Elektroauto Chronik eines Irrtums

Samsung

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Der Samsung-Konzern. Der Konzern interessiert hier als einer der weltgrößten Produzenten von Akkus für Elektroautos.
Samsung ist ein südkoreanischer Mischkonzern, der Unterhaltungselektronik und Smartphones produziert (dafür  ist er in Deutschland bekannt.) Samsung wurde 1938 gegründet und ist einer der „Chaebols“: Das sind große südkoreanische Mischkonzerne, die in Familienhand sind. Samsung war eng mit der Militärdiktatur in Südkorea verbunden. „Von den 1960er- bis in die 1980er-Jahre steckten die Chaebol mit der von Parks Vater Park Chung-hee begründeten Militärdiktatur unter einer Decke. Die Regierung plante zusammen mit ihren Bossen, in welche Wachstums-Industrien sie investieren sollten und bot ihnen Startkapital. Sie garantierte ihnen den Inlandsmarkt, unterdrückte den Wettbewerb und die Gewerkschaften. Dafür produzierten die Chaebol Wachstum. Und durften sich über die Gesetze hinwegsetzen. 1987 stürzten die Studenten die Diktatur, seither ist Korea eine Demokratie und ein Rechtsstaat.“ [1]
Samsung machte 2014 mit 479.000 Mitarbeitern einen Umsatz von umgerechnet 229,7 Mrd. Euro. „Flaggschiff der Gruppe ist Samsung Electronics, der weltweit größte DRAM-, NAND-Flashspeicher-, SSD-, Fernsehgeräte-, Kühlschrank, Handy- und Smartphone-Hersteller. (…) Nach dem Tod des Unternehmensgründers im Jahr 1987 übernahm der dritte Sohn, Lee Kun-hee, den Vorsitz der Gruppe. Seit er wegen eines Skandals 2008 als Vorsitzender von allen Posten zurückgetreten ist, wird die Samsung-Gruppe von den Chief Executive Officers der einzelnen Gesellschaften geführt.“ (Aus Wikipedia)
Lee Kun-hee wurde 1996 vom damaligen IOC-Präsidenten Julio Samaranch zum IOC-Mitglied ernannt und blieb dies bis 2008, wo er wegen eines großen Samsung-Korruptionsskandals zurücktreten und ins Gefängnis musste. Seit Februar 2010 ist er erneut IOC-Mitglied; er wurde vom damaligen südkoreanischen Staatschef begnadigt und kehrte 2011 als Samsung-Konzernchef zurück, um Südkoreas Bewerbung für Olympische Winterspiele 2018 zu promoten. Diese gingen dann 2018 auch nach Pyeongchang (und nicht nach München: Dagegen hatte sich auch unser Netzwerk nolympia.de energisch zur Wehr gesetzt).
Zu Samsung vergleiche auch in meinem Kritischen Olympischen Lexikon: Samsung

Samsung SDI. Thomas Frey berichtete 2014 in der SZ über die Batteriefabrik SDI von Samsung in der südkoreanischen Stadt Ulsan. Sie soll noch wesentlich ausgebaut werden. „Die Zukunft des Autos entscheidet sich möglicherweise gar nicht in Konzernzentralen in München, Stuttgart oder Wolfsburg. Sie entscheidet sich wohl erst recht nicht in Brüssel, Berlin oder Washington, wo über CO2-Werte gestritten wird und Lobbyisten kämpfen. Sie entscheidet sich hier, an Orten wie Ulsan. 350 Kilometer südlich der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Und an die 9000 Kilometer von München entfernt. (…) Bisher lieferte Samsung seine Batteriezellen für die neuen Elektroautos i3 und i8. Biskuitrollen, die dann im bayerischen Dingolfing zu Batterien zusammengesetzt werden. Jetzt sollen es noch viel mehr werden, auch sämtliche Hybrid-Modelle von BMW, also Autos, die halb elektrisch, halb mit Benzin fahren, kriegen Batteriezellen von Samsung.“ [1] – „16 Milliarden Dollar hat das Konglomerat allein im vergangenen Jahr in Zukunftstechnologien investiert – ein nicht kleiner Teil davon ging in das Geschäft mit Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos. Also nach Ulsan. Die Samsung-Tochter SDI hat zehn Fabriken und 16.000 Mitarbeiter, und ihre Manager sagen, dass man ‚der einzige Lithium-Ionen-Hersteller ohne Rückrufe wegen Sicherheitsproblemen‘ sei. Das ist insofern wichtig, als dass brennende Batterien in einem Elektroauto nicht nur den Wagen beschädigen, sondern das Image eines ganzen Konzerns gleich mit. Als vor einiger Zeit Batterien eines Teslas in Brand gerieten, wurde monatelang über die Sicherheit von Elektroautos diskutiert. Das Unternehmen hatte erst mal mehr mit seiner Krisenkommunikation zu tun als mit Autos. Kaum vorstellbar, was wäre, ginge ein i3 in Flammen auf – für BMW wäre dies der Supergau. Womöglich sogar das Ende einer Elektroauto-Strategie.“ [1]

[1] Neidhart, Christoph– Die Schlinge zieht sich zu, in SZ 17.1.2017

[2] Fromm, Thomas, Gangnam Style, in SZ 19.7.2014.

von wz
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