Elektroauto Chronik eines Irrtums

Energiewende

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Die Umweltschutzverbände haben sich seit Jahrzehnten für die Nutzung erneuerbarer Energien ausgesprochen. Nun wird diese Idee ins Gegenteil verkehrt. Die Energiewende, so wie sie jetzt konzipiert ist, wird zum Synonym des „weiter so“: für Verschwendung, für weiteres ungezügelten Wachstum, für Unvernunft. Und im Fall des Elektroautos: elektrisch rasen, aber mit erneuerbaren Energien. Auch sie haben ihren Preis, und auch der Ökostrom kommt nicht einfach aus der Steckdose: Er kostet Landschaft und die letzten verbliebenen Naturreservate, er mindert die Lebensräume für Fauna und Flora.

Erneuerbare Energien sollen inzwischen 1) den Atomausstieg, 2) den Kohleausstieg, 3) das Wirtschaftswachstum und 4) den Strombedarf für die Elektroautos bewerkstelligen. Der zweite „Stumme Frühling“ ist damit programmiert, weil die letzten Naturrefugien den erneuerbaren Energien geopfert werden. Überspitzt formuliert: Ohne Energiewende geht die Klimaerwärmung weiter. Mit der Energiewende geht der Klimaerwärmung weiter – und zusätzlich wird das Artensterben beschleunigt.

Drei Gigabatterien für Deutschlands Energiewende (1). In Süddeutschland sollen bis 2025 drei riesige Batterie-Parks („Netzbooster“) mit zusammen 900 MW Speicherleistung und Kosten von rund einer Milliarde Euro entstehen: Damit sollen auch fehlende neue Stromleitungen für den Windstrom vom Norden Deutschlands in den Süden kompensiert werden. Die größte Anlage mit 500 MW wird in Kupferzell in Baden-Württemberg geplant, zwei weitere in Ottenhofen östlich von München und in Ludwigsburg. Das Ökostromziel der Bundesregierung liegt für 2030 bei 65 Prozent – auch um den Kohleausstieg abzusichern. „Mit den Netzboostern könnte nun der Einstieg in eine Technik vorbereitet werden, mit der Stromleitungen bis an den Rand des Machbaren ausgereizt werden.“1
Ein ähnlich großes Projekt wie in Kupferzell plante der kalifornische Energieversorger PG&E in Moss Landing: Dort sollte bis Ende 2030 ein Gaskraftwerk durch Lithium-Ionen-Akkus ersetzt werden. Da die verheerenden Waldbrände in Kalifornien in den Jahren 2017 und 2018 auch durch Mitverschulden von PG&E entstanden und bis zu 30 Milliarden Dollar Forderungen drohen, meldete der Energieversorger im Januar 2019 Insolvenz an.2

Drei Gigabatterien für Deutschlands Energiewende (2). Die Nord-Süd-Stromleitungen zum Transport des Windstroms aus dem Norden in den Westen und Süden sind die Schachstellen der Energiewende. „Schon seit Jahren müssen die Netzfirmen immer häufiger eingreifen, wenn mehr Strom in die Nord-Süd-Leitungen drückt, als sie transportieren können. Für den sogenannten Redispatch regeln die Betreiber dann Kraftwerke im Norden herunter und fahren Reservekapazitäten im Süden hoch. Ergebnis ist ein virtueller Stromtransport.“1Die Kosten für diese Umverteilungen lagen 2017 laut Bundesnetzagentur bei 1,4 Milliarden Euro. Die drei Gigabatterien können den Bedarf an Redispatch um rund zehn Prozent absenken, wie die Netzbetreiber angeben. Nun sollen diese Netzbooster erst Strom liefern, wenn Leitungen oder Kraftwerke ausgefallen sind. „Techniker sprechen vom n-1-Fall. Wenn in diesem Szenario auch nur ein weiterer kritischer Bestandteil des Netzes versagen würde, droht ein großflächiger Blackout.“1 Die Netzbooster müssten in wenigen Sekunden zur Verfügung stehen: Dieses Konzept ist bislang noch unerprobt. Ulf Häger von der TU Dortmund sieht als Voraussetzung für  das Funktionieren, dass die Netzbetreiber engstens zusammenarbeiten müssten.1

Siehe ausführlich dazu unter: „Erneuerbare Energien

Fußnoten und Quellen:
  1. Berkel, Manuel, Gigabatterien sollen Stromnetz entlasten, in spiegel.de 11.2.2019 [] [] [] []
  2. Waldbrände treiben größten amerikanischen Versorger in dier Pleite, in faz.net 14.1.2019 []
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