Elektroauto Chronik eines Irrtums

Plug-in-Hybrid

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Aktualisiert 28.7.2020

„Plug-in“: anschließen, einstecken. Der Plug-in-Hybrid „kann auch an der Steckdose tanken und kurze Strecken rein elektrisch fahren, hat aber einen eher klein dimensionierten Elektromotor. Der Verbrenner dient als Hauptantriebsquelle und ist mit den Rädern über ein Getriebe verbunden.“1 Plug-in-Hybride „sind Weiterentwicklungen der Full-Hybride und besitzen eine größere Batterie als diese. Sie kann an jeder Steckdose aufgeladen werden und erlaubt eine elektrische Reichweite von rund 50 bis 70 Kilometer. Schaltet sich danach der Verbrennungsmotor dazu, läuft dieser fast ausschließlich mit Biokraftstoffen.2
Da hatte sich noch nicht herumgesprochen, dass „Biokraftstoffe“ Umwelt nicht retten, sondern vernichten – siehe die Palmölproduktion in Indonesien, für die Hunderttausende Quadratkilometer tropischer Regenwald gerodet wurden.

Marktübersicht Plug-in-Hybride 2015: Eine ausführliche Übersicht lieferte Thomas Harloff – zur Kurzfassung hier.3

Warum fahren die Plug-in-Hybride gerade einmal 30 Kilometer rein elektrisch?
(1) „Gerade eine Förderung der Plug-in-Hybride sehen die Umweltschützer kritisch. Denn bei Fahrzeugen mit kombiniertem E- und Verbrennungsmotor wird bei der Verbrauchsermittlung der elektrisch zurückgelegte Teil unverhältnismäßig hoch angerechnet. So fährt das Auto auf dem Prüfstand erst einmal die Batterie leer, dann muss es nur noch 25 Kilometer mit Verbrennungsmotor zurücklegen. So kommt es, dass ein Luxuswagen mit 416 PS wie der Porsche Panamera auf den sensationellen CO2-Wert von 71g/km kommt bei einem Verbrauch von durchschnittlich 3,1 Liter. (…) Doch laut VCD werden diese Autos kaum elektrisch genutzt. Zu wenige Nutzer machen sich die Mühe, das Fahrzeug regelmäßig an der Steckdose aufzuladen.“4
Am 5.6.2015 wurde das Elektromobilitätsgesetzverabschiedet, welches die Nutzung von Elektroautos, Plug-in-Hybride und Brennzellenfahrzeuge fördern sollte, die ein E-Kennzeichen bekommen. Bevorrechtigungen betreffen u. a. das Parken, die Nutzung bestimmter öffentlicher Straßen oder Wege (z. B. Busspuren) und freies Parken. „Halter von Hybridautos können das neue Nummernschild aber nur beantragen, wenn das Fahrzeug entweder höchstens 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstößt oder mindestens 30 Kilometer rein elektrisch fahren kann.“5

(2) Die deutschen Autobauer wollen natürlich in möglichst hohem Maß von der staatlichen Kaufprämie profitieren. „Ihr Rezept: Sie rüsten ihre bisherigen E-Autos mit neuen, leistungsfähigeren Akkus aus, vor allem aber setzen sie massiv auf Plug-in-Hybride. Fast in jeder Modellreihe – von der Golf-Klasse aufwärts – kann der Kunde solche Antriebs-Zwitter ordern, die zwischen 30 und 50 Kilometer elektrisch fahren können. Der Haken: Diese Plug-ins erzielen im offiziellen EU-Fahrzyklus zwar tolle Verbrauchswerte von zwei bis drei Litern. Wer aber nicht ständig zur Steckdose fährt, kommt im Alltag in der Regel auf einen Verbrauch von sechs bis zehn Litern. Egal, wenn ein Plug-in-Hybrid weniger als 60.000 Euro kostet, kann der Kunde ab sofort die 3.000 Euro Zuschuss beantragen.“6

Aus einem Interview mit Henning Kagermann, den der Spiegel „Deutschlands obersten Elektroautolobbyisten“ nennt:
Spiegel: „Warum soll ein Plug-in-Hybrid Geld vom Staat bekommen, wo es sich doch in der Regel um Nobelkarossen handelt, die neben einem Elektroantrieb auch einen Verbrennungsmotor mit mehreren Hundert PS haben?“
Kagermann: „Auch da gibt es viele Modelle im Klein- und Mittelklassesegment.“
Spiegel: „Mal ehrlich, solche Hybride sind doch eine Mogelpackung auf vier Rädern.“
Kagermann: „Plug-ins sorgen dafür, dass wir die Bausteine für den Elektroantrieb in größeren Stückzahlen bauen. Das senkt die Preise und macht Elektromobilität tauglich für den Massenmarkt.“7
Für „Deutschlands obersten Elektroautolobbyisten“ ist das eine ziemlich dünne Argumentation!

Porsche Cayenne S E-Hybrid ein Vorbild? Das Bundeswirtschaftsministerium ging 2016 immer noch von der unrealistischen Zahl von einer Million Elektroautos aus – und dass fast drei Viertel  Plug-in-Hybride sein werden. „Diese Fahrzeuge aber sind, was den Spritverbrauch angeht, Mogelpackungen auf vier Rädern. So liegt der Normverbrauch beim Porsche Cayenne S E-Hybrid bei 3,4 Litern. Der Wert ist, wie ein Tester der Frankfurter Allgemeinen feststellte, ‚einfach absurd‘. Beim Ermitteln des Normverbrauchs fährt das Auto zunächst rein elektrisch, also abgasfrei. Dann übernimmt der Benzinmotor. Der so ermittelte Verbrauch hat mit dem tatsächlichen wenig zu tun. Dieser lag im Fall des ‚FAZ‘-Testers bei 6,8 Litern. Aber warum, bitte schön, sollte der Staat mit ein paar Tausend Euro den Kauf eines Porsche subventionieren, für den die Kunden bereit sind, mehr als 80.000 Euro zu zahlen?“8

Plug-in-Hybride auf der Vorfahrt. Der Vorstandsvorsitzende von Continental, Elmar Degenhart, wagte 2017 eine längerfristige Prognose: „Wir rechnen 2025 mit einem Marktanteil für rein elektrische Antriebe in Höhe von etwa zehn Prozent.“9 Das Segment Plug-in-Hybrid schätzt er auf fast 30 Prozent. – „Bosch-Geschäftsführer Rolf Bulander sieht darin ebenfalls eine ‚attraktive Option‘ und erwartet einen weltweiten Absatz von 15 Millionen dieser Einstiegshybride für das Jahr 2025. Diesen Marktanteil von etwa 15 Prozent müssen Batterieautos oder Plug-in-Hybride erst einmal schaffen.“9

Nur eine Übergangslösung? Der Plug-in-Hybrid (PHEV) erfordert Platz, Gewicht und Geld. Außerdem wird dieser Antrieb selten genutzt. „Doch die meisten PHEV-Nutzer sind Lademuffel. Um sie umzuerziehen, müsste das Fahrprofil – Vorbild China – in Echtzeit überwacht und der Antrieb per Fernsteuerung an der Stadtgrenze automatisch auf Batteriekraft umgeschaltet werden. Aktuell endet der Reichweiten-Korridor der Stromer bei etwa 50  Kilometern, doch mit der nächsten Batterie-Generation will man diesen Wert verdoppeln.“10
Dabei ist der elektrische Antrieb des PHEV unwirtschaftlich, da er wenig benutzt wird, aber sein Gewicht transportiert werden muss. „Denn der reine Stromer nutzt meist nur ein Fünftel des Energieinhalts, muss aber zur Absicherung der Reichweite (mindestens 400 Kilometer auf dem Papier) rund um die Uhr fünf Fünftel durch die Gegend schleppen.“10

Mercedes-AMG Project One. „Die Serie ist auf 275 Exemplare limitiert und bereits ausverkauft. Angeblich gingen viermal so viele Anfragen ein. Und das, obwohl der Stückpreis drei Millionen Euro beträgt. Für diese irrwitzige Summe bekommen die 275 Kunden den extremsten Mercedes der Markenhistorie. Mehr als 1000 PS stark, Höchstgeschwindigkeit 350 km/h. (…) Neben dem V6-Motor, der aus nur 1,6 Liter Hubraum 759 PS und 11.000 U/min holt, sind zusätzlich vier Elektromotoren verbaut: Zwei mit jeweils 120 kW Leistung an den Vorderrädern; einer mit ebenfalls 120 kW, der direkt mit der Kurbelwelle des Verbrennungsmotors verbunden ist; sowie einer mit 90 kW, mit bis zu 100.000 Umdrehungen den Turbo auf Touren bringt. Mit dem Hybridantrieb soll es sogar möglich sein, im Project One 25 Kilometer rein elektrisch zurückzulegen.“11
Wahrscheinlich sind es 35 Kilometer – dann bekommt er steuerliche Vergünstigungen und darf auf den Busspuren fahren oder umsonst parken!

Technisch unsinnig? Die Kritik an Plug-in-Hybriden beziehen sich oft auf das zusätzliche Gewicht der elektrischen Antriebseinheit mit Elektromotor und Akkus – und den zusätzlichen Kosten. Der künftige Nachfolger von Dieter Zetsche, Mercedes-Entwicklungsvorstand Ola Källenius, kündigte an. dass Mercedes von der A-Klasse bis zur S-Klasse mit Plug-in-Hybriden entwickeln werde. Källenius: „Wenn wir die reale elektrische Reichweite auf 50 Kilometer erweitern, dann fahren die meisten Kunden von Montag bis Freitag rein elektrisch.“12

Offizieller und inoffizieller Verbrauchswert. Die Auto-Umweltliste des VCD kommt beim Volvo XC60 Plug-in-SUV auf verblüffende Diskrepanzen: Dieser „hat einen offiziellen Verbrauchswert von 3,2 Litern pro 100 Kilometer, im Verbrennungsmodus verbraucht er aber 7,1 Liter und hat einen inakzeptablen CO2-Ausstoß von 191 Gramm pro Kilometer.“
(S. 12)

Plug-in-Hybride auf dem Genfer Autosalon. Der kommende Mercedes-Chef Ola Källenius kündigt an, die Plug-in-Modelle bis zur A-Klasse zu erweitern. Audi-Chef Bram Schot rief das „Jahr der Plug-in-Hybride“ aus. Bei BMW will man das komplette Segment abdecken. „Die  Reichweiten liegen zwischen 50 und 60 Kilometern, der X5 soll sogar 80 Kilometer rein elektrisch schaffen.“13
Die Angst vor innerstädtischen Fahrverboten wirft ihren Schatten voraus.

Neuer BMW 745e. Das e ist eigentlich ein Fake: Der 745e ist ein Plug-in-Hybrid mit Drei-Liter-Sechszylindermotor (286 PS) und ein Elektromotor (113 PS)-. Der 12 kWh-Akku reicht für längstens 55 elektrisch gefahrene Kilometer: Dann geht es fossil weiter.14

Mitsubishi Outlander Plug-in-Hybrid. Das ist der mit 150.000 Exemplaren in Europa meistverkaufte PHEV: 4,69 Meter lang, knapp zwei Tonnen schwer mit zwei Elektromotoren (95 und 82 PS) und einem Benzinmotor (135 PS). Die Werksangabe für die elektrische Reichweite beträgt bis zu 54 Kilometer – ein laut SZ unrealistischer Wert bei eingeschalteter Heizung im Winter. Der Verbrauch im Straßenmix auf 100 km im SZ-Test lag bei 2,7 Liter Benzin plus 15,9 kWh Strom.15
Auf CO2 und deutschem Strommix umgerechnet: 2,37 kg x 2,7 plus 15,9 x 500g ergibt 143 Gramm CO2 pro Kilometer: nicht berauschend für den ganzen Aufwand!
((Quelle C02: Dekra))

Bundesverkehrsministerium: nicht wirklich umweltfreundlich. Die Grüne Bundestagsfraktion hatte beim BMVI die reale ökologische Bilanz der Plug-in-Hybride angefragt. Das KBA weist seit 2012 darüber Statistiken aus: Die CO2-Emissionen lagen 2012 bei 48 Gramm, 2015 bei 41 und 2018 bei 46 Gramm. Durch den realistischeren WLPT-Test werden sich die Werte noch erhöhen. 2016 wurden in Deutschland über 14.000, 2017 fast 29.500 und 2018 über 31.500 Plug-in-Hybride zugelassen. Diese sind vor allem auf Kurzstrecken und mit häufiger Batterieladung umweltfreundlich. Da über 50 Prozent aber als Dienstwagen benutzt werden, wird vornehmlich fossil gefahren. „In Großbritannien kam im vergangenen Jahr gar  heraus, dass viele Fahrer nicht einmal ihr Ladekabel ausgepackt hätten – und das, obwohl sie vom Staat Zuschüsse bekamen.“16 Für den verkehrspolitischen Sprecher der Grünen, Stefan Kühn, sind Plug-in-Hybride ein „Etikettenschwindel“, der gar nicht so hoch subventioniert werden dürften. Der BUND-Verkehrsexperte Jens Hilgenberg kritisierte, dass die Plug-in-Technologie in immer größeren SUVs eingesetzt werden: „Wir lügen uns alle in die eigene Tasche, dass die CO2-Emissionen mit Plug-in-Hybriden real gesenkt werden können.“16

Automatisches Erkennen von Umweltzonen. Ab 2020 baut BMW eine Funktion namens „E-Drive-Zones“ in seine Plug-in-Modelle ein. Damit erkennt das BMW-Modell Umweltzonen und schaltet automatisch in den Elektromodus um.17

Subaru Forester. Ab 2020 gibt es ihn auch als Plug-in-Hybrid. Der Elektromotor hat 10 kW, die Akku-Kapazität reicht für 1,5 Kilometer elektrische Fahrt und etwa 40 km/h. „Der Normverbrauch liegt bei 6,7 Liter. dafür schleppt das Auto mehr als zwei Zentner zusätzliche Technik mit, die sich Subaru ordentlich bezahlen lässt.“18

In der SZ werden Besonderheiten zu Plug-in-Hybride aufgeführt. Der potentielle Käufer eines Plug-in-Hybrids (PHEV) sollte sein Fahrprofil kennen: kein Auto für Langstreckenfahrer, kein Auto für jemand ohne Lademöglichkeit. Die Reichweite bei rein elektrischem Fahren liegt etwa zwischen 40 und 60 Kilometer. Im Artikel gibt es auch eine Modellpalette von Plug-in-Modellen 2019.19

PHEV in den Markt gedrückt. Der reale Verbrauch der PHEV wird durch die offiziellen Testzyklen heruntergedrückt. „Mit rund zwei Liter Durchschnittsverbrauch und weniger als 50 g/km CO2 machen sie  sich in der europäischen Flottenbilanz durch Supercredits doppelt bezahlt.“20 Zur unrealistischen CO2-Bilanz kommt die Tatsache, dass PHEV kaum oder nur wenig elektrisch fahren: Ansonsten müssten sie täglich geladen werden. Im Fossil-Betrieb verbrauchen sie nach Testreihen  etwa 7,6 Liter auf 100 Kilometer. Das ICCT, das den VW-Dieselskandal aufgedeckt hat, dringt für WLTP-Werte auch bei Plug-in-Hybride: Ab 2023 sollen die realen CO2-Werte neu festgesetzt werden.20

Keine sauberen Plug-in-Dienstwagen. Die Plug-in-Hybride werden auch mit dem „Umweltbonus“ gefördert: Die Prämie soll von 3000 auf 4500 Euro steigen. Sie haben einen Elektromotor plus Akkus (meist  mit einer Reichweite zwischen 30 und bis zu 100 Kilometer) und einen Verbrenner. Die Normwerte der Hersteller sind absurd niedrig. „So gibt beispielsweise Mercedes für das 2,4 Tonnen schwere Hybrid-SUV GLE 350 de einen Normverbrauch von 1,1 Litern auf 100 Kilometer an.“21 Dabei schleppt der Plug-in-Hybrid noch die schwere Elektro-Ausstattung mit sich, die in der Realität nur selten benutzt wird. Der „Utility-Faktor“ gibt den Anteil der Elektrofahrt zur Verbrennerfahrt an. Bei z. B. 50 Kilometer elektrischer Reichweite liegt der Utility-Faktor bei etwa 75 Prozent, d. h., dass der Fahrer 75 Prozent elektrisch fährt. Da aber viele Plug-in-Hybride als  Dienstwagen lange Strecken fossil betrieben fahren, ist der werksseitig angegebene niedrige Wert total unrealistisch: Gemäß einer Studie liegt der Verbrauch von Dienstwagen um 143 Prozent über den Herstellerangaben.21 Nun stellen aber viele Firmen den höheren Mitarbeitern den Plug-in-Hybrid als Dienstwagen zur Verfügung, der zumeist längere Strecken unterwegs ist. Dazu äußert Stefan Bratzel vom CAM: „Eine Studie hatte gezeigt, dass  der tatsächliche Verbrauch von Dienstwagen mit Plug-in-Technologie im Durchschnitt um 143 Prozent über den Herstellerangaben liegt.“22

Auslaufmodell Plug-in-Hybrid? Im Dezember 2018 wurden 1875 Plug-in-Hybride neu zugelassen, im Dezember 2019 waren es 5580, natürlich bedingt durch großzügige Subventionen. Das ist kein Fortschritt für den Umweltschutz. „Denn die Teilzeitstromer gelten als ökologisches Feigenblatt. Sie verbrauchen in den genormten Tests zwar kaum Kraftstoff und stoßen deshalb nur äußerst wenig CO2 aus – dieser Vorteil existiert bei einem Plug-in-Hybrid jedoch nur auf dem Papier: Einer Untersuchung der britischen Beratungsfirma The Miles Consultancy zufolge lag der Verbrauch von 1500 Plug-in-Hybriden bei sechs Litern auf 100 Kilometer – anstatt der im Schnitt versprochenen zwei.“23 Denn die Plug-in-Hybride sind oft Dienstwagen (wie die Mercedes E-Klasse, der BMW 330e, der Audi Q5) und fahren meist lange Strecken – fossil. Das  verbreitete Fossil-Fahren hat auch einen Grund in den Tankkarten, welche von Firmen bei Dienstwagen zur Verfügung gestellt werden: Den Strom muss der Fahrer dann privat zahlen. Die Ladekabel liegen oft noch original-verpackt im Kofferraum. Da bei den Plug-in-Hybriden noch das Gewicht des Elektro-Antriebs dazukommt, brauchen sie mehr Kraftstoff als konventionelle Verbrenner. Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut hält den Plug-in-Hybrid-Boom für ein Übergangsphänomen: „In fünf Jahren spricht kaum jemand mehr über den Plug-in-Hybrid, da er zu teuer ist und zu viel Sprit verbraucht.“23

VW Touareg R fährt elektrisch: 40 Kilometer weit. Der Genfer Autosalon 2020 fiel wegen der Corona-Epidemie aus. Und so konnte VW seinen Touareg R nur im Film präsentieren. „Ein übergroßer SUV wird per Film eingespielt, der Touareg R (der Zusatz steht für besonders sportliche, hochmotorisierte Modelle). Immerhin hat dieses ‚Topmodell‘ jetzt eine Batterie an Bord, mit der man 40 Kilometer weit per Strom fahren kann. Das dürfte reichen, um den Steuervorteil für elektrisch angetriebene Dienstwagen zu bekommen.“24

Unsinnige Förderung von PHEV. Die Subvention für reine Elektroautos mit dem halben Steuersatz gilt auch für Plug-in-Hybride. Für sie gilt oft auch eine halb so hohe Leasingrate wie für reine Elektroautos: und das bei einer elektrischen Reichweite von 30 bis 60 Kilometer, die oft genug gar nicht genutzt wird. „Die Geschichten von Plug-in-Hybriden, die aus dem Leasing zurückkommen und bei denen das Ladekabel unausgepackt im Kofferraum liegt, bestätigen viele Flottenmanager.“25 Dazu schleppen die Plug-in-Hybride noch viele Kilos an Batterien und Elektromotor mit – und brauchen deswegen oft mehr Kraftstoff als reine Verbrenner. Der Geschäftsführer des Bundesverbands Fuhrparkmanagement, Axel Schäfer, hält deswegen den Hybrid-Steuerbonus für „eine fatale Fehlentscheidung, die rückgängig gemacht werden müsste‘.“25

Der Plug-in-Hybrid-Schwindel. Aus dem Rundbrief von Forum Umwelt und Entwicklung: Plug-in-Hybride werden „als Elektromobile verkauft, obwohl sie in der Regel nur die ersten 50 Kilometer elektrisch und danach wieder auf der Basis fossiler Brennstoffe fahren. Die Autos werden so noch teurer und ineffizienter, aber als Nullemissionsfahrzeuge in den EU-Grenzwerten anerkannt.“26
Und damit werden wieder die Super-Credits angerechnet.

Fußnoten und Quellen:
  1. Wüst, Christian, Notstrom aus Benzin, in Der Spiegel 27/2011 []
  2. Specht, Michael, Alles geht, alles muss, in SZ 22.8.2011 []
  3. Harloff, Thomas, Sie haben alle das gleiche Manko, in sueddeutsche.de 1.4.2015 []
  4. So viel bringt das 5000-Euro-Geschenk wirklich, in spiegel.de 19.1.2016 []
  5. So viel bringt das 5000-Euro-Geschenk wirklich, in spiegel.de 19.1.2016; Hervorhebung WZ []
  6. Lamparter, Dietmar H., Wer holt Tesla ein? in Die Zeit 7.7.2016 []
  7. Traufetter, Gerald, „Nie mehr zur Tankstelle“, in Der Spiegel 6/6.2.2016 []
  8. Böll, Sven, Hawranek, Dietmar, Pauly, Christoph, Traufetter, Gerald, Staathilfe für Luxusautos, in Der Spiegel 5/30.1.2016 []
  9. Becker, Joachim, Stromer für alle, in SZ 17.6.2017 [] []
  10. Kacher, Georg, Stecker sucht Anschluss, in SZ 12.8.2017 [] []
  11. Grünweg, Tom, Hybris auf vier Rädern, in spiegel.de 12.9.2017; Hervorhebung WZ []
  12. Becker, Joachim, Ohne Spannung, in SZ 12.5.2018 []
  13. Fahrenholz, Peter, Plötzlich gefragt, in SZ 9.3.2019 []
  14. Kacher, Georg, Segeln statt rasen, in SZ 6.4.2019 []
  15. Fahrenholz, Peter, Unbekannter Bestseller, in SZ 4.5.2019 []
  16. Kel, Ekaterina, Auf den Fahrer kommt es an, in SZ 6.8.2019 [] []
  17. Kunkel, Christina, Effizienzauto mit Extrakick, in SZ 10.8.2019 []
  18. Geiger, Thomas, Boxer unter Strom, in spiegel.de 14.10.2019 []
  19. Fahrenholz, Peter, Kunkel, Christina, Stromern ohne Reichweitenangst, in SZ 16.11.2019 []
  20. Becker, Joachim, Kunkel, Christina, Möchtegern-Elektroautos, in SZ 16.11.2019 [] []
  21. Frahm, Christian, Die Mär vom sauberen Dienstwagen, in spiegel.de 29.11.2019 [] []
  22. Frahm, Christian,  Die Mär vom sauberen Dienstwagen, in spiegel.de 29.11.2019 []
  23. Der Boom der Plug-in-Hybride ist eine schlechte Nachricht für das Klima, in spiegel.de 8.1.2020 [] []
  24. Hägler, Max, Kunkel, Christina, Klatschen am Band, in SZ 4.3.2020 []
  25. Kunkel, Christina, Reis, Saskia, Ladehemmung, in SZ 28.4.2020 [] []
  26. Stolper, Ernst-Christoph, Elektromobilität – Es kommt darauf an, was man daraus macht, in Forum Umwelt & Entwicklung, Rundbrief 2/2020, 17.6.2020 []
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