Elektroauto Chronik eines Irrtums

Elektro-Schiffe

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Aktualisiert 21.7.2019

Touristen auf den Lithium-Ionen-Schränken. Die MS Roald Amundsen wird im Oktober 2018 von Chile um Kap Horn und dann in die Antarktis fahren. An Bord: Mehrere Schränke voll mit Lithium-Ionen-Akkus, welche die Dieselmotoren unterstützen und das  Schiff elektrisch antreiben können: ganze 30 Minuten lang. Dutzende Schiffe seien schon im Bau mit der Hybrid-Technik schreibt die Wirtschaftswoche: Dieselmotor plus Akkus. Konzerne wie Siemens und ABB liefern die  Antriebe, Batterien kommen von Corvusenergy aus Kanada.1
Auf hoher See wird in den Schiffs-Dieselmaschinen der schmutzigste – und billigste – Treibstoff verbrannt: Schweröl, ein Restprodukt aus der Erdölraffinerie mit hohem Schwefelanteil. Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hatte 2016 beschlossen, dass Schwefelanteil von heute 3,5 Prozent ab 2020 auf 0,5 Prozent Anteil reduziert werden muss. “15 Prozent der globalen Stickoxidemissionen stammen aus der Schifffahrt, dazu 2,2 Prozent des Kohlendioxidausstoßes.”1

Norwegen: Keine Emissionen mehr bei neuen Fährschiffen. Das  soll mit Elektro- und Hybridantrieb möglich werden.1 Im Sognefjord verkehrt seit 2015 mit Siemens-Technik die 80 Meter lange Autofähre Ampere (350 Passagiere, 120 Autos). Für die sechs Kilometer benötigt sie 20 Minuten. der Strom kommt von Lithium-Ionen-Akkus mit 1000 kW. Bei den Stopps lädt die Fähre zehn Minuten. Die Ampere soll 95 Prozent der CO2-Emissionen und 80 Prozent der Betriebskosten einsparen. 2
In Norwegen transportieren 180 Fähren im Jahr 20 Millionen Autos. Die norwegische Umweltorganisation Bellona schätzt, das 84 profitabel auf Akkubetrieb umstellen könnten, 43 auf Hybridantrieb. Die vollelektrischen Fähren wären 384 Millionen Euro teurer als die Diesel-Fähren, dafür wäre der Betrieb um 77 Millionen Euro billiger.1

Und Passagierschiffe? Die norwegische Ulstein-Werft baut ein Passagierschiff mit 160 Meter Länge und 2000 Passagieren mit Hybridantrieb. Das Schiff kann eine Stunde elektrisch fahren. Ein Fracht- und Containerschiff des norwegischen Düngemittelkonzerns Yara – die Yara Birkeland -, wird ab 2018 Düngemittel zwischen drei Häfen transportieren. Die Akkus haben 7 MWh und können das Frachtschiff 120 Kilometer bewegen. Es soll 2022 völlig autonom verkehren. Das Fernziel: Autonome Schiffe, die den Atlantik überqueren.1

Batteriefähre zwischen Dänemark und Schweden. Die Tycho Brahe hat 60 Tonnen Lithium-Ionen-Akkus an Bord mit 4200 kWh. Für die Fahrt von 20 Minuten zwischen Helsingør und Helsingborg werden 1500 kWh verbraucht. “Eine Batterie zu bauen, mit der ein Riesenfrachter sicher von China nach Europa oder von dort nach Südamerika kommt, scheint in weiter Ferne. Fährverbindungen sind dagegen schon Realität – und es sollen mehr werden.”3

Kreuzfahrtschiff: ein bisschen sauber. Die “Roald Amundsen” der norwegischen Reederei Hurtigruten soll 2019 in Betrieb gehen, Sie ist ein Hybridschiffmit Diesel- und Elektroantrieb. Somit sollen 20 Prozent weniger Emissionen erzeugt werden. in besonders emissionsempfindlichen Gebieten können kurze Strecken rein elektrisch zurückgelegt werden.4 – Die “Roald Amundsen” ist 140 Meter lang und soll in Arktis und Antarktis verkehren. Sie hat einen Hybridantrieb: Die Diesel-Schiffsmotoren erzeugen den Strom in 120 Lithium-Ionen-Akkus. Wenn deren Energie verfügbar ist, reduziert der Computer im Rahmen eines “Power Management Systems” die Leistung des Dieselantriebs. Die Roald Amundsen kann allerdings höchstens 30 Minute elektrisch fahren.5

Fußnoten und Quellen:
  1. Menn, Andreas, Warum auf hoher See bald weniger Diesel verbraucht wird, in wiwo.de 1.11.2017 [] [] [] [] []
  2. Menn, Andreas, Warum auf hoher See bald weniger Diesel verbraucht wird, in wiwo.de 1.11.2017; Kyriasoglou, Christina, Wo Elektroschiffe die Schifffahrt verändern sollen, in manager-magazin.de 28.8.2018 []
  3. Slavik, Angelika, E auf See, in SZ 24.10.2018 []
  4. Slavik, Angelika, Alte Träume, neuer Anstrich, in SZ 6.3.2019 []
  5. Stanek, Julia, Einmal Arktis per Akku, bitte, zumindest ein kleines Stück, in spiegel.de 12.7.2019 []
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