Elektroauto Chronik eines Irrtums

Abwrackprämie

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„Am 14. Oktober 2008 schlug Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), die Einführung von ‚Umweltprämien (zur Verschrottung)‘ als Investitionsanreiz vor. (…) Am 14. Januar 2009 beschloss das Bundeskabinett die Einführung der Abwrackprämie. Der Förderrahmen wurde auf 1,5 Milliarden Euro und damit bei einer Prämie von im Einzelfall je 2500 Euro auf höchstens 600.000 Fahrzeuge begrenzt. Die Umweltprämie, auch Abwrackprämie, war eine staatliche Prämie in Höhe von 2500 Euro, die in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen gewährt wurde, wenn ein altes Kraftfahrzeug verschrottet und ein Neuwagen oder Jahreswagen zugelassen wurde. Die Prämie wurde 2009 im Rahmen des Konjunkturpakets II eingeführt. (…) Ab dem 2. September 2009 wurden keine Anträge mehr angenommen, weil die von 1,5 Mrd. auf 5 Mrd. Euro erhöhten Finanzmittel erschöpft waren. (…) Die Umweltprämie sollte zum einen die Nachfrage nach Kraftfahrzeugen fördern und damit der Automobilindustrie helfen, die zusammen mit den mit ihr verbundenen Händlernetzen infolge eines dramatischen Rückgangs der Verkaufszahlen von Neuwagen während der Finanzkrise 2007 global in existenzbedrohende Turbulenzen gestürzt war. Zum anderen sollte die Umweltprämie dazu beitragen, die Fahrzeugflotte zu erneuern und damit die Schadstoffbelastung der Luft zu senken. Die Auswirkungen der Umweltprämie auf beide Ziele sind umstritten.“1
Im Jahr 2018 fordert die deutsche Autoindustrie wegen der Absatzeinbrüche durch ihren selbstverschuldeten Dieselskandal erneut Staatsgelder, um ältere Diesel-Modelle gegen neuere der Euro 6-Norm aus dem Verkehr zu ziehen. Schnell stellte sich dann heraus, dass selbst die neuesten Dieselmodelle die Grenzwerte nicht einhalten und mit Defeat Device (Abschalteinrichungen) ausgestattet wurden. So emittierten z. B. neueste Audi A8 Diesel bis zum August 2017 bis zu 2000 mg Stickoxide. “Das Modell mit über 400 PS, 4,2 Liter Hubraum und einem Einstiegspreis von mehr als 80.000 Euro bricht beim Stickoxidausstoß alle Negativrekorde innerhalb des Konzerns. Und auch im Vergleich zu den Manipulationen der Konkurrenz landet der A8 der abgelaufenen Modellreihe im wenig ruhmreichen Spitzenfeld. Prüfer des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) haben laut SPIEGEL-Informationen bei den Diesel-A8, die im Zeitraum zwischen September 2013 und August 2017 produziert wurden, Emissionswerte von bis zu 2000 Milligramm pro Kilometer gemessen. Erlaubt sind 80 Milligramm.”2
Und dafür sollen ältere Diesel mit einer staatlichen Prämie verschrottet werden?

Fußnoten und Quellen:
  1. Wikipedia; Hervorhebungen WZ []
  2. Traufetter, Gerald, Was Audi seinen Kunden verschweigt, in spiegel.de 3.11.2017 []
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