Elektroauto Chronik eines Irrtums

Fazit

F

Das Elektroauto hält nicht, was seine Apologeten versprechen

Überforderung der erneuerbaren Energien

Die deutschen AKWs sollen bis 2022 abgeschaltet werden. Der Ausstieg aus der Kohle wird angestrebt. Beides soll weitgehend durch erneuerbare Energien ersetzt werden, die zusätzlich auch noch industriellen Wachstum gewährleisten sollen. Und nun soll auch noch der Ausbau der Elektromobilität durch erneuerbare Energien erfolgen.

Auch der Ökostrom kommt nicht einfach aus der Steckdose, und auch bei seiner Produktion entsteht CO2. Der grenzenlose Ausbau der erneuerbaren Energien kostet Lebensräume für Fauna und Flora, für Natur und Landschaft. So wird die Natur weiter zerstört im Namen der Natur …

Jede Kilowattstunde kann man nur einmal verbrauchen. Der Ökostrom kann für wesentlich sinnvollere Zwecke eingesetzt werden als zum Laden der jetzt geplanten Elektro-Boliden. Ein Beispiel: Der als „Tesla-Killer“ geplante Porsche Mission E fährt 250 km/h, hat Akkus mit 150 kWh und soll in 20 Minuten mit 350 kW geladen werden.

Vgl. im Kritischen Elektroauto-Lexikon: Erneuerbare Energien, Porsche Mission E, Mercedes SLS AMG

Keine Lösung des CO2-Problems

Beim derzeitigen Strom-Mix in Deutschland liegen die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde bei über 500 g CO2.

Die CO2-Bilanz der Elektroautos wird durch die Berechnung mit 100 Prozent Ökostrom (und diversen anderen Rechentricks) geschönt. Angesichts des CO2-Rucksacks der Akkus, den immensen Investitionen in die Mittelspannungsebene für Schnellladestationen (mit Tausenden Kilometern dicker Kupferkabel) und den Verlusten bei Stromerzeugung, Stromtransport und Stromverteilung fällt eine realistische CO2-Bilanz verheerend aus.

Die derzeitig geplante Modellpalette der Elektroautos – Geländewagen, große Pkw etc. mit hoher Geschwindigkeit und großer Reichweite –, erfordert hohe CO2-Emissionenen bei der Produktion der Akkus. Diese werden vor allem in China und in Osteuropa hergestellt – vornehmlich mit schmutzigem Kohlestrom.

Sparsame fossil betriebene Pkw haben eine bessere CO2-Bilanz – und ihre technische Infrastruktur ist bereits vorhanden. Und das sinnvollste Elektrofahrzeug – die schienengebundene Bahn -, wird reduziert: Seit der Bahnreform 1994 wurden 500 Strecken mit 5100 Kilometer Länge stillgelegt.

Vgl. Kritisches Elektroauto-Lexikon: Akku-Umweltbelastung, CO2-„Rucksack“, Elektrisch rasen, Öko-Strom, Schnellladestationen

Ablenkungsmanöver Elektroauto

Warum werden die Elektroautos von Politik und Autoindustrie gepusht? Mit ihnen kann man ablenken von einem dringend notwendigen Tempolimit und von der Notwendigkeit sparsamer Autos in Zeiten der Klimaerwärmung. Die „Super-Credits“ der Elektroautos sollen die hohen CO2-Emissionen der großen Luxusautos schönrechnen und die Einhaltung der EU-Grenzwerte ermöglichen. Mit Elektroautos und Plug-in-Hybriden (mit meist nur 35 Kilometer elektrischer Fahrleistung) soll das weitere Befahren der Innenstadtbereiche möglich bleiben.
Und nicht zuletzt kann man vom skandalösen Dieselskandal ablenken.
Weiter wie bisher – aber elektrisch.

Vgl. Kritisches Elektroauto-Lexikon: Plug-in-Hybride, Super-Credits

Weitere Probleme durch Elektroautos

Der Elektrosmog durch die flächendeckende Elektrifizierung von Ladestationen an Autobahnen, Straßen, Tiefgaragen etc. birgt ungeahnte Gefahren. Obwohl dies (z. B. in Zusammenhang mit dem Mobilfunk) ein großes Thema war, wird der weitaus stärkere Elektrosmog in Zusammenhang mit der Elektromobilität kaum thematisiert.

Untersuchungen zufolge geht das Elektroauto zu Lasten von Öffentlichem Verkehr, Fahrrad und Fußgängerverkehr. Der Rebound-Effekt lässt die Zahl der Autofahrten steigen.

Auch Elektroautos sind mit am Stau beteiligt und benötigen Verkehrsraum, Fahrspuren und Parkraum – und bewegen mit 1000 bis 2000 Kilo oft nur eine Person.

Die schwierige Ladesituation wird zu entsprechenden Aggressionen im Elektroauto-Verkehr führen: Man denke nur an Berufs- oder Urlaubsverkehr.

Das Elektroauto wird in der Regel ein Zweit- oder Drittauto, wodurch die CO2-Bilanz noch schlechter wird.

Das Elektroauto ist der Beginn der Totalüberwachung der Autofahrer und der Einstieg in das so aufwendige wie problematische „autonome Fahren“.

Und wer wird die EDV-Programme von zehn Jahre alten Elektroautos lesen können, wer sie warten, wer deren Akkus erneuern?

Vgl. Kritisches Elektroauto-Lexikon: Rebound-Effekt, Hochvolt-System

Den sinnvollen elektrifizierten Verkehr gibt es längst: Es ist der schienengebundene Nah- und Fernverkehr.
Ansonsten gelten die seit langem bekannten Methoden: Verringerung von Mobilität, Reduzierung der Geschwindigkeiten, Verkehrsberuhigung, gemeinsame Nutzung von Verkehrsmitteln, Downsizing, Verlangsamung…

Die Elektroautos sind kein Heilsbringer, im Gegenteil. Sie sind des Kaisers neue Kleider: elektrisch.

Zum Abschluss noch ein Zitat aus meinem Essay Das  System des Homo industrialis von 2015:
„Im 21. Jahrhundert müsste Klarheit herrschen, dass sich die Erdbevölkerung keine zerstörerischen, destruktiven Bereiche mehr leisten kann. (…)
Was sonst noch nötig wäre zur Rettung des Blauen Planeten: Maßnahmen gegen die immer dramatischere Überbevölkerung, eine völlige Umstellung der industriellen Produktionsweise und der Umbau und Rückbau mega-urbaner Strukturen, eine Beendigung sinnloser Produktion, ein verantwortungsvoller Umgang mit Eigentum.
Energie dürfte nicht mehr nur ein Geschäft sein wie jedes andere. Es müsste eine drastische und rasche Reduzierung des gesamten Energieverbrauchs erfolgen. Dazu gehörte auch eine weitestgehende Minimierung des Boden- und Schiffsverkehrs, des Flug- und Luftfrachtverkehrs, die Einstellung aller Raumfahrtaktivitäten, die Reduzierung von überflüssiger Telekommunikation und Internet, eine völlig andere Ausrichtung der Forschung und ihrer derzeit nur kommerziellen Ziele.“

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