafft.135

Tesla mit Gewinn. Im dritten Quartal 2019 machte Tesa 143 Millionen Dollar Gewinn. Die Erlöse gingen aber stark zurück, und der Umsatz fiel trotz einer Rekord-Auslieferung von 97.000 Fahrzeugen um acht Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar.136

Tesla  wird verklagt. Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs verklagt Tesla beim Landgericht München, weil Tesla unrichtige Angaben zu seinem „Autopiloten“ mache. Tesla erwecke den Eindruck, seine Modelle könnten autonom fahren, dabei handle es sich nur um Fahrassistenzsysteme.137

Teslas aus Brandenburg.  Am 12.11.2019 gab Elon Musk bekannt, dass Tesla ein Werk in Brandenburg und ein Design- und Entwicklungszentrum  in Berlin errichten wird. (Vgl. Tesla Berlin/Brandenburg)

Elektroauto-Ranking. „Tesla ist in Deutschland aktuell Marktführer bei reinen Elektroautos. Von Jahresbeginn bis Ende Oktober wurden laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) 9301 E-Autos von Tesla neu zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von 17,6 Prozent. Auf Rang zwei folgt Renault mit 8330 reinen Stromern vor BMW mit 7957, VW (6208) und Smart (5862).“138

„Tesla? Nein, danke!“. Autovermieter Erich Sixt hat einige hundert Teslas im Leasinggeschäft, „aber wir sind nicht sehr zufrieden damit“.139 Die Reparaturzeiten seien extrem lang, der Wiederverkaufswert nicht erfreulich. Sixt: „Ich möchte im Mietgeschäft keinen einzigen Tesla haben.“139

Langlebige Akkus? Über die Langlebigkeit von Lithium-Ionen-Akkus in Elektroautos gibt es aufgrund fehlender Langzeit-Erfahrung eine meist unzureichende Datengrundlage. In Kalifornien hat die Firma Tesloop, die nur Tesla-Modelle verleiht, als eine der wenigen eine langjährige Erfahrung. Einige Teslas von Tesloop, die zwischen Los Angeles und San Diego fahren, sind bis zu 500.000 Meilen (800.000 Kilometer) gelaufen. Allerdings sind die milden Temperaturen für die Lebensdauer der Akkus günstiger als das kalte Winterklima in weiten Teilen Europas. Tesla selbst gibt eine Garantie von acht Jahren bzw. 100.000 Kilometer.140

Tesla Shanghai produziert. 357 Tage nach Baubeginn lieferte das Tesla-Werk in Shanghai die ersten Exemplare vom Model 3 an Tesla-Mitarbeiter aus. Hier sollen derzeit jährlich 250.000 und später 500.000 Elektroautos hergestellt werden.141

Neuer Tesla-Unfall mit Todesfolge. Am 29.12.2019 hatte ein Tesla im US-Bundesstaat Kalifornien die Autobahnausfahrt in Gardena im Los Angeles County passiert und raste mit hoher Geschwindigkeit über eine rote Ampel. Der Tesla rammte einen Honda, desen zwei Insassen starben. Die beiden Passagiere des Tesla wurden verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert. „Die amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA; WZ) überprüft seit Anfang des Monats bereits zwölf weitere Crashs des Elektrofahrzeugs auf einen möglichen Zusammenhang zwischen den Unfällen und dem Fahrassistenzsystem. Tesla betont zwar regelmäßig, dass der ‚Autopilot‘ ein Fahrassistenzssystem sei, das den Fahrer unterstütze – aber eben kein autonomes Fahren ermögliche.“142

Tesla-Kurs profitiert von Leerverkäufern. Die Leerverkäufer von Tesla-Aktien, die auf fallende Kurse spekulierten, mussten nachkaufen, um ihre Verpflichtungen einzuhalten. Laut der Analysefirma S3 Partners bescherte dies den Leerverkäufern in den beiden ersten Handelstagen 2020 einen Verlust von 900 Millionen Dollar und seit Ende 2018 insgesamt drei Milliarden Dollar. Unter anderem dadurch stieg der  Kurs der Tesla-Aktie in der ersten Handelswoche 2020 auf das Rekordhoch von 443 Dollar.143 – Alle Tesla-Aktien waren Anfang Januar   2020 etwa 89 Milliarden Dollar wert. General Motors liegt bei 50, Ford bei 37 Milliarden Dollar; VW notiert etwa 99 und Toyota 229 Milliarden Dollar.144

Tesla-Kurs profitiert von Leerverkäufern. Die Leerverkäufer von Tesla-Aktien, die auf fallende Kurse spekulierten, mussten nachkaufen, um ihre Verpflichtungen einzuhalten. Laut der Analysefirma  S3 Partners bescherte dies den Leerverkäufern in den beiden ersten Handelstagen 2020 einen Verlust von 900 Millionen Dollar und seit Ende 2018 insgesamt drei Milliarden Dollar. Unter anderem dadurch stieg der  Kurs der Tesla-Aktie in der ersten Handelswoche 2020 auf das Rekordhoch von 443 Dollar.143

Ungewollte Beschleunigung. Die NHTSA untersucht 500.000 Tesla-Modelle S, X und 3 der Baujahre 2013 bis 2019, da es Fälle gab, wo die Fahrzeuge ohne Zutun des Fahrers beschleunigt haben. Ein anonymer Antragsteller hatte die NHTSA am 19.12.2019 auf 127 Fälle aufmerksam gemacht, in denen Teslas plötzlich beschleunigt hätten. Die Folge: 110 Unfälle mit 52 Verletzten.145

Das Steuer-Subventions-Finanz-Modell Tesla. Wer hätte das gedacht? Das Handelsblatt hat aus Regierungskreisen erfahren, dass Tesla Subventionen für seine Gigafactory in Grünheide beantragt146: nicht ungewöhnlich, sondern der Normalfall bei Tesla. „Das Geld, das Tesla nun bei der EU für seine Gigafactory  in Brandenburg beantragt, wird da besonders gelegen kommen. Zu Staatshilfe hat Elon Musk noch selten Nein gesagt.“147
Der Fachjournalist Edward Niedermeyer hat in seinem gerade erschienenen Buch „Ludicrous“ (Haarsträubend, aberwitzig) das Finanzgebaren von Elon Musk beschrieben. Bei Teslas erster Gigafactory in Reno gewährte der US-Staat Nevada 1,29 Milliarden Dollar Steuernachlässe. Tesla verkaufte auch Zertifikate seiner Null-Emissions-Autos (ZEV) an Konkurrenten. Ab 2013 erhielt Tesla zusätzliche ZEV-Zertifikate für ein Pilotprojekt zum Umtausch von Batteriesätzen: Das Programm wurde eingestellt. Allerdings laufen Subventionen für Elektroautos in diversen Ländern aus. In China sollen Anfang 2021 die Prämien auslaufen. In den USA endet die 7500-Dollar-Prämie für Tesla zum 31.12.2019, da Tesla zu viel produziert und nicht mehr förderungsberechtigt ist.  „In den USA, bislang Teslas größter Markt, dürften viele Käufer Ende 2019 noch schnell einen Tesla  gekauft haben, um die auslaufende Prämie mitzunehmen.“147 Deshalb wird das 4. Quartal für Tesla entsprechend gut aussehen – und  das 1. Quartal 2020 entsprechend schlechter.
Vergleiche auch: Tesla Berlin/Brandenburg

Tesla-Höhenflug: schwer zu verstehen (1). Im Jahr 2019 baute Tesla etwas mehr als 360.000 Autos, der VW-Konzern über 10,6 Millionen Fahrzeuge. Tesla  schrieb seit seiner Gründung im Jahr 2003 nur rote Zahlen. Der Tesla-Börsenwert stieg Mitte Januar auf 92,6 Mrd. Euro – der VW-Börsenwert lag bei 89,6 Mrd. Euro. „Der Nachrichtendienst Bloomberg zählte nach: Neun Aktien-Analysten raten zum Kauf der Tesla-Aktie, 17 raten zum Verkauf.“148

Tesla-Höhenflug: schwer zu verstehen (2). Tesla verzeichnete im 3. und 4. Quartal 2019 einen Gewinn und kündigte an, nach 367.500 E-Autos im Jahr 2019 nun voraussichtlich über 56600.000 Teslas im Jahr 2020 auszuliefern. Der Nettogewinn im 4. Quartal betrug 105 Mill. Dollar, der Umsatz stieg in diesem Zeitraum auf 7,38 Mrd. Dollar. Die Tesla-Aktie liegt aktuell bei 654 Dollar.149

Tesla-Höhenflug: schwer zu verstehen (3). VW kommt derzeit auf einen Börsenwert von rund 89 Mrd. Euro (etwa 98 Mrd. Dollar). Tesla notiert aktuell über 103 Mrd. Dollar. Nun hat VW 2019 fast elf Millionen Autos verkauft, Tesla 367.500. VW erzielte 2019 einen Umsatz von vermutlich 250 Mrd. Euro, Tesla etwa 22,6 Mrd. Euro. VW wird vermutlich 2019 etwa 17 Mrd. Euro Gewinn erzielen, Tesla dagegen insgesamt einen Verlust.150

Tesla: Shortseller mit fast neun Milliarden Dollar Verlust in 2020. Die Tesla-Aktie stieg – unbegreiflicherweise – im Jahr 2019 und nun auch 2020. Am 3.2.2020 stieg der Kurs um 20 Prozent – und die Shortseller, die auf fallende Kurse wetten, machten damit einen Verlust von 2,5 Milliarden Dollar. Dazu gehören die US-Hedgefonds Greenlight Capital (David Einhorn) und Stanphyl Capital (Mark Spiegel).151 – Am 4.2.2020 stieg die Tesla-Aktie sogar auf 969 Dollar: Damit ist Tesla nunmehr 140 Milliarden Dollar wert und damit besser bewertet als VW und BMW zusammen.152

Tesla und der Corona-Virus. Teslas Gigafactory in Shanghai hat nach dem chinesischen Neujahrsfest am 25.1.2020 immer noch Produktionsstopp wegen des Coronavirus-Ausbruchs. Durch diese Ankündigung von Tesla fiel die Aktie in der Nacht vom 5. auf 6.2.2020 um bis zu 17 Prozent auf 734,70 Dollar.153 – „Börsianer warnen vor einer ‚Tesla-Bubble‘, einer Finanzblase, die jederzeit platzen könne. Sie mögen recht haben, und wer jetzt noch Tesla-Aktien kauft, braucht die Nerven eines Zockers.“154

Milliarden Schulden und Milliarden Investitionen. Tesla hat einen Schuldenberg von 13,4 Mrd. Dollar und muss weitere Milliarden investieren, z. B. in die  Gigafactory in Grünheide. Am 12.2.2020 teilte Tesla mit, dass eine Kapitalerhöhung zwei Milliarden Dollar erbringen soll. Prof. Eric Gordon von der University of Michigan über Elon Musk: „Er ist klug, sich Geld zu beschaffen, indem er Aktien zu einem astronomischen Preis verkauft, den er in sechs Monaten vielleicht nicht mehr sehen wird.“155Moritz Schuld gibt den Schuldenberg Teslas zum Dezember 2019 mit über 26 Mrd. Dollar an, siehe unten.
Diesen überhöhten Preis der Tesla-Aktie werden dann aber auch die Anlieger nicht mehr sehen.
Musk will selber bis zu 10 Millionen Dollar in neue Tesla-Aktien investieren. Oracle-Gtünder Larry Ellison, der auch im Tesla-Aufsichtsrat sitzt, will bis zu einer Million Dollar investieren.155

Erklärungsversuch. Der Fondsmanager Moritz Schildt hat am 17.2.2020 einen Gastbeitrag in manager-magazin.de zum Börsenhype veröffentlicht: „Teslas CDS-Spreads – die Kehrseite des Börsenhypes„. Dessen Inhalt soll hier nicht verkürzt dargestellt werden: Der Link zum Beitrag ist angegeben. U. a. interessant: Standard & Poor’s bewertet z. B. die Bonität der BMW AG mit A+, während Tesla mit B- eingestuft wird: auf dem Niveau von Junk Bonds. Tesla muss für seine Anleihen einen Kupon von mehr als 5 Prozent anbieten: BMW kann zum Nullkupon refinanzieren. Schildt gibt die Schuldenhöhe von Tesla mit „mehr als 26 Milliarden US-Dollar“ an.

Sechs Jahre Vorsprung für Tesla? Die japanische Tageszeitung Nikkei Asian Review hat ein Tesla Model 3 zerlegen lassen. Die von Tesla selbst entwickelte zentrale Steuereinheit („full self-driving computer“), ist auch als Hardware 3 bekannt. Sie wird seit Frühjahr 2019 in die Modelle 3, S und X eingebaut. Bei anderen Herstellern hat jede Funktionsgruppe ein separates Steuergerät: Die können sich in der Oberklasse auf 80 bis 100 belaufen.  Das macht auch Updates schwierig. Bei Tesla kann das zentral mit der eigenen Steuereinheit erfolgen. Zudem entwickelt Tesla Prozessoren und Chips selbst. Damit hat der US-Konzern einen Vorsprung von etwa sechs Jahren gegenüber den Konkurrenten.156

7000 Dollar je Tesla-Aktie? Das glaubt die Fondsmanagerin Cathie Wood aus New York. „Sie glaubt dass sich der Aktienkurs des Autobauers Tesla binnen vier Jahren verzehnfachen dürfte.“157 Die Begründung: Die Tesla-Chips seien über vier Jahre der Konkurrenz voraus, und wenn das Robotertaxi kommt, sei der Vorsprung von Tesla uneinholbar.157

Künstliche Intelligenz nicht intelligent? Der KI-Experte Gary Marcus beschreibt die „Deep Learning Technologien“ als „datenhungrig, seicht und spröde“. „Das bedeutet: Auf Situationen, für die sie nicht trainiert wurde, reagiert KI-Software, nun ja, eher unsouverän: Als Mitarbeiter des IT-Sicherheitskonzerns McAfee ein etwa vier Zentimeter langes Stück schwarzes Klebeband auf einem Verkehrsschild anbrachten, reagierte der vermeintlich intelligente Autopilot eines Tesla, indem er 50 Meilen pro Stunde beschleunigte.“158

Tesla-Einbruch in Norwegen und den Niederlanden. Im Februar 2020 wurden in Norwegen 83 Teslas neu zugelassen, wie Bloomberg berichtete. Im Februar 2019, in dem das Model 3 noch nicht voll angelaufen war, waren es 1016; im ganzen Jahr 2019 fast 19.000. Laut Bloomberg zeigt Norwegen Anzeichen einer Marktsättigung. In den Niederlanden wurde im Februar 2020 155 Teslas zugelassen; dies war ein Rückgang um 68 Prozent. Hier fiel zum Ende 2019 ein Steuerbonus weg: 2019 wurden noch mehr als 30.000 Teslas verkauft.159

Tesla-Auslieferungen über den Erwartungen. Im letzten Quartal 2019 lagen die Tesla-Auslieferungen bei 63.000 Fahrzeugen. Im ersten Quartal 2020 hat Tesla rund 88.400 Autos ausgeliefert und 102.672 produziert, davon 87.282 Model 3.160 In China wurden im März 2020 10.160 Exemplare vom Model 3 verkauft.161

Tesla beatmet. Die US-Autokonzerne Ford, General Motors und Tesla wollten in die Produktion von Beatmungsgeräten einsteigen. Anfang April zeigte Tesla den Prototyp ihres Gerätes in einem Video. Unklar war zu dem Zeitpunkt, wann und in welchen Stückzahlen das Gerät produziert werden soll.162 In der Corona-Krise steht auch die Tesla-Fabrik in Fremont still. Auch Mitte April 2020 war unklar, ob schon Geräte an Krankenhäuser ausgeliefert worden sind.161

Datenzugriff auf alte Tesla-Teile. In den Teslas wird die „Media Control Unit“ (MCU) verbaut. Der Computer ist für das Infotainment zuständig; damit können u. a. Netflix und YouTube gesehen werden. In Kalifornien hat nun ein Hacker die MCUs von 13 alten Teslas gekauft, davon 12 über Ebay. Der Hacker konnte auf persönliche Daten der Vorbesitzer ´zugreifen: u. a. auf Telefonkontakte, Kalender, Passwörter, Ortseingaben. Die alten Teile wurden offenbar von Tesla-Servicecenter gegen neue ausgetauscht und gegen die Vorgaben von Tesla weiterverkauft. „Eine zeitgemäße Datenverschlüsselung, die verhindern könnte, dass nachträglich Informationen abgegriffen werden, setzt Tesla offenbar nicht ein.“163.

Millionen für Musk. Durch den Höhenflug der Tesla-Aktie kann Elon Musk ein Paket von Aktienoptionen im Wert von gegenwärtig etwa 706 Millionen Dollar erhalten. „Das Optionspaket ist Teil eines umfangreichen Vergütungsplans, dem Teslas Aktionäre bereits im Frühjahr 2018 zugestimmt hatten, und der Musk, wenn alles optimal läuft, in zwölf Schritten insgesamt mehr als 50 Milliarden Dollar in die Privatkasse spülen kann. (…) Zuletzt schloss die Aktie von Tesla an der New Yorker Börse beim Kurs von 768,21 Dollar. Damit verfügt der Elektroautobauer über einen Marktwert von 142,4 Milliarden Dollar. “164

Der Donald Trump der Elektroautos. Elon Musk, der Tesla-Chef, ärgerte sich über die Corona-Beschränkungen in Kalifornien: Die Auflagen des dortigen Bezirks Alameda verhindern, dass die Tesla-Fabrik vor Juni in Betrieb gehen darf. Musk drohte deshalb, den Firmensitz in einen anderen Bundesstaat zu verlegen.165 – „Erst am Montagabend ließ er einen Streit mit dem Bundesstaat Kalifornien eskalieren. Er will das Hauptwerk umgehend wieder hochfahren und werde selbst an der Produktionslinie sein, schrieb Musk am Montag bei Twitter. ‚Wenn jemand festgenommen wird, werde ich darum bitten, dass es nur ich bin.‘ Im Alameda County, in dem sich das Tesla-Werk in Fremont befindet, gelten weiterhin Ausgehbeschränkungen, die eine Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen. Tesla hatte am Wochenende eine Klage dagegen eingereicht – und Musk hatte gedroht, den Firmensitz des Elektroauto-Herstellers von Kalifornien zum Beispiel nach Texas oder Nevada zu verlegen.“166 Beide US-Bundesstaaten werben mit Niedrigsteuern und lockeren Reglementierungen.
Am 11.5.2020 war der Parkplatz vom Tesla-Werk Fremont wieder voll: Es wurde produziert, entgegen der Anordnungen des Alameda-County. Die Behörden wollten erst eine Woche später die Produktion freigeben. Elon Musk bat darum, dass die Behörden ihn persönlich bei der Arbeit festnehmen sollten.167Musk: „Ich werde mit allen anderen am Fließband stehen. Sollte jemand verhaftet werden, dann möchte ich darum bitten, dass es nur ich bin.“168Musk hatte die kalifornischen Corona-Verordnungen als „faschistisch“ bezeichnet und Anfang März geschrieben: „Die Corona-Virus-Panik ist dumm.“168 – Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom sagte am 7.5.2020 zu, dass die Fabriken wieder öffnen dürfen. Der Bezirk Alameda empfahl die Beobachtung der Infektionszahlen.169 Nach Aufnahme der Arbeit schaute die Polizei dann im Stammwerk Fremont vorbei, um die Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen (Masken am Arbeitsplatz etc.) zu überprüfen.170Musk zog schließlich die Klage gegen Corona-Beschränkungen gegen den Bezirk Alameda zurück.171

Musk shreddert Tesla-Kurs. Am 1.5.2020 twitterte Elon Musk, dass er den Aktienkurs von Tesla als zu hoch erachte. Der Tesla-Aktienkurs fiel um etwa zwölf Prozent. Gleichzeitig kündigte er an: „Ich verkaufe fast allen physischen Besitz.“172 Drei Musk-Häuser in Kalifornien sind für zusammen 75 Millionen Dollar auf dem Markt, vier weitere würden demnächst folgen. Das „Wall Street Journal“ unterstellte Musk Geldknappheit: Sein Vermögen von rund 39 Milliarden Dollar bestünde vor allem in den 20 Prozent Tesla-Anteilen. Bei einem Gerichtsprozess 2019 hatte Musks Anwalt diesen als „finanziell illiquide“ beschrieben. 54 Prozent seiner Tesla-Aktien stünden als Sicherheit für Kredite bereit: Musk habe bei drei Großbanken über 500 Millionen Dollar Schulden.173

Auf und nieder, immer wieder. „Teslas Kursverlauf gleicht eher dem eines vielversprechenden Tech-Start-ups als dem eines globalen Autokonzerns. Zwischen Sommer 2019 und Anfang 2020 ist die Aktie des Elektroautobauers zunächst um mehr als 300 Prozent gestiegen, bevor sie dann im Zuge der Corona-Pandemie um 60 Prozent stürzte. In den Wochen danach gelang ihr ein spektakuläres Comeback, das am Mittwoch in einem vorläufigen Höhepunkt gipfelte: Die Aktie knackte erstmals die Rekordmarke von 1000 Dollar, auch wenn sie von den fallenden Kursen am Donnerstag wieder etwas mit nach unten gezogen wurde. Seit dem Absturz Mitte März hat sich der Kurs damit mehr als verdreifacht.“174Tim Urquhart vom Londoner Analysehaus IHS Markit kam zu dem Schluss: „Man kann mit Recht sagen, dass sich der Aktienkurs von Tesla auf eine Weise entwickelt, die nicht mehr viel mit den traditionellen Börsenkennzahlen zu tun hat.“174

Tesla-Aktie steigt, Musk profitiert. „Nach einem Schlusskurs von fast 950 US-Dollar zum Wochenstart fehlen dem Papier weniger als  20 Dollar oder  rund 2 Prozent bis zur Bestmarke von 968,99 Dollar.“175 Damit bringt es Tesla  auf eine Marktkapitalisierung von 176 Milliarden Dollar (156 Mrd. Euro). Das ist ungefähr der Börsenwert von BMW, Daimler und Volkswagen zusammen. Zum Vergleich: BMW, Daimler und VW bauen im Jahr rund 16 Millionen Autos, Tesla etwa 370.000. „Jedes im Jahr 2019 verkaufte Tesla-Auto entspricht damit einem Börsenwert von mehr als 450.000 Euro. Zum Vergleich: Bei Volkswagen liegt diese  Zahl gerade einmal bei 6800 Euro.“174
Mit dem Kursanstieg kann Elon Musk eine mehrere hundert Dollar schwere Tranche eines Vergütungsplans in Anspruch nehmen, die an Faktoren wie Börsenwert und Umsatzentwicklung gebunden sind.175

Siehe auch: Musk, Elon, Tesla Berlin/Brandenburg, Tesla Cybertruck, Tesla Energy, Tesla Gigafactory, Tesla Model S, Tesla Model X, Tesla Model 3, Tesla Roadster, Tesla SpaceX, Tesla Supercharger, Tesla-Unfälle

Fußnoten und Quellen:
  1. Balser, Markus, Vollgas ohne Bremspedal, in SZ 28.10.2009 []
  2. Fromm, Thomas, Mühlauer, Alexander, Nichts für Spaßbremsen, in SZ 25.11.2009 []
  3. Reuters, US-Autobauer an der Börse, in SZ 1.2.2010 []
  4. Deckstein, Dagmar, Wandel durch Annäherung, in SZ 26.5.2010 []
  5. Koch, Moritz, Fliegender Start, in SZ 30.6.2010 []
  6. Becker, Joachim, Umbruch in Palo Alto, in SZ 28.3.2011 [] []
  7. Koch, Moritz, Politikum Tesla, in SZ 13.1.2012 [] [] []
  8. Piper, Nikolaus, Pionier in Geldnot, in SZ 27.9.2012 []
  9. Fromm, Thomas, California dreamin‘, in SZ 13.9.2013 []
  10. Elektroauto-Expansion geht ins Geld, in sueddeutsche.de 8.5.2014 []
  11. Schmieder, Jürgen, Nachtschicht in Springfield, in SZ 2.8.2014 []
  12. Hawranek, Dieter, Ständig unter Strom, in Der Spiegel 38/15.9.2014 [] []
  13. Kacher, Georg, Die Welle rollt, in SZ 27.12.2014 []
  14. Miese Zahlen bei Tesla, in sueddeutsche.de 12.2.2015 []
  15. DPA, Tesla verhandelte mit Google, in SZ 21.4.2015 []
  16. Schmieder, Jürgen, Der Milliardenmann, in SZ 20.6.2015 [] [] []
  17. Reuters, Tesla weitet Verlust aus, in SZ 7.8.2015 []
  18. Harloff, Thomas, Tanken per Roboterschlange, in SZ 7.8.2015 [] []
  19. DPA, Hacker knacken Tesla-Autos, in SZ 8.8.2015 []
  20. Schmieder, Jürgen, Revolution der roten Roboter, in SZ 28.11.2015 []
  21. Schmieder, Jürgen, Sürig, Dieter, Tesla und die Ausbeuter, in SZ 20.5.2016 []
  22. Busse, Caspar, Der Sonne entgegen, in SZ 23.6.2016 []
  23. Schmieder, Jürgen, „Tesla ist ein schreckliches Unternehmen“, in SZ 3.8.2016 [] [] []
  24. Schäfer, Ulrich, Cool und lebensgefährlich, in SZ 8.7.2016 []
  25. Schäfer, Ulrich, Cool und lebensgefährlich, in SZ 8.7.2016; vgl. auch: Tesla-Unfälle []
  26. SZ/Reuters, Tesla liefert nicht wie geplant, in SZ 5.8.2016 []
  27. Reuters, Tesla beendet Verlustserie, in SZ 28.10.2016 []
  28. Fromm, Thomas, Zum Shoppen in die Eifel, in SZ 9.11.2016 []
  29. Fromm, Thomas, Zum Shoppen in die Eifel, in SZ 9.11.2016] Fromm, Thomas, Zum Shoppen in die Eifel, in SZ 9.11.2016 []
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  33. DPA, Neuer Investor für Tesla, in SZ 29.3.2017 []
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  40. Fromm, Thomas, Wer hat Angst vor Elon Musk? in SZ 10.7.2017 []
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  43. Wüst, Christian, Strom-Illusionen, in Der Spiegel 34/19.8.2017; Hervorhebung WZ []
  44. Getarnte Dachziegel, in SZ 13.7.2017 []
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  46. Kröger, Michael, Der Jäger wird zum Gejagten in spiegel.de 4.11.2017 [] []
  47. Hägler, Max, Luxus ohne Förderung, in SZ 2.12.2017 []
  48. Matzig, Gerhard, Dings vom Dach, in SZ 19.1.2018 []
  49. Stirn, Alexander, Punktlandung, in SZ 8.2.2018 [] []
  50. von der Hagen, Hans, Große Verluste, großes Jahr, in SZ 9.2.2018 [] []
  51. Schmieder, Jürgen, Erst zahlen, dann stornieren, in SZ 14.2.2018 []
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  53. Heuser, Uwe Jean, Tatje, Claas, Tesla: Ein Höllenjob, in Die Zeit 12.4.2018 [] []
  54. Tesla übertrifft die Erwartungen, in spiegel.de 2.5.2018 []
  55. Elon Musk mag nicht antworten – Aktie bricht ein, in spiegel.de 3.5.2018 [] []
  56. Elon Musk will Tesla-Management umbauen, in spiegel.de 14.5.2018 []
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  93. US-Justizministerium ermittelt offenbar gegen Tesla, in spiegel.de 18.9.2018 []
  94. US-Börsenaufsicht drängt auf Entmachtung von Elon Musk, in spiegel.de 27.9.2018 []
  95. Tesla-Aktie stürzt um elf Prozent ab, in spiegel.de 28.9.2018 []
  96. Rottwilm, Christoph, Musk im Visier der SEC – eine Chance für Tesla, in manager-magazin.de 28.9.2018 []
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  98. Zur Geschichte von Tesla und Elon Musk vergleiche auch: Hage, Simon, Laube, Helene, Mingels, Guido, Flammenwerfer, in Der Spiegel 41/6.10.2018 []
  99. Reuters, Musk wettert gegen die SEC, in SZ 6.10.2018 []
  100. Tesla erwirbt Grundstück für eigene Fabrik in China, im SZ 18.10.2018 []
  101. Tesla scheitert mit Eilantrag gegen Rückzahlung von Elektroprämie, in spiegel.de 19.10.2018 []
  102. Tesla verbucht erstmals seit zwei Jahren Gewinn, in spiegel.de 25.10.2018 []
  103. Sorge, Nils-Viktor, Die späte Rache des Elon Musk, in spiegel.de 25.10.2018 []
  104. DPA, FBI ermittelt gegen Tesla, in SZ 29.10.2018 []
  105. Telstra-Topmanagerin wird Chefaufseherin von Tesla, in spiegel.de 8.11.2018 []
  106. Babysitting, gut bezahlt, in SZ 9.11.2018 []
  107. von der Hagen, Hans, Erkaltete Liebe, in SZ 30.1.2019 []
  108. von der Hagen, Hans, Musk macht Anleger ratlos, in SZ 1.2.2019 []
  109. Tesla schickt in letzter Minute Autofrachter nach China – um Zölle zu umgehen, in spiegel.de 16.2.2019 []
  110. Tesla will Elektroautos nur noch im Internet verkaufen, in spiegel.de 1.3.2019 [] []
  111. Hägler, Max, Müller, Christina, Wulf, Veronika, Wie beim Trabi, nur online, in SZ 2.3.2019 []
  112. Tesla will Luxusautos  teurer machen, in spiegel.de 11.3.2019 []
  113. Elon Musk kündigt neues SUV von Tesla an, in spiegel.de 4.3.2019 []
  114. Tatje, Claass, Tesla: Wofür braucht der Autobauer zwei Milliarden Euro? in Die Zeit 9.5.2019 [] []
  115. Tesla verdient Milliarden mit den Abgasen der Konkurrenz, in spiegel.de 4.6.2019 [] []
  116. Lamparter, Dietmar H., CO2-Deal: Riskiert Tesla sein  Image? in Die Zeit 11.4.2019 []
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  124. Gross, Louis, Tesla verunsichert die Anleger – mal wieder, in SZ 24.5.2019 [] []
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  126. Dornis, Valentin, Mehr Autos, weniger Manager, in SZ 4.7.2019 []
  127. Elon Musk rüffelt Bürgermeister von Berlin und Hamburg, in spiegel.de 12.7.2019 []
  128. von der Hagen, Hans, Tesla schockiert die Anleger, in SZ 26.7.2019 [] []
  129. Autofahrer verklagt Tesla wegen angeblich manipulierter Akkus, in spiegel.de 9.8.2019 [] []
  130. von der Hagen, Hans, Mensch, Elon, in SZ 20.8.2019 [] []
  131. Kunkel, Christina, Die Qual mit der Qualität, in SZ 23.8.2019 []
  132. Die Hütte brennt, in SZ 22.8.2019 []
  133. Alter Streit, neue Liebe, in SZ 24.8.2019 []
  134. Freitag, Michael, Rest, Jonas, Das Finale, in Manager Magazin September 2019 [] [] []
  135. Tesla darf E-Autos in China produzieren, in spiegel.de 17.10.2019 []
  136. Überraschender Gewinn treibt Tesla-Aktie in die Höhe, in spiegel.de 24.10.2019 []
  137. Tesla wegen „Autopilot“-Werbung verklagt, in spiegel.de 29.10.2019 []
  138. „Nimmt mehr Fahrt auf als bei 100 Kanzlergipfeln“, in spiegel.de 13.11.2019 []
  139. Sürig, Dieter, Tesla? Nein, danke! in SZ 14.11.2019 [] []
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  146. Greive, Martin, Gigafactory in Brandenburg: Tesla hofft auf Subventionen, in handelsblatt.com 26.1.2020 []
  147. Demling, Alexander, Elektrobauer: Steuergeld war schon oft ein wichtiger Treibstoff für Tesla, in handelsblatt.com 26.1.2020 [] []
  148. Hägler, Max, Elektrisiert, in SZ 24.1.2020 []
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  152. Schmidbauer, Jan, Sie läuft und läuft und läuft…, in SZ 5.2.2020 []
  153. Timmler, Vivien, Tesla-Aktie bricht nach Rally ein, in SZ 6.2.2020 []
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  155. Tesla-Aktie fällt: Elektrobauer kündigt Kapitalerhöhung an, in manager-magazin.de 13.2.2020 [] []
  156. Zerlegtes Model 3: Tesla soll sechs Jahre Technologievorsprung haben, in spiegel.de 18.2.2020 []
  157. Gojdka, Victor, Unterbewertet,, in SZ 28.2.2020 [] []
  158. Moorstedt, Michael, Dumm wie Bot, in SZ 2.3.2020 []
  159. Rottwilm, Christoph, Tesla: Zulassungen in Norwegen und Niederlanden brechen ein, in manager-magazin.de 3.3.2020 []
  160. Tesla übertrifft Erwartungen beim Quartalsabsatz, in spiegel.de 3.4.2020 []
  161. Hägler, Max, Aufwärts in der Krise, in SZ 18.4.2020 [] []
  162. Tesla zeigt Prototyp eines Beatmungsgerätes, in spiegel.de 6.4.2020 []
  163. Hacker kauft alte Tesla-Teile und hat Zugriff auf persönliche Daten Fremder in spiegel.de 6.5.2020 []
  164. Rottwilm, Christoph, Teslas Vergütungsplan greift Musk sichert sich offenbar 700-Millionen-Dollar-Paket, in managermagazin.de 6.5.2020 []
  165. DPA, Ärger für Kalifornien, in SZ 11.5.2020 []
  166. Zöttl, Ines, Not oder Wahnsinn, in spiegel.de 11.5.2020 []
  167. Fromm, T., Hulverscheidt, C, Corona-Wüterich am Werk in SZ 13.5.2020 []
  168. Schmieder, Jürgen, Nie langweilig, in SZ 13.5.2020 [] []
  169. Elon Musk droht wegen Streit in Corona-Pandemie mit Verlegung der Zentrale, in spiegel.de 9.5.2020 []
  170. Polizei prüft Einhaltung von Corona-Auflagen in US-Fabrik, in spiegel.de 14.5.2020 []
  171. Tesla zieht Klage gegen Corona-Beschränkungen zurück, in manager-magazin.de 21.5.2020 []
  172. Tweet von Elon Musk schickt Tesla-Aktie auf Talfahrt, in spiegel.de 1.5.2020 []
  173. Zöttl, Ines, Elon Musk verkauft seine Immobilien: Blank oder Wahnsinn? in spiegel.de 11.5.2020 []
  174. Jauernig, Henning, Das verrückte Auf und Ab der Tesla-Aktie, in spiegel.de 11.6.2020 [] [] []
  175. Tesla nicht zu bremsen – Aktie nahe Rekordhoch, in manager-magazin.de 9.6.2020 [] []
von wz
Elektroauto Chronik eines Irrtums

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Anhang