Elektroauto Chronik eines Irrtums

BMW iNext

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iNext autonom. Auf der Hauptversammlung der BMW-Aktionäre im Mai 2017 wurden die – früheren – Investitionen in die E-Mobilität gelobt, aber die aktuellen E-Aktivitäten bemängelt. Das nächste E-Auto, der autonom fahrende BMW iNext, soll im Jahr 2021 kommen. „Im Jahr 2021 soll ein BMW mit dem Modellnamen iNext elektrisch wie roboterisiert herumfahren.“1

Langstrecken-Crossover. Das Basismodell des iNext hat eine Reichweite von 550 Kilometer; eine Aufrüstung der Batterien auf 750 Kilometer ist gegen Aufpreis zu haben. „Das erste Auto der zweiten E-Auto-Generation von BMW wird vermutlich das Format eines BMW 5er haben. Die Systemleistung wird der heutiger Sechs- und Achtzylindermotoren entsprechen. Die Batteriekapazität liegt bei rund 110 kWh.“2
Wie der schwedischen Studie von 2017 zu entnehmen ist: Kleine Elektroautos haben einen CO2-Rucksack von 50.000 Kilometer, große von 150.000 Kilometer – und Langstrecken-Elektroautos von 300.000 Kilometer.

Geschäftsmodell Crossover – und nicht mal klein. „Als Crossover ging das Modell auf den Zeichnungen nur bedingt durch. Offenbar würde die längere Karosse auch ohne die Höhe eines SUV genug Bauraum für reichweitenstarke Akkus bieten. Aber höher bauende Crossover liegen in der Kundenbeliebtheit nach wie vor ganz vorn. Drum kommt die Konkurrenz von Audi (E-tron), Jaguar (iPace) und Mercedes (EQ C) ebenfalls mit solchen Elektromodellen – deutlich vor BMW: Der iPace ist schon zu kaufen, E-tron und EQ C debütieren als Serienversionen noch im September 2018.“2

Luxuriöse Präsentation – und nicht mal klimafreundlich. „Neue Bilder zur kommender BMW-Studie Vision iNext: Zu erkennen sind die angedeuteten und blau beleuchteten Nieren des Autos. Außerdem lassen sich auf den neuesten Bildern schmale, hochangesetzte Scheinwerfer ausmachen. Und auch das Heck der Elektro-Studie haben die Münchner beinahe offen gelegt. Gerade das Hinterteil des iNext legt nahe, dass es sich um ein Crossover handeln könnte.“3 Der BMW Vision iNext wurde im September 2018 per Luftfracht in New York, San Francisco und Peking gezeigt. Der ganze Frachtflieger wurde dabei zur Präsentationsbühne umfunktioniert.

Chinesische Batterien aus Deutschland. Im Juli 2018 unterzeichnete BMW mit dem chinesischen Batteriehersteller CATL Insidern einen Großauftrag für die Lieferung von Batteriezellen. Die Zellfabrik soll in Thüringen gebaut werden. „BMW-Chef Harald Krüger hatte zuvor dem Handelsblatt gesagt, dass CATL ein Werk in Europa errichten werde. (…) Nach Krügers Angaben dürfte es bis zum Produktionsstart schnell gehen: Das für 2021 angekündigte BMW-Modell ‚iNext‘, ein autonom fahrendes Elektroauto, ‚bekommt Batteriezellen aus diesem Werk‘.“4

Autonomes Wohnzimmer. Der iNext ist über fünf Meter lang, soll an 2021 in Serie gehen und erinnert spiegel.de an eine Mischung aus dem SUV X5 und dem i3. In der maximalen Ausbaustufe soll er über 600 Kilometer Reichweite haben und in weniger als vier Sekunden von Null auf 100 km/h kommen. Im Auto selbst gibt es keine Schalter mehr, nur noch Touchscreens. Auch BMW glaubt noch nicht an das autonome Fahren. „Dabei ist der iNext streng genommen schon viel weiter und hat es zur Premiere sogar einmal ganz ohne Fahrer rund um die Welt geschafft und mal Strom gebraucht – an Bord der zur Premierenbühne umgerüsteten Frachtmaschine.“5 2021 werde die Reichweite 750 Kilometer betragen, so BMW. Der Hauptmarkt für den elektrischen SUV iNext seien die USA und China.6

Fußnoten und Quellen:
  1. Hägler, Max, Hoch motorisiert zu mehr Rendite, in SZ 12.5.2017 []
  2. Stegmaier, Gerd, Fährt 750 km elektrisch und autonom, in auto-motor-und-sport.de 17.5.2018 [] []
  3. Huber, Andreas, Neues zum BMW Vision iNext, in autobild.de 4.9.2018 []
  4. Reuters, Batteriefabrik in Thüringen, in SZ 30.6.2018 []
  5. Grünweg, Tom, Das rasende Wohnzimmer, in spiegel.de 16.9.2018 []
  6. DPA, BMW präsentiert elektrisches SUV, in SZ 17.9.2019 []
von wz
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