Elektroauto Chronik eines Irrtums

Musk, Elon

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Aktualisiert 27.4.2019

Elon Musk (*1971 in Pretoria, Südafrika) gründete 1995 mit seinem Bruder Kimbal das Unternehmen Zip2 (Angebote für Medienunternehmen), das 1999 von Compaq für 307 Millionen US-Dollar gekauft wurde. 1999 gründete Musk das Unternehmen X.com, ein Online-Bezahlsystem per Email, das im Jahr 2000 mit Confinity fusionierte.  Letzteres hatte PayPal entwickelt, welches zum wichtigsten Bezahlsystem weltweit werden sollte. 2002 wurde Paypal für 2,2 Milliarden US-Dollar an eBay verkauft. 2002 gründete Musk das Raumfahrtunternehmen SpaceX, das unbemannte Raumflüge anbietet, um Satelliten  ins All zu bringen. 2008 erfolgte der erste Flug der Falcon-1-Rakete.
2004 investierte Musk in den Elektroauto-Hersteller Tesla, seit 2015 werden die Tesla-Powerwall-Energiespeichersysteme für private Haushalte hergestellt.
2006 gründete Musk mit Verwandten SolarCity, das Solarstromanlagen herstellt und vertreibt. 2013 erfolgte die Gründung von Hyperloop: Ein Verkehrssystem in Doppelröhren, wo geschlossene Kapseln für 28 Personen mit Überschallgeschwindigkeit befördert werden sollen. 2015 wurde OpenAI gegründet zur Erforschung künstlicher Intelligenz. 2016 gründete Musk Neuralink, welches die Vernetzung des menschlichen Gehirns mit Maschinen untersucht. 2016 erfolgte auch die Gründung von The Boring Company, die ein unterirdisches Verkehrssystem entwickeln soll. 2018 wurde Thud gegründet, ein Medienunternehmen im Bereich Comedy. (Aus: Wikipedia)
Der Verkauf von Paypal brachte Musk nach Abzug von Steuern 180 Millionen Dollar: Er investierte 100 Millionen in SpaceX, 70 Millionen in Tesla und 10 Millionen in SolarCity.1

2013

Der Elektroauto-Pionier. Musk ist „Chef und Gründer von Tesla. Das Unternehmen baut inzwischen mit Gewinn das erfolgreichste Elektroauto der Welt. Es ist zum Statussymbol für Reiche mit grünem Gewissen geworden. (…) Tesla stand 2008 und 2009 zweimal kurz vor der Pleite, eine Finanzspritze der US-Regierung und der Einstieg von Daimler halfen in letzter Sekunde.“2

Der Welten-Problemlöser. „Er wolle die großen Probleme der Menschheit lösen, sagt er. Die Erde, sie ist nicht groß genug, und der Mensch soll eine Art ‚interplanetare Spezies‘ werden, sagt Musk. Das ist ein großes Ziel, größer jedenfalls als die Ziele, die die meisten Unternehmer vor ihm hatten. Elektroautos, Hyperloop, SpaceX. (…) In den USA nennen sie den Elektroauto-Unternehmer auch den ‚Rocket Man‘, den Raketen-Mann. Und wer ist der Marvel-Mann wirklich? Ist er ein Genie, ein großer Visionär oder ein genialer Marketing-Stratege?“3

2014

Musk im SZ-Interview, Februar 2014: „Und das Gesicht von Tesla bin ich. Sie müssen den Menschen das Gefühl geben, dass das, was sie umtreibt, wichtig ist. (…) Wenn die traditionellen Autohersteller zu einer aussterbenden Spezies werden sollten, wäre das sicherlich nicht unsere Schuld. Es wäre das System, das sie überrollt hat. Eines ist klar: Wer sich jetzt nicht schnell neu orientiert, wird zurückbleiben, im schlimmsten Fall sogar verschwinden. Die Leute werden in einigen Jahren auf Benzinmotoren zurückblicken, so wie wir heute auf Dampfmaschinen zurückblicken, und sagen: Es war eine gute Zeit, aber sie ist vorbei und kommt nie wieder.“4 Dafür will Musk das Superauto mit großer Reichweite und niedrigem Preis liefern – und dazu noch einiges aus dem Musk-Wunderland: „Wir sollten uns daran gewöhnen, dass Leute in ein paar Jahren hochfliegen. Jeder sollte eine Reise zum Mars machen können. (…) Falls jemand auf den Mars umziehen möchte, sollte das auch möglich sein. Auch die Vereinigten Staaten wurden irgendwann mal gegründet.“4

Der Elektro-Messias. Die Bewunderung für Musk und die Bereitschaft, Geld in Tesla zu investieren ist umgekehrt proportional zum geschäftlichen Erfolg. „Tesla Motors verkaufte im vergangenen Jahr (2013; WZ) gerade mal 22.000 Autos, erwirtschaftete einen Verlust von 55 Millionen Euro und wird an der Börse mit rund 27 Milliarden Euro bewertet. BMW brachte fast zwei Millionen Autos auf den Markt, wies einen Gewinn vor Steuern von acht Milliarden Euro aus und ist nur gut doppelt so viel wert wie Tesla. Die Börse spiegelt vor allem die Erwartungen an die Zukunft eines Unternehmens wider. So gesehen ist Tesla einer der größten Hoffnungswerte – mit entsprechend großem Absturzpotenzial.“5
Und diese schlechten Geschäftszahlen werden bis 2018 anhalten.

Musk im Weltraum. Das Weltraum-Unternehmen Space X hat noch eine weitere Geschäftsidee: Mini-Satelliten in die Erdatmosphäre zu bringen, welche das Internet in jeden Winkel der Erde übertragen. „Der Mann, mit dem Musk hier zusammenarbeitet, heißt Greg Wyler und gilt als einer der Haudegen in der Satellitenszene. (…) Der Plan sieht nun so aus: Musk und Wyler wollen angeblich an die 700 Satelliten starten, die jeweils weniger wiegen als 120 Kilo. Im Vergleich zu normalen Satelliten also ziemlich wenig. Musk, der gerade eine Fabrik für Elektroauto-Batterien plant, überlegt angeblich auch, eine eigene Fabrik für Satelliten hochzuziehen.“6

Musk im Spiegel-Interview, November 2014. Vorbemerkung der Autoren: „Die Beschleunigung des 691-PS-Geschosses Tesla Model S P85D ist atemberaubend. Das Tempo passt zu Musk, dem Unternehmerstar aus dem Silicon Valley, der einst das Onlinebezahlsystem Paypal mitentwickelte. Seitdem hat der gebürtige Südafrikaner ein Zukunftsprojekt nach dem anderen gestartet: Er will Menschen zum Mars schießen, eine Hochgeschwindigkeitsbahn von San Francisco nach Los Angeles bauen und das Elektroauto zum Massenprodukt machen.“7

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Musk antwortete auf die Frage, warum es ein solches Auto braucht: „Weil es die negative Wahrnehmung von Elektroautos bricht. (…) Aber wenn wir zeigen, dass ein Elektroauto besser sein kann als ein Benziner, dass es weit fahren und sexy sein kann, dann wird es attraktiv. Mit unserem Wagen können Sie fast jedem anderen Auto auf dem Markt die Rücklichter zeigen. Das ist wichtig, es schafft einen Präzedenzfall. Es zeigt, dass die Technologie unwiderstehlich ist. Damit ebnen wir den Weg für Elektroautos, die auch im Massenmarkt funktionieren.“7
Zur Frage nach dem hohen Kohlestrom-Anteil in Deutschland äußerte Musk, dass dann eben der Energiemix geändert werden muss. Mit einer nachhaltigen Energieproduktion „ist es doch ganz offensichtlich, was für Autos wir brauchen: Elektroautos.“7
Das sehen viele umweltbewusste Menschen in Deutschland ähnlich. Sie übersehen, dass ein wachsender Anteil Elektroautos eine immense Erhöhung des „Ökostroms“ bedeuten würde – mit absehbaren Folgen für Fauna und Flora, Landschaft und Ästhetik. Siehe Stichwort: Erneuerbare Energien
Auf die Frage nach den Ressourcen in den Akkus antwortete Musk: „In unseren Fahrzeugen verwenden wir keine Seltenen Erden aus zweifelhaften Ländern. Unser Motor besteht vor allem aus Kupfer und Stahl. Und unsere Batterien enthalten lediglich Stoffe wie synthetischen Grafit oder Nickel.“7
In jedem Tesla Model S sollen zum Beispiel 50 Kilogramm Lithium verbaut sein.
Auf die Frage nach dem Kobalt räumte Musk ein, dass die Tesla-Akkus zehn Prozent Kobalt enthalten – die aber für die künftige Gigafactory aus Kanada bezogen würden.
Zur Frage der Reichweite verwies Musk auf die „Supercharger“: Wenn die Reichweite der Akkus groß genug ist und es ein ausreichendes Netz von Schnellladestationen gibt, wird kein Hybrid-Antrieb mehr nötig. Die neue Tesla-Software 2015 verweist auf den nächstgelegenen Supercharger.7
Zu den öffentlichen Verkehrsmitteln sagte Musk: „Wie wäre es mit individualisiertem Massentransport? Es will sich einfach nicht jeder in U-Bahn-Waggons quetschen. Das macht keinen Spaß. Es riecht dort meistens schlecht, es ist unpraktisch, weil alle an einem festgelegten Ort ein- und an einem anderen festgelegten Ort wieder aussteigen müssen.“7
Musk sprach sich dann für neue Tunnels aus – und warb für sein Projekt Hyperloop. An ökologischen Zielsetzungen hat Musk erkennbar kein Interesse: Die Elektroautos sind nur ein Vehikel für seine sonstigen gigantomanen Pläne, siehe SpaceX, Hyperloop, etc. Man kann ihm einigermaßen berechtigt eine gehörige Portion Größenwahn unterstellen.

2015

Wachstum gegen Gewinn. Im Januar 2015 kündigte Musk an, dass Tesla erst ab dem Jahr 2020 Gewinne machen werde. Bis dahin werde man investieren. Allein die neue Gigafactory in Nevada wird fünf Milliarden Dollar kosten. Musk: „Wenn wir nicht in Wachstum investieren würden, könnten wir schneller Gewinne schreiben.“8 Das war nicht gut für das Geschäft: Kurz danach sank der Aktienkurs um zeitweise zehn Prozent.8

Tesla-Verluste – Musk obenauf. Im Februar 2015 präsentierte Musk seine neue Vision: „In zehn Jahren werde sein Unternehmen mit 700 Milliarden Dollar so viel wert sein wie der IT-Konzern Apple. Heute bringt es Tesla auf einen Börsenwert von 25 Milliarden Dollar.“9 – Doch es gibt auch Kritiker: „Noch ist der von Musk angekündigte Börsenwert von 700 Milliarden Dollar in neun Jahren ebenso möglich wie ein grandioses Scheitern. Mark Spiegel von Stanphyl Capital Management etwa sagt: ‚Der Verkauf des Model S ist abgeflacht, Model X hat sich bislang als Enttäuschung herausgestellt. Model 3 wird dieses Unternehmen nicht retten, sondern sein Ende beschleunigen.‘ Das sind markige Worte, doch sind sie nicht unbegründet, wenn man das Unternehmen und den Markt für Elektroautos betrachtet. Zunächst einmal fährt Tesla noch immer gewaltige Verluste ein, im vierten Quartal 2015 waren es 320 Millionen Dollar.“10

Jürgen Schmieder in der SZ: „Musk gefällt sich in der Rolle des Visionärs, des Weltverbesserers, des Superhelden. Bisweilen wird er mit Iron Man verglichen, der die Welt in einer selbst gefertigten und solarbetriebenen Rüstung rettet. (…) Musk stilisiert sich gerne als Getriebener, nichts weniger verlangt er von seinen Angestellten. Wer die Welt verändern will, der muss dafür Opfer bringen. Dieses Mantra haben sie sich hier mit dem Mitarbeiterausweis umgehängt.“11

2016

April 2015: Musk präsentiert Model 3. Tesla verkauft erfolgreich ein Automodell, dessen endgültiges Aussehen unbekannt ist, das es noch nicht gibt, dessen Preis unbekannt ist und für das man 1000 US-Dollar anzahlen muss: Auslieferungstermin ungewiss. „Menschen in Hamburg, Tokio und vielen anderen Städten weltweit standen vor den Filialen des Unternehmens, viele übernachteten dort gar, um sich für 1000 Dollar ein Model 3 zu reservieren. (…) Musk erklärte die Vision des Unternehmens (die Welt retten) und nannte die wichtigsten Details: 350 Kilometer Reichweite, Beschleunigung von null auf hundert Kilometer pro Stunde in weniger als sechs Sekunden. Genügend Platz für fünf Erwachsene. Fünf Sterne in jeder Sicherheitskategorie. Pilotiertes Fahren. Schnellladestationen als Standard. 35. 000 Dollar Grundpreis. ‚Wollt ihr ihn sehen?‘, fragte er. Die Menge brüllte zurück: ‚Ja!‘ Dann kamen drei Fahrzeuge auf die Bühne. ‚Sie werden für diesen Preis kein besseres Auto bekommen‘, so Musk. Jubel.“ (…) Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien mehr als 180. 000 Bestellungen für das Model 3 eingegangen, schrieb er später am Abend in einem Tweet. (…) Er will der Visionär sein, der verrückt genug war, an eine weltweite Energiewende zu glauben – und diesen Weltretter-Wahnsinn angestoßen hat, der nun plötzlich verdammt vernünftig klingt.“10

2017

„Neuralink“. Im April 2016 beteiligt sich Musk an „Neuralink“: Das Unternehmen  arbeitet an der Vernetzung des menschlichen Gehirns mit Computern. „Musk hatte schon bei einem Konferenz-Auftritt im vergangenen Jahr gesagt, dass er künstliches Nervengewebe zum Verbinden mit Computern für eine wichtige Zukunftstechnologie hält. Es solle eine Art ‚direktes Interface zur Hinrinde‘ geben. Menschen könnten auf diese Weise mit künstlicher Intelligenz mithalten.“12

Aus einem Kommentar von Thomas Fromm zu Elon Musk in der SZ: „Ist Musk der geniale Vertreter eines völlig neuen Unternehmer-Typs? Einer, der Altes abschafft und sich selbst an die Spitze setzt? Oder doch ein Scharlatan? Am Ende etwa ein Durchgeknallter? (…)
Schon heute gibt Musk bei Elektroautos mit Tesla den Takt vor. Wenn Musk losrockt, reichen ein paar Twittereinträge aus dem Silicon Valley zum neuen massentauglichen Elektroauto Model 3, und in deutschen Konzernzentralen stecken Autostrategen ihre Köpfe zusammen und überdenken ihre Elektroautostrategie. Sie wissen: Sollte sich das Model 3 für knapp 30 .000 Euro gut verkaufen, dann sitzt Musk mit seiner Firma mittendrin im Massenmarkt. Eine Art Volkswagen aus Kalifornien sozusagen“.13

Rockstar Musk präsentiert sich und den Elektro-Lkw. Herbst 2017: „Als Elon Musk aus einem silberfarbenen Elektrotruck herabsteigt, fangen erwachsene Männer zu kreischen an. Sie strecken ihre Hände aus, um ihr Idol für einen Sekundenbruchteil berühren zu können. Ein Zuschauer in der ersten Reihe hält ihm einen Teddybär entgegen. ‚Elon for President‘, brüllt ein anderer. (…) Musk hat das Ziel ausgegeben, im nächsten Jahrzehnt den Mars zu bereisen. Später wolle er ihn sogar ‚kolonialisieren‘, sprich bewohnen. Von einer ‚multiplanetaren Spezies‘ ist die Rede. Denn die Weltbevölkerung brauche aus seiner Sicht einen Reserveplaneten, falls die Erde durch Kriege oder Umweltkatastrophen zerstört würde. (…) Was nicht in Musks Argumentation passt, muss falsch sein. So auch eine Studie schwedischer Forscher, wonach Elektroautos weniger umweltfreundlich sind als gemeinhin angenommen. Bei der Produktion der Tesla-Batterie für das Model S fanden die Wissenschaftler heraus, entstünden etwa 15 Tonnen CO2. Musk zweifelte die Resultate an, auf Twitter schimpfte er: ‚Dies als ahnungslos zu bezeichnen wäre noch großzügig.’“14

2018

Arbeitet Elon Musk wirklich „umsonst“? Tesla gab im Januar 2018 bekannt, dass Elon Musk auch die nächsten zehn Jahre CEO von Tesla bleibt. Gehalt oder Boni bekommt er nicht, sondern er wird nur bezahlt, wenn er die gesteckten Ziele erreicht: zum Beispiel einen Börsenwert von 650 Milliarden Dollar (aktuell 59 Milliarden Dollar). Musk nimmt das sportlich: „Ich sehe für Tesla das Potenzial, binnen zehn Jahren eine Billion Dollar wert zu sein.“15

Musk feiert sich im Weltraum. Im Februar 2018 startete mit einer Verspätung von einigen Jahren seine Rakete Falcon Heavy vom Kennedy-Space-Center aus. „Wenig später übertrug SpaceX erste Bilder von Musks rotem Tesla-Roadster in der Erdumlaufbahn. Am Steuer eine Astronautenpuppe namens Starman, dazu erklang ‚Life on Mars‘ von David Bowie. Am Armaturenbrett der Aufkleber ‚Don’t panic‘ in Anspielung auf das Buch ‚Per Anhalter durch die Galaxis‘. Der Tesla ist mit drei Kameras ausgestattet und liefert bereits Live-Bilder von Starman im Internet. Als weitere Überraschung hat Elon Musk in seinem Tesla einen Datenträger mit einer Art Bibliothek des menschlichen Wissens deponiert sowie eine Plakette mit den Namen von 6000 seiner Mitarbeiter. Das E-Auto rast nun auf der Heavy Falcon mit 40.000 Stundenkilometern um die Sonne und kommt dabei auch irgendwann am Mars vorbei“.16

Elon Musk macht einen Aprilscherz. Am 1. April 2018 gönnte sich Musk einen Aprilscherz via Twitter und erklärte, dass Tesla pleite sei. „Trotz intensiver Versuche, Geld aufzutreiben, inklusive eines verzweifelten Massenverkaufs von Ostereiern, müssen wir leider mitteilen, dass Tesla komplett und absolut pleite ist. So pleite, man glaubt es gar nicht.“17 Nicht dder günstigste Zeitpunkt: „Elon Musk vermeintlicher Spaß fällt in eine Phase, in der sich die Tesla-Anleger tatsächlich um das Unternehmen sorgen. (…) Die Anleger verlieren gerade die Geduld mit Tesla und ließen die Aktie im März um mehr als ein Fünftel fallen. Dazu trug auch ein tödlicher Unfall mit einem Tesla in Kalifornien bei, der sich bei eingeschaltetem Autopilot-Assistenzsystem ereignete. Am Mittwoch lag die Aktie bei 250 US-Dollar, Anfang März hatte die Aktie noch bei 360 Dollar notiert.“17

Keine Kritik am Anführer. Der Personenkult nimmt bizarre Formen an – dies ist im Silicon Vallay nicht ungewöhnlich, wenn man an die Spitzen von Apple, Facebook oder Google denkt. „‚Um Elon ist ein Personenkult etabliert worden‘, sagt ein früherer Tesla-Topmanager. ‚Es geht nicht darum, Probleme zu lösen. Gefragt wird nur: Weiß jemand, was Elon darüber denkt? So sind viele in ihrem Handeln wie gelähmt.‘ Als Beleg gilt Christina Balan, ehemals fürs Innendesign des Model S zuständig. Sie beklagte in einer Mail an Musk die fehlerhafte Montage des Innenraums – und musste, so erzählt sie es, gehen. Tesla bestreitet ihre gesamte Darstellung.“18

Musk: Tesla Fake News. Andrew J. Hawkins, Redakteur des Technikportals The Verge, stellte über Twitterfest, dass Musk auf dem Weg zur „media-baiting Trump figure“ wird: also einer Person, welche die freie Presse angreift. Musk hatte am 23.5.2018 die Medienunternehmen attackiert, die „selbstgefällige Heuchelei‘ betreiben würden. „Dass niemand mehr der Presse traue, sei auch der Grund, warum Donald Trump gewählt worden sei. ‚Ihr habt eure Glaubwürdigkeit schon vor langer Zeit verloren.‘ (…) Hintergrund für Musks Ausfälle sind wohl unter anderem kritische Berichte darüber, dass Tesla Probleme bei der Serienfertigung seines ersten Mittelklasse-Elektroautos Model 3 hat. Bereits zu Beginn der Woche hatte Musk gegen Journalisten des Non-Profit-Netzwerks Reveal gewettert, die nach Unfällen in Tesla-Fabriken die Sicherheitsstandards dort infrage gestellt hatten.“19

Musk entlässt neun Prozent der Belegschaft. Im Juni 2018 gab Musk einschneidende Stellenkürzungen bei Tesla bekannt: Neun Prozent der Belegschaft werden entlassen. Von 46.000 Mitarbeitern verlieren 4100 ihren Arbeitsplatz. „Tesla hat bereits Milliarden an Dollar verbrannt und schreibt rote Zahlen. Rund 710 Millionen Dollar verlor das Unternehmen allein im ersten Quartal dieses Jahres. Investoren erhöhen seit einer Weile den Druck auf Musk und wollten vor Kurzem sogar versuchen, ihn eines seiner Ämter zu entheben, momentan ist er Vorstandschef und Chairman, eine Art Aufsichtsratschef.“20

Was ist mit dem Model 3? Das Tesla Model 3 soll 35.000 Dollar kosten, aber die Produktion stockt. Kunden, die 1000 Dollar angezahlt haben, möchten ihre Anzahlung zurück. Und Investoren erhalten nichts für ihre Investition. „Musk hatte zwar wie immer große Pläne. Aber die Investoren sind es, die das Wachstum von Tesla bis auf Weiteres finanzieren. Nur dass am Ende noch nichts für sie dabei herausspringt. Insofern ist der Stellenabbau auch ein Signal an die Geldgeber: Musk will zeigen, dass er jetzt auf Teufel komm raus Gewinne machen will. Vertraut mir!“21
Dazu aus einem SZ-Kommentar von Hans von der Hagen: „Die Kündigungen zeigen, dass Musk den Überblick verloren hat. Dass es ihm nicht gelungen ist, Tesla als Firma zu begreifen, für die eben auch die Hindernisse und Mühen der normalen Unternehmenswelt gelten. (…) Tatsächlich aber gibt es drei große Gruppen, für die der Unternehmer eine Fürsorgepflicht hat, ob er will oder nicht. Zunächst sind das die 46. 000 Mitarbeiter. Sie und ihre Familien sind von den Entscheidungen Musks abhängig. (…) Dann sind da die Kunden, von denen die meisten mehr als 70. 000 Dollar für ihre Fahrzeuge bezahlt haben. Was sollen sie denken, wenn Musk als Aprilscherz auf Twitter mitteilt, dass Tesla leider pleite sei? Sie brauchen Werkstätten, sie brauchen Ersatzteile und ein funktionierendes Netz von Ladestationen, das auch mal Tesla-Touren über 400 Kilometer hinaus möglich macht. Zuletzt trägt Musk auch Verantwortung für die Aktionäre und Gläubiger seines Unternehmens, mögen sie noch so lästige oder, wie Musk es gerne formuliert, ‚langweilige‘ Fragen stellen.“22

Die nächste Baustelle. Musks Firma The Boring Company soll den Chikagoer Großflughafen O’Hare mit der 30 Kilometer entfernten Innenstadt verbinden. „Alle 30 Sekunden würde demnach ein neues Vehikel starten. Für bis zu 16 Personen bietet es Platz, die Fahrt soll zwölf Minuten dauern und zwischen 20 und 25 Dollar kosten. (…) Nach Angaben der Chicago Tribune soll Boring die Kosten des Projekts auf weniger als eine Milliarde Dollar veranschlagt haben – und das Geld selbst aufbringen. Im Gegenzug erhält das Unternehmen alle Einnahmen, die über den Fahrpreis, Werbung oder auch Verkäufe in den Fahrzeugen generiert werden.“23

Musk: „Nur die Paranoiden überleben. Die nächste Baustelle von Musk: Ein Tesla-Mitarbeiter soll eigenmächtig Produktionsänderungen vorgenommen und Daten an Außenstehende gegeben haben.24 Dazu wurde angeblich die Produktion vom Model 3 durch einen Brand unterbrochen. „Auch hier deutete Musk einen Sabotageakt an. Es könne sich zwar durchaus um Zufall handeln, doch: ‚Nur die Paranoiden überleben.‘“25

Mitarbeiter kommt vor Gericht. Tesla hat mitgeteilt, den beschuldigten Mitarbeiter Martin Tripp anzuklagen.26 Dieser bezeichnete sich als Whistleblower, der beunruhigende Interna an die Presse bringen und die Öffentlichkeit warnen wollte. „Unter anderem habe er herausgefunden, dass 1100 beschädigte Batteriemodule beim neuem Model 3 verbaut wurden. Der ehemalige Angestellte stritt zudem ab, sich in Teslas Produktionssystem gehackt zu haben – dazu habe er gar nicht die Fähigkeiten.“27 – „Nun schlägt Tripp zurück. Teslas Klage sei womöglich Teil einer Medienkampagne, die Tripp diffamieren und zum Schweigen bringen sollte, behauptet sein New Yorker Anwalt Stuart Meissner, ehemals stellvertretender Bezirksstaatsanwalt in Manhattan und New York. Tripp hat Tesla jetzt bei der US-Börsenaufsicht SEC angezeigt, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.“28 Laut Tripp hat Tesla die Produktionszahlen des Model 3 fast um die Hälfte zu hoch angegeben. Dazu wurden defekte Batterien und fehlerhafte Teile in Fahrzeugen verbaut. „Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB untersucht seit geraumer Zeit die Entflammbarkeit von Lithium-Ionen-Akkupacks für Elektroautos – Ausgangspunkt der Untersuchungen sind mehrere Brände mit verunglückten Tesla-Fahrzeugen.“28

Musk und das Höhlenunglück. Die vielfältigen Aktivitäten von Musk sind langsam nicht mehr nachzuvollziehen. Bei dem Höhlenunglück mit einer eingeschlossenen Fußballmannschaft im Sommer 2018 in Thailand kam Musk mit einem eigenen Mini-U-Boot zur Rettung, das aber von der Einsatzleitung nicht eingesetzt wurde. „Als Musk dann auch noch einen der Taucher, der ihm PR-Motive vorgeworfen hatte, als ‚Pädo‘, als Phädophilen beschimpfte, wurde es auch vielen gutmeinenden Followern zu viel. Den beleidigenden Tweet hat er inzwischen gelöscht.“29
Nachtrag: Der vielbeschäftigte Elon Musk fand aber die Zeit, seine Fehde mit dem Taucher Vernon Unsworth bis in den September 2018 fortzusetzen und ihn nun auch noch als „Kindervergewaltiger“ zu bezeichnen.30 Dieser hat Mitte September 2018 in Los Angeles Klage gegen Musk eingereicht und fordert 75.000 Dollar plus eine Unterlassungserklärung.31

Hyperloop und Boaring Company. Der Hyperloop-Wettbewerb fand im Juli 2018 in Los Angeles unter Beteiligung von 20 Teams, unter anderem auch Studenten der TU München, statt: Kapseln sollen in einem Tunnelsystem unter Vakuum mit über 1000 Stundenkilometer transportiert werden. Musk besuchte die Veranstaltung höchstpersönlich. „Aus dem Umfeld von Musk ist zu hören, dass er den nächsten Wettbewerb unterirdisch austragen möchte. Den Tunnel dafür gräbt auf dem SpaceX-Gelände gerade ein riesiger Bohrer der Firma The Boring Company, die Musk 2016 gegründet hat, weil ihn der Verkehr in Los Angeles nervt.“32

Musk verkauft Surfboard.Im Juli 2018 verkaufte 200 Surfbretter mit dem Tesla-Logo für 1500 Euro pro Exemplar: Sie waren umgehend ausverkauft. „Es ist nicht das erste Mal, dass Musk mit Fanartikeln Aufsehen erregt. Seine Firma The Boring Company, die mit Tunnelbau die Verkehrsprobleme der Zukunft lösen will, finanzierte er unter anderem schon mit dem Verkauf von 50.000 Baseballkappen, 20.000 Flammenwerfern für 500 Dollar das Stück und als ‚überteuert‘ angepriesenen Feuerlöschern (Preis: 30 Dollar).
Mit dem Verkauf der Surfbretter dürfte Musk 300.000 Dollar eingenommen haben. Geld, das seine Firma Tesla gut gebrauchen kann: Sie hat allein im ersten Quartal 2018 eine Milliarde Verluste gemacht.“33

Einer gegen Musk. Der Wall-Wall-Street-Manager Steve Eisman spekulierte im Juli 2018 auf den Absturz der Tesla-Aktie. „Tesla hat seit Anfang des Jahres große Probleme, der Aktienkurs brach zwischenzeitlich um 20 Prozent ein, die Produktion läuft immer noch nicht rund. Dass Musk nicht liefere, wie Eisman sagt, sei auch der Grund, warum er gegen die Aktie wette.“34

Verhängnisvolles Interview. Musk hatte der New York Times  ein Interview gegeben, bei dem er in Tränen ausbrach, von Schlafproblemen und Schlafmittelkonsum berichtete, seiner Überarbeitung. „Die Börse ist grausam. Kaum hatte Tesla-Chef Elon Musk sein tränenreiches Interview in der ‚New York Times‘ gegeben, setzten viele Wertpapierhändler an ihren Monitoren einen kurzen Befehl ab: „verkaufen“. Bis zum Handelsschluss am Freitag stürzte der Tesla-Kurs an der Nasdaq um neun Prozent ab. Zurück aus dem Wochenende setzten die Börsianer am Montag die Degradierung fort. Zeitweilig taumelte die Aktie unter der Schwelle von 300 Dollar. Binnen zwei Wochen hat sie damit über ein Fünftel ihres Werts verloren.“35 Die sogenannten „Short-Seller“ oder Leerverkäufer setzen auf den Absturz von Tesla und verkaufen Aktien, die noch gar nicht in ihrem Besitz sind. Ihr Gewinn resultiert aus dem höheren Verkaufspreis. Allein am 20.8.2018 sollen sie durch den Absturz der Tesla-Aktie eine Milliarde Dollar verdient haben.35

Von Milliardären (1): Die Hyper-Looper. Am 10.12.2018 soll in Los Angeles ein Hyperloop-Testtunnel eröffnet werden, kündigte Elon Musk an. Es sollen moderate 250 km/h erreicht werden, später 350 km/h. Nach dem Motto „Wer hat den längsten Hyperloop“ hat Milliardär Richard Branson Tests mit seinem Virgin Hyperloop One in Nevada durchgeführt.36

Von Milliardären (2): Die Raumfahrer. Richard Branson konkurriert mit seiner Raumfahrtcompany „Virgin Galactic“ auch im Raumfahrtgeschäft mit Musks „SpaceX“ – und mit „Blue Origin“ von Milliardär Jeff Bezos.

Von Milliardären (3): Die Elektro-Autobauer. Staubsauger-Milliardär James Dyson will 2020 in Singapur Elektroautos bauen: Sie sollen ab 2021 ausgeliefert werden. Dyson will 2,8 Milliarden Euro investieren und an neuartigen Feststoffbatterien forschen.37

Musk auf dem Mars. „Elon Musk hat angekündigt, in sieben Jahren auf den Mars umziehen zu wollen. Experten halten eine Besiedlung des Planeten für extrem unrealistisch. (…) Bei Experten erntet Musk mit solchen Ankündigungen regelmäßig Kopfschütteln.“38
Ich könnte mir Musk auf dem Mars gut vorstellen …

Musk tarockt nach. Im Dezember 2018 hat Elon Musk die SEC wieder provoziert und äußerte im TV-Sender CBS: „Ich möchte ganz klar sage: Ich respektiere die SEC nicht.“39 Er hat sich nur „aus Respekt vor dem Rechtssystem“ deren Regeln unterworfen.

2019

Ariane verliert gegen Falcon 9. Die europäische Raumfahrtagentur ESA produziert die Ariane-Rakete, die von Kourou in Französisch-Guyana aus startet. SpaceX nimmt der ESA zunehmend Aufträge ab, auch von europäischen Kunden. Space X bietet Airbus und OHB die Falcon 9 zum Sonderpreis von 62 Millionen Dollar an; die US-Regierung zahlt für dieselbe Dienstleistung 100 Millionen Dollar. „In den USA, Russland und China ist es verboten, institutionelle Satelliten mit einem ausländischen Laucher zu starten – in Europa nicht.“40 Das führt zu der absurden Situation, dass ESA die neue Rakete Ariane 6 von ihren europäischen Mitgliedsstaaten mit drei Milliarden Euro finanziert bekommt, um mit SpaceX konkurrieren zu können. Gleichzeitig müssen z. B. Ariane Group und OHB, die Hersteller der Sarah-Spionagesatelliten der Bundeswehr, den günstigsten Anbieter nehmen: Space X.41

SpaceX gegen Ariane. Die Verkaufschefin von SpaceX, Stephanie Bednarek, hat der EU Subventionierung der neuen Ariane 6-Rakete vorgeworfen, dazu die Subventionierung von Raketensystemen in China, Russland und Indien. 19 Prozent des ESA-Budgets würde in die Ariane 6 investiert. Die Entwicklung der Ariane 6 kostet 3,5 Milliarden Euro, wovon 400 Millionen Euro von der Ariane-Group kommen und der Rest von den EU-Mitgliedsstaaten.42
Sinnvoller wäre es, die Raumfahrt in Zeiten der Klimakatastrophe einfach zu beenden.

Musk lobt und kündigt. Musk stellte das Raptor-Triebwerk vor, das die Starship-Rakete von SpaceX zur ISS und zum Mars bringen soll. Er lobte auch die Mitarbeiter von SpaceX: „Bin so stolz auf die großartige Arbeit des Space-X-Teams.“43 Vor drei Wochen hatte er noch dem Team mitgeteilt, dass jeder Zehnte entlassen würde.

SpaceX fliegt zur ISS. Am 2.3.2019 flog die Raumkapsel „Crew Dragon“ mit einer Falcon 9 im Auftrag der Nasa zur Internationalen Raumstation ISS: ohne Menschen, nur mit der Puppe Ripley, die mit Mess-Sensoren versehen war. Bei erfolgreichem Verlauf will die Nasa dann im Sommer 2019 auch Astronauten mit der Falcon-Rakete ins All fliegen lassen.44 – Russland verlangte 80 Millionen Dollar pro US-Astronaut. SpaceX und der Konkurrent Boeing (mit dem CST-100 Starliner) verlangen 60 Millionen Dollar.45

Musk verärgert erneut SEC. Die SEC hatte mit Musk beim Streit im Herbst 2018 vereinbart, dass dieser seine Kommunikation an Anleger und Kapitalmärkte vorab prüfen und genehmigen lassen muss. Nun twitterte Musk am 19.2.2019: „Tesla baute 0 Autos 2011, aber wird 2019 rund 500.000 bauen.“46 Deshalb fordert die SEC nun gerichtliche Maßnahmen gegen Musk, da er gegen den Vergleich vom Herbst verstoßen habe.
Musk hat inzwischen eingestanden, die Zustimmung der obersten Konzernjuristen  Tesla für diesen Tweet am 19.2.2019 nicht zur Genehmigung vorgelegt zu haben.47 – „Eine Bezirksrichterin setzte Musk am Dienstag die Frist, sich bis zum 11. März zu äußern, nachdem die SEC beantragt hatte, gegen Musk vorzugehen.“48
Nachtrag: Musk fürchtet um seine Redefreiheit. Musk verteidigte Mitte März seine Twitter-Aussage vom 19.2.2019 und warf der SEC vor, sein Verfassungsrecht auf Redefreiheit einzuschränken. Musks Anwälte schrieben, dass die SEC ihre Befugnisse überschreite und Musk seine Tweets (an 25 Millionen Follower) schon stark reduziert habe.49

Focus-Interview mit Mark B. Spiegel.  Der US-Investor Mark B. Spiegel leitet den Hedge-Fonds Stanphyl Capital und äußerte im Focus-Interview harsche Kritik an Elon Musk. Dieser sei „der wahrscheinlich unmoralischste CEO“. Er werfe mit Tesla „gefährliche Autos“ mit „ungetesteten Autopiloten“ auf die Straße. – Dieser selbst ernannte „Umweltschützer“ benutze seinen Privatjet auch für kurze Distanzen. – Die Tesla-Aktie sei „extrem überbewertet“. Die Behauptung vom Sommer 2018, dass Tesla für 420 Dollar pro Aktie vom Markt genommen werde, war eine „glatte Lüge“. – Der Aufsichtsrat traue sich nicht, Musk zu feuern. Die neue Vorsitzende ist nicht unabhängig, sondern saß schon im Tesla-Aufsichtsrat. – SpaceX ist „ein finanzielles Desaster“. Der öffentliche Rauschgiftkonsum von Musk hat ihm bereits Verträge mit den Militärs gekostet. – „Mit der Boring Company hat er ein paar Tunnelbohrer gekauft, sie angemalt und behauptet, er hätte etwas Neues erfunden.“ – Kapitalerhöhungen gab es schon länger nicht. Musk habe seine Aktienanteile hoch beliehen und wird bei deren Preisverfall irgendwann seinen Privatjet und seine fünf Villen verkaufen müssen. – Das Model 3 hat eine „katastrophale Verarbeitungsqualität“ und außerdem keine Service-Infrastruktur: Kunden müssten monatelang auf Reparaturen warten. – Wenn die deutschen Konkurrenten (mit dem Audi e-tron oder dem Porsche Taycan auf den Markt kommen, werden die Elektroauto-Kunden nicht zu Tesla zurückkehren. – Der Tesla-Truck „Semi“ „ist absoluter Nonsens“. Musk will die leichtere Variante für 150,000, die schwerere mit 800 km Reichweite für 180.000 Dollar verkaufen; er garantiere einen Strompreis von 7 Cent pro kWh. „Ich habe ausgerechnet, dass ihn dieser Lastwagen 250.000 Dollar kosten wird, und dann muss er noch rund 100.000 Dollar für den Strom drauflegen.“50
Allerdings hat sich Mark B. Spiegel schon bei einer anderen Firma verspekuliert: Im März 2015 twitterte er, dass Amazon nach Tesla die „am meisten überbewertete Firma“ sei. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Amazon-Aktie einen Kurs von 372 Dollar, heute 1670 Dollar.51

Militär prüft Sicherheitsstatus von Musk. Im Live-Video vom Sommer 2018 zog Elon Musk an einem Joint, dann trank er Whiskey. Nun berichtet der Finanzdienst Bloomberg, dass das US-Verteidigungsministerium prüfe, ob man Musk den „Secret-Level“-Status wegen illegalem Drogenmssbrauchs entziehe. Seine Raketenfirma SpaceX bringt auch für das US-Militär Satelliten ins All.52

Richterin will einvernehmliche Lösung. Im Streit zwischen der SEC und Elon Musk forderte Richterin Alison Nathan einen Kompromiss zwischen den Streitparteien. Musk kündigte 500.000 E-Autos für 2019 an; die offizielle Prognose von Tesla lag aber darunter.53 – Ende April 2019 erfolgte eine Einigung zwischen Musk und der SEC. Musk darf keine schriftlichen Informationen mehr verbreiten, die Teslas Aktienkurs beeinflussen können.54

Siehe auch: Tesla Supercharger, Tesla Model S, Tesla Roadster, Tesla Unfälle

Fußnoten und Quellen:
  1. Schmieder, Jürgen, Elons Welt, in SZ 29.9.2018 []
  2. Werner, Kathrin, Der Weltenretter, in SZ 17.8.20131 []
  3. Fromm, Thomas, Noch Fragen? in SZ 23.10.2013 []
  4. Fromm, Thomas, „Wir sind und bleiben Rebellen“, in SZ 11.2.2014 [] []
  5. Hawranek, Dieter, Ständig unter Strom, in Der Spiegel 38/15.9.2014 []
  6. Fromm, Thomas, Elon  Musk will 700 Internet Satelliten ins All schießen, in SZ 11.11.2014 []
  7. Bethge, Philipp, Jung, Alexander, „Niemand will ein Mistauto“, in Der Spiegel 48/24.11.2014 [] [] [] [] [] []
  8. Fromm, Thomas, Werner, Kathrin Das Modell T, in SZ 16.1.2015 [] []
  9. Fromm, Thomas, So groß wie Apple, in sueddeutsche.de 13.2.2015 []
  10. Schmieder, Jürgen, Slavik, Angelika, Weltretter-Wahnsinn, in SZ 2.4.2016 [] []
  11. Schmieder, Jürgen, Revolution der roten Roboter, in SZ 28.11.2015 []
  12. DPA, Neuer Investor für Tesla, in SZ 29.3.2017 []
  13. Fromm, Thomas, Wer hat Angst vor Elon Musk? in SZ 10.7.2017 []
  14. Hage, Simon, Der Illusionskünstler, in Der Spiegel 48/23.11.2017 []
  15. Kein Gehalt für Elon Musk, in SZ 24.1.2018 []
  16. von der Hagen, Hans, Sürig, Dieter, Tesla mit Tempo 40.000, in SZ 7.2.2018 []
  17. Elon Musk erklärt Tesla via Twitter für pleite, in spiegel.de 2.4.2018 [] []
  18. Heuser, Uwe Jean, Tatje, Claas, Tesla: Ein Höllenjob, in Die Zeit 12.4.2018 []
  19. Kein Respekt, in SZ 25.5.2018 []
  20. Massenkündigung bei Tesla, in SZ 13.6.2018 []
  21. Fromm, Thomas, Vertraut mir, in SZ 14.6.2018 []
  22. von der Hagen, Hans, Zurück ins Kontrollzentrum, in SZ 14.6.2018 []
  23. von der Hagen, Hans, Turboverbindung zum Flughafen, in SZ 15.6.2018 []
  24. Tesla-Chef Musk wirft Mitarbeiter Sabotage vor, in spiegel.de 19.6.2018; Tesla verklagt Ex-Mitarbeiter, in spiegel.de 20.6.2018 []
  25. Tesla-Chef Musk wirft Mitarbeiter Sabotage vor, in spiegel.de 19.6.2018 []
  26. Tesla verklagt Ex-Mitarbeiter, in spiegel.de 20.6.2018 []
  27. Ex-Mitarbeiter wirft Tesla Produktionsfehler vor, in spiegel.de 22.6.2018 []
  28. Reiche, Lutz, Ex-Mitarbeiter wirft Tesla Betrug vor, in spiegel.de 12.7.2018 [] []
  29. Zöttl, Ines, „Mit einem Bein in der Hölle“, in spiegel.de 17.7.2018 []
  30. Elon Musk nennt Rettungstaucher „Kindervergewaltiger“, in spiegel.de 5.9.2018 []
  31. Rettungstaucher will 75.000 Dollar von Elon Musk, in spiegel.de 17.9.2019 []
  32. Schmieder, Jürgen, „Das ist Zeug aus der Zukunft“, in SZ 24.7.2018 []
  33. Mit Surfboards gegen Lieferprobleme, in SZ 31.7.2018 []
  34. Der gegen Musk wettet, in SZ 31.7.2018 []
  35. Zöttl, Ines, Musks Batterie ist leer, in spiegel.de 21.8.2018. Vgl. auch: Gelles, David, Stewart, James B., Silver-Greenberg, Jessica, Kelly, Kate, Elon Musk Details ‚Excruciating‘ Personal Toll of Tesla Turmoil, in www.nytimes.com 16.8.2018 [] []
  36. Erste Loop-Röhre soll im Dezember  eröffnet werden, in spiegel.de 23.10.2018 []
  37. Dyson baut Fabrik für Elektroautos, in spiegel.de 23.10.2018 []
  38. Elon Musk will auf den Mars umziehen, in spiegel.de 26.11.2018 []
  39. „Ich respektiere die Börsenaufsicht nicht“, in spiegel.de 10.12.2018 []
  40. Sürig, Dieter, Komplizierte Strukturen, in SZ 13.12.2019 []
  41. Sürig, Dieter, Feldjäger an der Startrampe, in SZ 24.1.2019 []
  42. Sürig, Dieter, Streit um Ariane, in SZ 25.2.2019 []
  43. Flammende Worte, in SZ 5.2.2019 []
  44. Nasa erlaubt Testflug der neuen SpaceX-Raumkapsel, in spiegel.de 23.2.2019 []
  45. von der Hagen, Hans, Sürig, Dieter, Ein Ticket für 60 Millionen, in SZ 1.3.2019 []
  46. Elon Musk verärgert erneut US-Börsenaufsicht, in spiegel.de 26.2.2019 []
  47. Brinkmann, Bastian, Sei doch mal langweilig, in SZ 27.2.2019 []
  48. von der Hagen, Hans, War doch nicht so gemeint, in SZ 27.2.2019 []
  49. Teslas-Chef Musk sieht seine Redefreiheit in Gefahr, in spiegel.de 12.3.2019 []
  50. Quelle: Meiners, Jens, Abrechnung mit Elon Musk: „Die Firma ist nicht mehr zu retten“, in focus.de 7.3.2019. Zum Focus-Interview: hier []
  51. „Die Firma ist nicht mehr zu retten“, in welt.de 7.3.2019 []
  52. Pentagon will nach Kiff-Auftritt offenbar Musks Sicherheitsstatur prüfen, in spiegel.de 8.3.2019 []
  53. Richterin fordert Einigung zwischen Elon Musk und Börsenaufsicht, in spiegel.de 4.4.2019 []
  54. Elon Musk und die Börsenaufsicht einigen sich auf Twitter-Kodex, in spiegel.de 27.4.2019 []
von wz
Elektroauto Chronik eines Irrtums

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