Elektroauto Chronik eines Irrtums

Februar 2015

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Neues von den Busspuren. Für die derzeit in Deutschland zugelassenen knapp 12.200 Elektroautos will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nach wie vor Busspuren und kostenloses Parken freigeben. Die Kommunen sollen selbst über diese Privilegien entscheiden können. Im Verkehrsausschuss des Bundestages kritisierten Experten am 4.2.2015 die geplanten Vergünstigungen für Elektroautos. Der Verband der Verkehrsunternehmen äußerte, dass mit der vermeintlichen Förderung der Elektromobilität der ÖPNV benachteiligt werde. Der Bundesverband E-Mobilität hielt die Maßnahmen für nicht ausreichend, um die Absatzzahlen von Elektroautos zu steigern. Der Grünen-Verkehrsexperte Stephan Kühn forderte eine Kaufprämie von 5000 Euro. Dies lehnt die Regierung (bislang noch) ab.1

Tesla wieder mit Verlust. Wieder lieferte Tesla einen hohen Quartalsverlust ab. Im 4. Quartal 2014 betrug dieser 108 Millionen Dollar; damit erhöhte sich der Jahresverlust 2014 auf 294 Millionen Dollar. „Im Vorjahresquartal hatte Tesla 16 Millionen Dollar verloren und im ganzen Jahr 2013 etwa 74 Millionen. Der Umsatz stieg im vierten Quartal zwar im Jahresvergleich um 55 Prozent auf 957 Millionen Dollar (847 Millionen Euro). Analysten hatten jedoch mit etwa 1,2 Milliarden Dollar gerechnet.“2

Elektroauto von Apple (1). Apple erfand nicht unbedingt neue Technologien, aber neue Produkte: iMac, iPod, iPhone. Nun rotiert die Autobranche, weil Apple mit der Entwicklung eines Elektroautos begonnen haben soll. Mehrere Hundert Apple-Leute arbeiten daran an einem geheimen Ort, so das Wall Street Journal. „Bei dem Projekt mit dem Arbeitstitel ‚Titan‘ gehe es nicht nur um die Entwicklung von Software oder einzelner Komponenten, sondern um den Bau des kompletten Fahrzeuges, verlautet aus dem Konzern. ‚Es scheint so, dass Apple nur wenig Hilfe von Autobauern will‘, sagte eine mit den Plänen vertraute Person. (…) Auch der Internetkonzern Google forscht schon eine Weile an selbstfahrenden Autos.“3

Elektroauto von Apple (2). Für die Entwicklung des Apple-Elektroautos wirbt der Konzern gezielt Fachleute auf dem Gebiet Elektroauto und autonomes Fahren ab. Mehr als 60 ehemalige Tesla-Mitarbeiter wären zu Apple gewechselt, dazu Johann Jungwirth, der Leiter der Entwicklungssparte von Mercedes-Benz im Silicon Valley. „A123 Systems, ein Hersteller von Elektroauto-Batterien, warf dem Technologiekonzern vor, führende Techniker abzuwerben. Weil die Mitarbeiter Arbeitsverträge mit Wettbewerbsverboten hätten, reichte die Firma beim Bundesgericht in Massachusetts Klage ein. Apples Ziel sei es demnach, in großem Stil eine eigene Akkusparte aufzubauen. Begonnen habe die Abwerbung von A123-Mitarbeitern im Juni 2014. Die Techniker hätten unter Verletzung ihres Arbeitsvertrages nach ihrem Wechsel zu Apple an ähnlichen Projekten wie bei A123 gearbeitet.“4

Fußnoten und Quellen:
  1. Kuhr, Daniela, Achtung, E-Mobil! in SZ 5.2.2015 []
  2. Miese Zahlen bei Tesla, in sueddeutsche.de 12.2.2015 []
  3. Bernau, Varinia, Project iCar, in SZ 16.2.2015 []
  4. Apple soll in großem Stil Autoexperten abwerben, in sueddeutsche.de 19.2.2015 []
von wz
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