Elektroauto Chronik eines Irrtums

Dezember 2014

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Daimler-Akkus. Der Daimler-Konzern will in Kamenz in Sachsen seine Akkuproduktion ausbauen. Die Daimler-Tochter Accumotive will 100 Millionen Euro in ein neues Werk investieren und Zellen des koreanischen Herstellers LG verarbeiten. Daimler hatte kürzlich angekündigt, die Produktion von Lithium-Ionen-Zellen im Jahr 2015 einstellen, da das Zellenwerk Li-Tec in Kamenz Verluste produzierte, weil es hierfür auf dem Weltmarkt Überkapazitäten gibt.1

BYD-Aktie stürzt ab. Der Aktienkurs des chinesischen Elektroauto-Herstellers BYD stürzte am 18.12.2014 um fast 30 Prozent ab. Die Aktien des Daimler-Partnerunternehmens befanden sich damit auf einem 18-Monats-Tief. Für BYD sind die Ursachen unklar. „Eine Ursache könnte allerdings der Ölpreis-Verfall sein. Weil Benzin so günstig ist und die meisten Experten mit anhaltend billigem Rohöl rechnen, verfinstern sich die Aussichten für Elektroautos.“2

Bayerische Staatsregierung kauft drei Elektroautos – und 1848 konventionelle. Eine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag ergab, dass die Staatsregierung genau ein reines Elektroauto und zwei Plug-in-Hybride als Dienstfahrzeuge im Einsatz hat. 2013 wurden insgesamt 1848 neue Dienstfahrzeuge gekauft.3

Warum setzt China auf Elektroautos? Auf dem Gebiet der konventionellen Motorenentwicklung kann China nicht mithalten: Hier ist der technologische Vorsprung der westlichen Autoindustrie zu groß. Bei Elektromotoren sieht der technologische Aufwand anders und einfacher aus. Außerdem erhofft man sich vom Ausbau der Elektromobilität eine Verringerung der Luftverschmutzung in den chinesischen Großstädten. Bis zum Jahr Schon 2015 sollen 500.000 Elektroautos fahren, bis zum Jahr 2020 werden 5 Millionen geplant. Dafür investiert die chinesische Regierung viel Geld: Pro Elektroauto sollen bis zu umgerechnet 7200 Euro Subventionen gezahlt werden, und die erst bis 2015 eingeräumten Subventionen sollen nun bis 2020 verlängert werden. “Beihilfen gibt es für Käufer von Elektroautos, Hybridfahrzeugen (also mit gemischten Antrieben aus Elektro- und Verbrennungsmotor) und Autos mit Brennstoffzellenantrieb. Die schlechte Nachricht ist: Das Geld gibt es nur für Autos, die auch in China entwickelt und hergestellt wurden. Für Importfahrzeuge von Herstellern wie BMW, Nissan oder Tesla gibt es also kein Staatsgeld.“4
Deshalb planen die westlichen Autokonzerne eine Vielzahl von Joint-Ventures mit chinesischen Autokonzernen und Produktionsanlagen in China.

Fußnoten und Quellen:
  1. Hägler, Max, Daimler investiert in neues Batteriewerk, in SZ 2.12.2014 []
  2. SZ/DPA, Kurssturz bei Elektroautos, in SZ 19.12.2014 []
  3. DPA, 1848 neue Dienstwagen – und nur drei E-Autos, in SZ 23.12.2014 []
  4. Fromm, Thomas, Geld für Elektroautos, in SZ 31.12.2014 []
von wz
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