Elektroauto Chronik eines Irrtums

Dezember 2011

D

BMW kooperiert mit Toyota. BMW und Toyota wollen bei Dieselmotoren kooperieren, aber auch bei der Grundlagenforschung der Batterietechnik, speziell der Lithium-Ionen-Akkus. “Toyota ist gerade in der Hybrid-Technologie, also der Koppelung von Verbrennungs- und Elektromotoren, führend. Hybridmotoren gelten als Übergangstechnologie auf dem Weg zur reinen Elektromobilität.“1

Elektrisch nicht mehr euphorisch (1). Der Leiter der Bosch-Kfz-Technik. Bernd Bohr, äußerte: „‚Die Zukunft ist elektrisch – aber wann ist Zukunft?”2 Verbal wird eine elektromobile Aufbruchsstimmung in die Welt gesetzt, die einer realen Überprüfung nicht standhält. “In der aktuellen Aral-Trendstudie haben die Stromer deutlich an Beliebtheit eingebüßt: Nur noch 28 Prozent der Befragten können sich grundsätzlich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen. Vor zwei Jahren waren es noch 36 Prozent.“2

Elektrisch nicht mehr euphorisch (2). Ähnliches konstatiert der Continental-Chef Elmar Degenhart: „Langsam kühlt sich der Hype ab, die Diskussion wird realistischer. Akzeptanz und Erwartungen sind nach wie vor hoch – aber nur, wenn die E-Autos nicht zu teuer sind. Wir wissen aus Studien, dass Autofahrer je nach Größe des Wagens nur 500 bis 1500 Euro mehr zahlen möchten.“3 Degenhart ist auch skeptisch bezüglich der lauthals propagierten Zahl von einer Million Elektroautos im Jahr 2020: „Dieses Szenario ist eher unwahrscheinlich. 2020 könnten weltweit 100 Millionen neue Wagen verkauft werden, davon drei Millionen mit Elektromotor und acht Millionen mit Hybridsystemen. Von den neuen E-Autos fährt aber nicht jedes dritte in Deutschland.“3

Elektrisch nicht mehr euphorisch (3). Die konkrete Situation bezüglich einer Million Elektroautos sieht Ende 2011 anders aus: Der ADAC zählte bundesweit weniger als 3000 Elektroautos. In München verzeichnete die Zulassungsstelle insgesamt über 646.000 zugelassene Pkws, davon waren 264 Elektroautos. In Hamburg gab es beim Gesamtbestand von 774.000 Pkws 197 E-Autos. Der Leiter des Centre Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer, resümierte: “Das Elektroauto ist außer in Werbespots in Deutschland unsichtbar. (…) Der Leitmarkt für Elektromobilität kümmert vor sich hin.”4

Fußnoten und Quellen:
  1. Fromm, Thomas, Elektrisiert, in SZ 2.12.2011 []
  2. Becker, Joachim, Mit Vollgas an die Wand, in SZ 12.12.2011 [] []
  3. „Machtspiele sind meist Männerphänomene“, in SZ 29.11.2011 [] []
  4. Völklein, Marco, Elektroautos zünden nicht, in SZ 27.12.2011 []
von wz
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