Elektroauto Chronik eines Irrtums

Northvolt

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Aktualisiert 5.11.2020

Aus Wikipedia: Das schwedische Unternehmen Northvolt AB entwickelt und produziert Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos und zur Energiespeicherung. 2015 wurde es gegründet unter dem Namen SGF Energy von Peter Carlsson, einem ehemaligen Tesla-Einkaufschef. Hinzu kam 2016  und Paolo Cerruti, ebenfalls Tesla-Manager. 2016 wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben zur Errichtung einer Gigafactory in Schweden. 2017 gab Northvolt bekannt, dass die Gigafactory mit bis zu 100.000 Batteriesystemen pro Jahr in Skellefteå gebaut werden soll: Der Gesamtfinanzbedarf für Northvolt Ett soll 4 Milliarden Euro betragen. Die Europäische Investitionsbank (EIB) teilte im Mai 2019 mit, dass sie  das Projekt mit 350 Millionen Euro unterstützt. In 2016 wurde eine erste Machbarkeitsstudie mit Unterstützung der schwedischen Energieagentur in Auftrag gegeben. Ziel war die Errichtung einer Gigafactory, also einer Batteriefertigung für die Automobilindustrie in Schweden. 2017 gab das Unternehmen bekannt, dass diese Fabrik in Skellefteå gebaut werden soll und die Produktionskapazität bis zu 100.000 Batteriesysteme pro Jahr betrage. Der Gesamtfinanzierungsbedarf für Northvolt Ett wurde zu diesem Zeitpunkt mit ca. 4 Milliarden Euro angegeben. Im Mai 2019 gab die Europäische Investitionsbank (EIB) bekannt, dass sie den Ausbau der Produktionskapazitäten im Werk Northvolt Ett mit einem Finanzierungsbeitrag von 350 Millionen Euro unterstützen wird.
„Im Dezember 2019 konkretisierte Northvolt die Pläne für das Recycling von Batterien unter dem Namen Revolt. Eine erste Recyclinganlage soll bis 2022 im Werk Northvolt Ett entstehen. Die langfristige Zielsetzung dabei ist es, den Recyclinganteil bei der Produktion neuer Batterien schrittweise auf 50 Prozent zu erhöhen. Eine Pilotanlage zur Erprobung der Abläufe ist für 2020 am Entwicklungsstandort in Västerås geplant.“ (Wikipedia)

Siemens-Beteiligung. VW beteiligte sich am Aufbau einer skandinavischen Batteriefabrik. “Der Siemens-Konzern kündigte im Mai an, sich an einer geplanten großen Fabrik des schwedischen Batterieherstellers Northvolt zu beteiligen.”1

Volkswagen-Beteiligung. Neben dem deutsch-französischen Batteriekonsortium um Opel, PSA, Saft und Total, das mit bis zu 1,2 Mrd. Euro an öffentlichen Geldern subventioniert wird, soll es noch eine zweite Kooperation mit deutscher Beteiligung geben: “Dabei könnte es sich um eine Allianz aus Volkswagen und dem schwedischen Anbieter Northvolt handeln, heißt es in der Branche.”2

“Saubere Energie” benötigt. “Der Energieaufwand in der Zellfertigung ist erheblich: Rund 20 Prozent des im Lebenszyklus eines BEV anfallen-den CO2(bei 150.000 gefahrenen km) oder rund 40 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes in der Produktion des Fahrzeuges entfallen auf die Produktion der Batterie (Europäisches Parlament2018). Dies hat zwei unmittelbare Konsequenzen für die Produktion in Deutschland: Zum einen machen höhere Strom- und Energiekosten die Fertigung und damit das Endprodukt vergleichsweise teuer. Zum anderen sollte der in der Fertigung eingesetzte Strom in die Energiebilanz des Fahr-zeugs eingerechnet werden. Je „sauberer“ der in der Zellfertigung verwendete Strom, desto geringer ist der tatsächliche CO2-Ausstoß pro km der Fahrzeuge, in welche die Zelleneingebaut werden. Dieser Tatsache trägt beispielsweise das schwedische Unternehmen Northvolt Rechnung, das in Kooperation mit u.a. bayerischen Automobilherstellern strategisch auf Batteriefertigung mit Ökostrom setzt.3

VW mit eigener Akkuproduktion. VW hat in Salzgitter eine Pilotanlage für die Akkuproduktion in Kleinserien eröffnet. 300 Experten entwickeln Fertigungsverfahren für Lithium-Ionen-Akkus; ab 2020 sollen jährlich Akkus mit der Kapazität von 16 GWh produziert werden. Bis 2023/24 werden eine Milliarde Euro in die Pilotphase investiert. Dann sollen über tausend Arbeitsplätze entstehen, davon 700 im Joint Venture mit Northvolt. VW-Beschaffungsvorstand Stefan Sommer: “Durch die Bündelung der Kompetenzen am Standort stellen wir sicher, dass wir die Weiterentwicklung der Batteriezellen als Schlüsselkomponente der Elektrifizierung selbst vorantreiben und schnell in die Serienfertigung überführen können.”4

VW produziert mit Northvolt. VW wird ab 2020 in Kooperation mit Northvolt in Salzgitter den Bau einer Batteriezellenfabrik starten. die Produktion soll zum Jahreswechsel 2023/2024 beginnen, die Kapazität ist auf 16 GWh ausgelegt.5 Zwei Milliarden Euro soll für VW der Einstiegspreis für die Zellproduktion sein – bei geringen Verdienstmöglichkeiten: “So wertvoll eine E-Auto-Batterie sei, etwa 80 Prozent davon würden die Rohstoffe ausmachen.”6

Deutsche Batterieherstellung. Tesla möchte in seiner Gigafactory in Grünheide/Brandenburg die benötigten Batterien selbst herstellen. Ein Grund ist sicher auch die Förderung der Zellproduktion in Deutschland durch das Bundeswirtschaftsministerium. VW wird mit Northvolt in Salzgitter produzieren, Daimler mit Farasis in Sachsen-Anhalt, BMW mit CATL in Thüringen.7

Wachsender Batteriebedarf. Der VW-Konzern schätzt den eigenen Bedarf an Batterien im Jahr 2025 allein in Europa auf über 150 GWh; in China wird noch einmal dieselbe Menge benötigt: U. a.  deshalb ist VW die Kooperation mit Northvolt eingegangen. “Auch BMW hat einen Liefervertrag mit Northvolt über zwei Milliarden Euro abgeschlossen.”8 Schweden hat einen hohen Anteil an günstigem Ökostrom, der durch das Angebot an Wind- und Wasserkraft zustande kommt. Das kommt auch Northvolt zugute. “In Skellefteå sollen Akkus mit einer Gesamtkapazität von 32 GWh gebaut werden. Das entspricht fast der Größe von Teslas Fabrik in Nevada und kann etwa 600.000 Elektroautos mit Energiespeichern versorgen.”8

Vergleiche auch: Deutsche Batteriegeschichte

Fußnoten und Quellen:
  1. Balser, Markus, Dostert, Elisabeth, Aufgeladene Hoffnung, in SZ 23.10.2018 []
  2. Hägler, Max, Klimm, Leo, Ein Köder für die Industrie, in SZ 3.5.2019 []
  3. Ifo-Institut (Falck, Oliver / Koenen, Johannes), Fahrzeugbau – Wie verändert sich die Wertschöpfungskette, Ifo-Studie im Auftrag des BIHK, München, Juni 2019, S. 15f []
  4. VW steigt in Fertigung von Batteriezellen ein, in spiegel.de 23.9.2019; DPA, VW baut Batteriezellen, in SZ 24.9.2019 []
  5. (VW erhöht Produktionsziel für E-Autos, in spiegel.de 27.12.2019; Reuters, VW macht bei E-Autos Tempo, in SZ 28.12.2019 []
  6. Hägler, Max, Klimm, Leo, Forschen auf dem Acker, in SZ 31.1.2020 []
  7. Tesla plant eigene Batterieproduktion für deutsche Fabrik, in spiegel.de 24.7.2020 []
  8. Becker, Joachim, Akkus, die aus der Kälte kommen, in SZ 27.10.2020 [] []
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