Elektroauto Chronik eines Irrtums

August 2011

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Elektro-Tourismus – Neues vom eE-Tour Allgäu (Vgl. Mai 2011) Mit 50 grün-weißen Elektroautos (Mitsubishi i-MiEV) sollen Allgäuer Touristen den (elektrifizierten) Urlaub der Zukunft erproben können. Das Bundeswirtschaftsministerium finanziert das Pilotprojekt. Außerdem möchten die Touristiker der Allgäu GmbH das Allgäu als umweltfreundliches Urlaubsziel darstellen. Simone Zehnpfennig von der Allgäu GmbH äußert: „Wir wollen Elektromobilität im Tourismus zu einem Alleinstellungsmerkmal der Region machen.“1 Es stehen zwölf Ladestationen mit regenerativem Strom zur Verfügung. „Womit sich die größte offene Frage des Projekts ‚eE-Tour‘ stellt: Wie lässt sich mit den E-Autos auch Geld verdienen? Bis jetzt orientieren sich die Mietpreise (49 Euro am Tag) nicht an den wahren Kosten, sondern an der Konkurrenz mit Benzinmotoren. Solange die Nachfrage nach Elektro-Mietautos nicht steigt, rechnet sich das Angebot nicht.“1

E-Bikes am Berg. In Oberstdorf begann ein Verleih von Elektrofahrrädern im Jahr 2009 mit neun Bikes. 2011 wurden daraus im Allgäu 100 Verleihstationen für 300 E-Bikes. „Allerdings braucht man als E-Radler auch ein dickes Fell: Denn je höher man mit dem E-Bike kommt, desto bissiger werden die Kommentare der überholten Wanderer und Mountainbiker: ‚Ja, so kommt man auch den Berg hinauf‘, ist noch einer der harmloseren Sprüche. Dennoch, sagt Monika Echtermeyer, seien auch junge Leute ‚ganz verrückt‘ nach den E-Bikes – die es inzwischen auch in Mountainbike-Ausstattung gibt.“1

EU-Politik. Die EU will bis 2050 den CO2-Ausstoß um 80 Prozent reduzieren. Dies würde einer McKinsey-Studie zufolge bedeuten, im Verkehrssektor eine Reduzierung um 95 Prozent zu erreichen. Bei einem bis 2050 hochgerechneten Autobestand von dann 273 Millionen Fahrzeugen (plus 50 Millionen im Vergleich zu 2011) „könne allerdings die CO2-Verringerung keinesfalls allein mit der Optimierung der Verbrennungsmotoren oder über alternative Kraftstoffe erreicht werden. Otto- und Dieselmotoren besitzen, so McKinsey, bis 2020 ein Einsparpotential von höchstens noch 30 Prozent. (…) 99,9 Prozent aller Personenwagen in Europa fahren heute mit einem Verbrennungsmotor, der mit fossiler Energie betrieben wird. In der McKinsey-Studie bildet daher im Jahr 2050 den Großteil der Autoantriebe ein Mix aus reinen Batterie-Elektroautos (BEV), Plug-in-Hybriden (PHEV) und Brennstoffzellenfahrzeugen (FCEV). Sie können je nach Entwicklung des Rohölpreises bis zu 95 Prozent ausmachen und den Verbrennungsmotor in die Bedeutungslosigkeit verbannen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch die Unternehmensberatung Bain & Company.“2

Fußnoten und Quellen:
  1. Mayr, Stefan, Willkommen im Ellgäu, in SZ 1.8.2011 [] [] []
  2. Specht, Michael, Alles geht, alles muss, in SZ 22.8.2011 []
von wz
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