Elektroauto Chronik eines Irrtums

Nikola

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Aktualisiert 16.9.2020

Aus Wikipedia: Nikola wurde 2014 gegründet von Trevor Milton (CEO) gegründet, der derzeit über 40 Prozent der Anteile hält. Sein Sitz ist Phoenix, Arizona. Nikola will Hybrid-Trucks entwickeln. Das norwegische Unternehmen Nel Hydrogen investierte 2018 fünf Millionen Dollar in Nikola und will mit Nikola ein Netz von Wasserstofftankstellen aufbauen. Die US-Brauerei Anheuser-Busch bestellte 800 Lastwagen mit Alternativ-Antrieb; insgesamt sollen 14.000 Vorbestellungen vorliegen. Seit 29.6.2020 kann der Badger (Dachs) vorbestellt werden. Neben anderen stieg Bosch mit über 100 Millionen Dollar bei Nikola ein und will ab 2022 Brennstoffzellen liefern. Modelle sind u. a. Nikola Zero: ein buggy-ähnlicher Prototyp; Nikola One: E-Lastwagen mit großem Wasserstofftank und Brennstoffzelle und einer Reichweite von 1200 Meilen (rund 1900 km); Nikola Two: wie One, mit kleinerem Fahrerhaus; Nikola Tre: soll ab 2021 produziert werden und ist auch für Europa geplant; die Reichweite liegt zwischen 600 und 1200 km. Ab 2021 wird ein Joint Venture aus Nikola und CNH Industrial, dem Mutterkonzern von Iveco, im Ulmer Werk von Iveco eine reine E-Version produzieren, ab 2023 soll auch eine Wasserstoffversion ausgeliefert werden. Im Februar 2020 wurde der Pickup Badger angekündigt: Er hat 160 kWh und eine Brennstoffzelle mit 120 kW und soll 900 km Reichweite ermöglichen.

General Motors steigt ein. GM bildet im September 2020 mit Nikola eine strategische Partnership und erhält Aktien für zwei Milliarden Dollar. Dafür fertigt GM den Badger in einer eigens zu errichtenden GM-Fabrik und liefert den Batterie- und Brennstoffzellenantrieb. Nikola will dadurch Kosten von mehr als zehn Milliarden Dollar in zehn Jahren sparen, und GM verspricht sich einen Wertzuwachs von vier Milliarden Dollar; hinzu kommen für GM die Gutschriften für Nullemissionsautos. (Am Verkauf dieser Zertifikate verdient auch Tesla sehr gut.) Nikola-Chef Trevor Milton lobte die neue Kooperation mit GM. GM wollte zuerst mit dem Nikola-Konkurrenten Rivian zusammenarbeiten, der sich dann aber für Ford entschied. GM will ab Ende 2021 einen eigenen E-Pickup (GMC Hummer) ausliefern. Der Pickup-Markt in den USA ist ein großes und lukratives Segment, und die Tendenz könnte zum E-Pickup gehen.1

Nikola als „SPAC. Der frühere Opel-Chef Karl-Thomas Neumann wurde vom früheren Vize-Chef von General Motors, Steve Girsky, kontaktiert. Beide brachten eine „Special Purpose Acquisition Company“ (SPAC), eine Platzhalterfirma, an die Börse. Damit kann man dann ein richtiges Unternehmen schnell an die Börse bringen: Neumann und Girsky machten dies dann im Juni 2020 mit Nikola.  „Dabei wurde das Unternehmen auf drei Milliarden Dollar taxiert, eine knappe Woche später lag der Wert bei über 30 Milliarden Dollar – mehr als ord. ‚Im Moment herrscht Goldgräberstimmung‘, sagt Neumann. ‚Wir haben eine regelrechte Welle losgetreten. Alle sagen: Wow, Nikola. Das machen wir auch.'“2

Vergleiche auch: Tesla Cybertruck, Rivian, Elektro-Lkw

Fußnoten und Quellen:
  1. Nikola statt TeslaGM steigt bei Elektrotruckfirma ein, in manager-magazin.de 9.9.2020 []
  2. Rest, Jonas, Elon Musks schlimmster Albtraum: Wie Nikola, Rivian und Canoo Tesla attackieren, in manager-magazin.de 15.9.2020 []
von wz
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