Elektroauto Chronik eines Irrtums

Januar 2011

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München: Strom für Elektroautos. Die Stadtwerke München (SWM) erarbeiteten zwei Vorstudien zur Elektromobilität. Nach einer Studie zur Bestandsaufnahme werden die Verbrennungsmotoren noch länger den Autoantrieb dominieren. Die zweite Studie beschäftigt sich mit der Entwicklung bis 2030. In einer pessimistischen Annahme bleiben Elektroautos ein Nischenprodukt. Im positiven Fall haben 2030 über 80 Prozent der 600.000 Autos in München einen Elektroantrieb.
Für das Laden der 40 Elektro-Minis von BMW werden die SWM hundert Ladepunkte in der Stadt installieren; davon sind 76 bereits in Betrieb. „Der städtische Energieversorger und der Privatkonzern Eon haben sich so die Aufbauarbeit aufgeteilt – Eon stattet das Umland mit Ladesäulen aus. Am Projekt ‚Drive E-Charged‘ ist auch Siemens beteiligt. Der Technikkonzern liefert insgesamt 66 der Ladestationen für öffentliche Flächen und den Hausgebrauch. Außerdem arbeitet Siemens an einem Schnellladesystem, das spätestens im Juni funktionstüchtig sein soll und dann Ladezeiten von höchstens einer Viertelstunde ermöglicht.“1
Hier beginnt der Einstieg von Siemens in das Geschäftsmodell Elektromobilität – und der „Sündenfall“: das Schnellladesystem mit 350 kW. 2018 wird Siemens verkünden, in die Akkuproduktion einsteigen zu wollen.

Überwachung durch Elektroautos. Audi stellt 20 elektrische Kleinwagen des Modells A1 Nutzern zur Verfügung, die testen sollen, ob 50 Kilometer Reichweite ausreichen. Die A1 haben einen kleinen Verbrennungsmotor dabei. der die Akkus wieder aufladen kann. „Die TU München wiederum will in diesem Rahmen das genaue Mobilitätsverhalten der Teilnehmer erkunden: Ein GPS-fähiges Handy zeichnet alle zurückgelegten Wege auf – ob mit Auto, Bus, Bahn, Fahrrad oder zu Fuß. Wer mitmachen will, muss sich damit also auch ziemlich entblößen. Wenn auch im Dienste der Forschung.“1

Rarität Elektroauto. Anfang 2011 waren in München 197 Elektroautos angemeldet. Darunter waren 40 E-Minis von BMW. Der Autokonzern testet, wie sich die E-Minis im Alltag bewähren.2

Ladestation in der Fußgängerzone. Der deutsche Peugeot-Chef Thomas Bauch sieht nur drei deutsche Städte disponiert für  Elektroautos: Berlin, Hamburg und München. Bauch: „In Frankfurt gibt es an der Hauptwache eine Steckdose, aber die befindet sich in der Fußgängerzone.“3 Peugeot könnte höchstens 600 Elektroautos für den deutschen Markt bereitstellen: Erst 2012 könnten 3000 elektrische iOn von Peugeot zur Verfügung gestellt werden, die auch nicht verkauft, sondern verleast werden sollen.3

Fußnoten und Quellen:
  1. Tibudd, Michael, Unter Strom, in SZ 7.1.2011 [] []
  2. Völklein, Marco, An der kurzen Leine, in SZ 7.1.2011 []
  3. Flottau, Jens, Kein Platz für Stromer, in SZ 29.1.2011 [] []
von wz
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