Elektroauto Chronik eines Irrtums

Renault Zoe

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Aktualisiert 30.5.2020

Der Renault ZOE ist ein reines Elektroauto und seit März 2013 lieferbar. Er hat die Plattform des Renault Clio. Synchronmotor mit 43 kW, ist 408 cm lang und hat eine Vmax von  135 km/h. Er kostet in Deutschland 2018 ab 23.200 Euro.
„Die Reichweite der Baureihe Q210 mit 22-kWh-Akku beträgt 210 km (NEFZ), die praxisnahe Reichweite lag dabei zwischen 100 und 150 km. Die Reichweite der Baureihe R240 beträgt 240 km (NEFZ). Seit Januar 2017 beträgt die NEFZ-homologierte Reichweite des seitdem erhältlichen 41-kWh-Akkus 400 km.“ (Wikipedia)
Die Ladezeiten für die 41-kWh-Traktionsbatterie betragen laut Herstellerangaben bei 80-prozentiger Aufladung je nach Anschlusswert der Ladestation zwischen 98 Minuten an der 22-kW-Wallbox und 20 Stunden an der Haushaltssteckdose. (Wikipedia)

Michael Specht in der SZ: „Renault verlangt zumindest keine Mondpreise für den Zoe: 21.700 Euro sind allerdings nur die halbe Wahrheit. Zum Basispreis addiert sich das Batterie-Leasing, das je nach Jahreskilometerleistung und Laufzeit zwischen 79 und 122 Euro pro Monat kostet. Dafür nimmt der Hersteller dem Kunden während der Vertragslaufzeit alle Batteriesorgen ab. Bei Problemen gibt’s anstandslos einen neuen Akku. Selbst wer stromlos strandet, wird zum Nulltarif zur Ladestation geschleppt.“1

Christian Wüst beschreibt im Spiegel den Zoe als „eines der fortschrittlichsten Autos der Welt (…). Er fährt mit Strom – und neuerdings fast doppelt so weit wie sein Vorgänger: in der gültigen europäischen Normmessung 400 Kilometer mit einer Batterieladung. Der Wert ist umso erstaunlicher, als der Akku, mit dem das geht, nicht mehr Platz einnimmt als der etwa halb so starke zuvor und den Wagen auch kaum teurer macht. Mit einem Preis von 32.900 Euro ist der Zoe der erste Vertreter einer neuen Entwicklungsstufe von Elektroautos, die von einem achtbaren Fortschritt der Batterietechnologie profitieren.“2

Update vom Februar 2020: Der Renault Zoe führt die Statistik für E-Autos für das Jahr 2019. In Deutschland wurden 9431 Zoe zugelassen, in Europa rund 46.000. Der Zoe wurde von Renault jüngst runderneuert. Die Batteriekapazität wurde auf 41 kWh (bisher 22 kWh) erhöht und kann auf 52 kWh erweitert werden. Der Ladestecker entspricht nun der CCS-Norm; geladen werden kann mit bis zu 50 kW. Die Preise beginnen bei 21.900 Euro. Man kann den Zoe auch ohne Batterie kaufen und diese ab 74 Euro monatlich mieten. Ein Kauf kostet ab 8090 Euro.3

SZ-Test Renault Zoe, März 2020: In der SZ testete Nils Wischmeyer das nach wie vor meistverkaufte Elektroauto. Er beschrieb die üblichen Zoe-unspezifischen Probleme mit der Lade-Infrastruktur (die ihn zum Laden im Hof des Münchner Bordells „Pascha“ zwangen), aber auch das Zoe-Ladekabel „in der Größe einer ausgewachsenen Anakonda. Fazit: „Mit einem einheitlichen Standard und einer breiten Lade-Infrastruktur wäre das etwas anderes. Dann könnte ich mir vorstellen, statt mit der Straßenbahn mit dem E-Auto durch die Stadt zu summen.“4 Im Autobild-Test kam der Zoe auf einen Verbrauch von 21,65 kWh auf 100 Kilometer.5
Und damit würde Herr Wischmeyer von einem umweltfreundlichen elektrischen Verkehrsmittel, der Straßenbahn, auf ein weit weniger umweltfreundliches E-Mobil umsteigen.

Mit falschen 0 Gramm CO2 unterwegs. „Renault ZOE LIFE R110 Z.E. 40 (41-kWh-Batterie): Fahrzeugpreis 25.671,- € (inkl. 3.570 € Renault Anteil im Rahmen des Elektrobonus) inkl. Antriebsbatterie. (…) 80 kW: Stromverbrauch kombiniert (kWh/100 km): 15,9; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km.“6

Fußnoten und Quellen:
  1. Specht, Michael, Der lange Weg stromaufwärts, in SZ 30.3.2013 []
  2. Wüst, Christian, Revolutionäre Zellen, in Der Spiegel 8/18.2.2018 []
  3. Janßen, Frank, Stiller Champion, in Stern 20.2.2020 []
  4. Wischmeyer, Nils, Unterwegs mit der Ladezicke, in SZ 21.3.2020 []
  5. Menke, Mirko, Voswinkel, Stefan, Der neue Zoe überzeugt, in autobild.de 16.2.2020 []
  6. Renault-Anzeige Stern 28.5.2020; Hervorhebung wz []
von wz
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